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1001 Nights
Story

Ein junges Paar liegt nackt auf einem Bett und schläft, während Traum und Alptraum gegeneinander um beide kämpfen.

Meinung

‚Ist die amerikanisch japanische Kooperationsarbeit „1001 Nights“ eigentlich überhaupt ein Anime?’
Geht es um diesen Film, ist diese Frage meist eine und meist sogar die erste Frage überhaupt die man in der „Animeszene“ dazu hört.
Da frag ich mich doch, 'ist das bei so einem Film denn überhaupt wichtig???'.
Wie kann einem zu „1001 Nights“ ausgerechnet das als erstes einfallen?
Deshalb auch gleich genug zu dieser leidigen Situation.
Fakt ist, der Film ist hauptsächlich in Amerika unter einem amerikanischen Team unter Regie Mike Smiths entstanden. Fakt ist auch, es haben auch einige Japaner daran mitgearbeitet und die gesamte Idee, der kreative Kopf hinter allem ist der japanische Maler und Illustrator Yoshitaka Amano.
Dieser begann schon früh auch für die Animebranche zu arbeiten und ist dort vor allem im Bereich Charakter Design tätig. Sehen kann man seine Kreationen unter anderem in Link „Lily C.A.T.“, Link „Vampire Hunter D: Bloodlust“ oder auch Mamoru Oshiis Frühwerk Link „Angel's Egg“, in dem er auch in der Story und im allgemeinen Design involviert war und das auch die größte parallelen zu „1001 Nights“ aufweist. (man achte besonders auf die fragilen Haare!)

„1001 Nights“ allerdings ist nun weit weniger Spielfilm und vielmehr ein zum leben erwecktes Kunstwerk Amanos. Ein lebendes, sich bewegendes Gemälde wie man es in einem schön eingerahmten Flatscreen in eine Galerie hängen sollte.
Den Titel sollte man dabei nicht allzu wörtlich nehmen, den hier geht es nicht um ein Märchen aus 1001 Nacht, sondern die Designs sind lediglich vom arabischen Stil beeinflusst.
Eine wirkliche Geschichte die erzählt wird gibt es so gesehen nicht.
Zwei junge Menschen liegen auf einem Bett und schlafen und während dessen Kämpfen Traum (in gestalt einer Fee) und Alptraum (ein böser Dschinn) um ihren Schlaf, wobei das nun schon wieder meine eigene Interpretation des Geschehens ist für die ich keiner Allgemeingültigkeit beanspruchen will.
Was sich vor uns dann auftut ist jedenfalls ein berauschendes vielfältiges Spiel von Formen und Farben, aufregend, betörend und sinnlich schön. In den unterschiedlichsten Gestalten ringen die zwei miteinander, scheinbar schwerelos durch den Raum und alles verändert sich ständig, entwickelt sich weiter, bleibt nicht stehen.
Aus Formen werden neue Formen, aus freiem Raum plötzlich solide Materie und aus Licht auf einmal Schatten in einer invertierten Welt.
Daraus ergibt sich ein faszinierendes Spiel der Möglichkeiten, ein Spiel mit dem Zuschauer - was wir glauben zu sehen und was wir im nächsten Moment wissen zu sehen.

Es versteht sich dabei natürlich von selbst, dass ein Film der derartig vom visuellen Eindruck lebt zeichnerischer und animatorischer Höchstleistungen bedarf. Eine hochgelegte Latte über die sich „1001 Nights“ mit Leichtigkeit hinüber schwingt ohne auch nur einmal in Gefahr zu geraten sie zu reißen.
Wenn die schlafende Frau da zärtlich vom Teufel umgarnt wird, sich Elfe und Dschinn um eine Blume jagen und dabei bunte Wirbel und Dornenranken hinter sich herziehen, wenn die beiden Menschen frisch erwacht ins Liebesspiel versinken oder eine traurige Prinzessin Kristalltränen weinend am Abgrund steht und sich in die Tiefe stürzt, dann ist das pures Eyecandy, wunderbar stimmungsvoll untermalt vom Los Angeles Philharmonie Orchester.

Allerdings, und auch das sei gesagt, man muss die Muße haben sich auf diese Kunst einzulassen.
„1001 Nights“ zu schauen ist durchaus vergleichbar damit sich in einem Museum 20 Minuten vor ein Bild zu setzten und es zu betrachten, es zu entdecken, all seine Nuancen und kleinen Details die einem beim ersten flüchtigen Blick gar nicht auffallen.
Sicher, diese Bilder hier bewegen sich und sind ständig neu und anders, aber wenn man von vorn herein nicht bereit ist sich auf die Kunst einzulassen, in sie einzutauchen und sie zu fühlen, dann ist es hier wie da das selbe Ergebnis – man wird 20 Minuten vor sich hin in die Leere starren und am Ende nicht wissen was das ganze nun eigentlich sollte.
Wenn man es aber kann, dann kann man mit „1001 Nights“ 20 atemberaubende Minuten verbringen in denen man sich komplett verzaubern lassen kann. 20 Minuten lebendige, sich bewegende und klingende Poesie.

(Und da ist es doch wirklich scheißegal ob das ganze nun ein „echter“ Anime ist oder nicht!)

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

 Info
Originaltitel:1001 Nights
Lauflänge:ca. 24 Minuten
Jahr:1998
Regie:Mike Smith
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 10.jpg 10/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4691
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-703.htm