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Robotic Angel
Story

In Begleitung seines jungen Neffen Kenichi hat sich der japanische Ermittler Shunsaku Ban nach Metropolis begeben um den gesuchten Wissenschaftler Dr. Laughton ausfindig zu machen.
Dieser hat sich in Metropolis versteckt um für den Großindustriellen Duke Red, der hier gerade die Errichtung eines riesigen Turms namens Ziggurat feiert, einen besonderen Androiden zu entwickeln. Doch bevor ihm das gelingt und bevor Shunsaku Ban in aufspüren kann, wird der Dr. von Rock, dem Anführer der Marduks, einer Anti-Roboter Terrororganisation die in engem Kontakt zu Duke Red steht, ermordet und sein Labor zerstört. Kenichi gelingt es allerdings den Androiden, ein Mädchen namens Tima, zu retten und ist mit ihr in der Folge auf der flucht vor Rock und seinen Schergen, die alles daran setzen die beiden zu töten, während sie Duke Red im Glauben lassen das niemand die Zerstörung des Labors überlebt hätte.
Unterdessen braut sich in Metropolis, das in verschiedene Zonen unterteilt ist welche durch riesige Aufzüge voneinander getrennt werden, in den ärmeren unteren Zonen eine Revolution zusammen die sich gegen die Marduks und Duke Red richtet und mit deren Hilfe der Präsident der Stadt, dem die politischen Allüren des Duke schon lang ein Dorn im Auge sind, selbigen kalt stellen will.

Meinung

„Robotic Angel“ (eigentlich „Metropolis, aber die Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung hatte was gegen die Verwendung diese Namens) nach einem Drehbuch von Katsuhiro Otomo (Link Akira, Link Steamboy), basierend auf einer Mangavorlage von Osamu Tezuka (Link Legend of the Forest, Link Pictures at an Exhibition) und unter Regie von Rintaro (Link Galaxy Express 999, Link Take the X Train) entstanden, ist das Aufeinandertreffen von biblischem Sündenfall und 20er Jahre Science Fiction. Der Turmbau zu Babel wird verlegt nach Metropolis.
Eigentlich erzählt es eine klassische Liebesgeschichte, ein Junge und ein Mädchen treffen sich, er herzensgut, sie gedächtnislos wie ein Kleinkind, müssen großen Gefahren entkommen und finden langsam zueinander und das alles vor dem Hintergrund einer politischen Revolution und Verschwörung die kein geringeres Ziel als die Befreiung von Tyrannei und Ausbeuterei bzw. ganz einfach die Weltherrschaft hat.
Doch nichts wird so wie gedacht und gewünscht in einer Welt wie Metropolis.
Er liebt sie, sie hängt an ihm, doch ist sie kein Mensch und viel zu wichtig für zu viele Parteien als das die beiden Frieden finden könnten. Die Massen kämpfen für ihr Recht, doch sind am Ende nichts weiter als Marionetten in den Händen des großen Bösen. Aber auch ihm gleitet schließlich alles aus den Händen, mit seinem himmelstürmenden Turm der keinen geringeren als die Sonne, das Zentrum unserer Galaxie, direkt angreift und seiner rechten Hand die ihn liebt wie einen Vater und darüber alle Pflicht vergisst.
So bleibt Stück für Stück alles gute auf der Strecke, alle löblichen Ansätze vernichten sich selbst, wenn aus Liebe Hass und Wahnsinn wird und in eine Gesellschaft unterdrückt und angestachelt zum Hass gegen Andersartige selbst in ihrer Revolution über Leichen geht.
Verloren in diesem großen Chaos fragt sich auch das Individuum zum Schluss nur noch ‚Wer bin ich?‘, will noch einmal an die Liebe und die glückliche Zukunft glauben und fasst mit der Erkenntnis das dies nicht möglich ist letztendlich den Entschluss all dieses widerliche das es umgibt und das es einfach nicht sein lässt mit einem letzten großen Schlag komplett zu vernichten.
Der große Turm wendet sich nicht nur gegen seine Erbauer, sondern in blindem Zorn gegen all die Sünder und wodurch sollten die sich jetzt noch retten?
„Robotic Angel“ liefert in der Tat eine Antwort auf diese Frage, ganz am Ende, nach all der Geschichte von politischen Intrigen, von Schein und Sein im Großstadtmoloch und jeder menge teuflisch spannender „auf der Flucht“-Action.
Die Liebe ist es freilich, die, wenn auch manchmal fehlgeleitet, schlussendlich zur Erlösung führt. Die die Kraft gibt zu befreien und große Opfer auf sich zu nehmen.
So endet alles irgendwie da wo es begann, mit der einfachen Liebesgeschichte zwischen einem Jungen und einem Mädchen, hoch oben auf einem riesigen Turm, der die Waffe beinhaltet die die gesamte Welt unterjochen sollte.
Die Auslöschung der Menschheit wurde noch einmal abgewendet, die Waffe zerstört sich selbst und der Turm ist am kollabieren. An allen Ecken und Enden bricht er auseinander und riesige Trümmer stürzen auf die Stadt herab.
Nur noch von einem Kabel gehalten baumelt das Mädchen über dem Abgrund. Mit letzter Kraft versucht er sie rauf zu ziehen - das Kabel reißt – er bekommt noch ihre Hand zu fassen.
Er liebt sie – sie schaut ihn an.
Um sie herum explodiert alles und es regnet geborstenen Beton.
Ein letztes mal fragt sie ihn ‚Wer bin ich?’, dann entgleitet ihm ihre Hand.
Er schreit – sie stürzt in das flammende Inferno – und zum bitteren Ende erklingt das leidende „I can’t stop lovin you...“ eines Ray Charles.
Das ist pure Filmmagie, das ist das beste was Kino schaffen kann!
Einen Film der alles richtig macht, ein Film der von vorn bis hinten überzeugt.
Nicht nur grandios in der Geschichte die er erzählt, sondern auch in seinen Bildern voller detailierter Zeichnungen, mal lebendig und farbenfroh und lichtdurchflutet, mal trist und grau von Dunst verhangen und Regen getrübt oder von einem Totentuch aus frisch fallendem Schnee bedeckt.
Voll von erstklassigen Animationen, die dank intensivem CGI Einsatz die Welt in aufwendige Stadtpanoramen erblühen lassen und dem nostalgischen Retrodesign Bewegung einhauchen.
Wer Tezuka kennt wird etliche Figuren sofort wiedererkennen, wer Otomo liebt wird sich am Kollaps des Ziggurat kaum Satz sehen können und Rintaro sorgt gekonnt für ein harmonisches Ganzes.
Dazu dann noch der hervorragende Jazz Soundtrack, der neben dem schon erwähnten Ray Charles vor allem mit stücken wie einem „St. James Infirmary „ Cover, dem herrlich schwermütigem „Zone Rhapsody“ oder dem krachigen „El Bombero“ begeistern kann.

„Robotic Angel“, dass ist ein Mischung aus den besten Zutaten, genau perfekt zusammengerührt und formvollendet serviert, ein selten zu erlebendes Festmahl für Gourmets die sich jeden Bissen auf der Zunge und jede Sekunde im visuellen Cortex zergehen lassen können.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Metropolis
Lauflänge:ca. 104 Minuten
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Jahr:2001
Regie:Rintaro
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

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Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-86.htm