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Ghost in the Shell: Stand Alone Complex
Story

Japan, in nicht all zu ferner Zukunft.
Nach dem 4ten Weltkrieg sind viele Nationen der Erde immer noch damit beschäftigt sich von den Zerstörungen und Wirren der Kämpfe zu erholen.
Auch Japan wurde hart getroffen und schwankt zwischen hoch technisierter Moderne und Kriegsruinen.
Obwohl im Aufschwung, ist das Land immer noch instabil und ständig bringen neue Bedrohungen aus dem Inneren die Nation zum wanken.
Eine der Säulen zur Stabilisierung bildet die „Sektion 9“ unter Führung Daisuke Aramaki.
Eine halboffizielle Spezialeinheit deren Hauptaufgabe in der Terrorismusbekämpfung liegt.
Doch werden die Männer rund um Major Motoko Kusanagi auch immer wieder in politische Ränkespiele hineingezogen, die oft auch ihre eigene Existenz bedrohen.

Meinung

Die Link „Ghost in the Shell“ Mangas von Masamune Shirow gelten bis heute als die mit am bekanntesten Mangas im Westen und genießen nicht zu letzt auch durch die Link 1995er Verfilmung von Mamoru Oshii Kultstatus.
Die „Stand Alone Complex“ Serie schließt allerdings nicht an das GitS Universum von Oshii an, sondern stellt vielmehr eine ganz eigenständige Adaption der Mangas dar.
Beide Staffeln behandeln dabei einen übergeordneten Plot, der durch einige ergänzende Einzelgeschichten ergänzt wird.
Sind diese in der ersten Staffel, aus der Feder von Shirow, noch relativ klar getrennt und auch als „complex“ bzw. „stand alone“ Episoden gekennzeichnet, so verschwimmen in der zweiten Staffel, aus der Feder Oshiis, die Geschichten mit einander und lassen sich, trotzt ebenfalls vorhandener Aufteilung der Episoden in „individual“, „dividual“ und „dual“, nicht mehr klar von einander trennen.
Generell lässt sich auch sagen, dass die erste Staffel mit dem Handlungsbogen von Shirow ein ganzes Stück einfacher und weniger komplex ist als die zweite.
Schon die beiden einzelnen Verfilmungen des GitS Stoffes von Oshii waren im Vergleich zum Manga um einiges düsterer und philosophischer angehaucht. Action wurde oftmals eher beiseite geschoben und durch viele, längere und ruhige Dialoge ersetzt.
Dieser Unterschied lässt sich auch bei den beiden „Stand Alone Complex“ Staffeln so wieder finden.
Zwar ist die erste Staffel rund um den „Laughin Man“ ebenfalls sehr spannend und bietet eigentlich bis zu letzt ein gutes Verwirrspiel und auch einiges an angeschnittenen Grundsatzfragen, hauptsächlich zur Mensch-Maschine Problematik und Medienbeeinflussung, so kann sie nicht mit der politischen und gesellschaftlichen Sezierung der zweiten Staffel mithalten, die nicht nur einmal mehr Oshiis eher pessimistisches Weltbild widerspiegelt, sondern auch das für ihn bestimmende Thema der Loslösung des Geistes (Ghost) vom Körper (Hülle - Shell) aufgreift. Diesmal in Form eines Revolutionärs, der die Ghosts von tausenden Flüchtlingen in den Cyberspace retten will, und natürlich einmal mehr Kusanagi, die ebenfalls (wie schon im ersten GitS Film) vor dieser Entscheidung steht.
Doch wird die längere Laufzeit der Serie erfreulicher weise auch immer wieder dafür genutzt uns erweiterte Einblicke in die Hintergründe und die Vergangenheit so mancher Figur der Serie zu geben und auch die allgemeine Lage der Welt wird hier um einiges deutlicher als in den Mangas und Filmen.
Eine weitere Neuerung zu den beiden Filmen von Oshii bilden natürlich vor allem auch die Tachikomas, die nicht nur in vielen Situationen für eine humoristische Auflockerung sorgen (und damit wieder dem Manga von Shirow mehr entgegenkommen), sondern die auch so manche philosophische Diskussion führen dürfen und als Paradebeispiel für die verschwimmende Grenze von Maschine und Lebewesen in GitS stehen.
Als denkwürdiges Finale bleibt hier unvergessen, ihre Opferungsszene in der letzten Folge der zweiten Staffel.
Eine Szene die sicher kein GitS Fan so schnell wieder vergessen wird und die die Tachikomas ein für alle mal über bloße Maschinen hinaus erhebt. Grandios!
Grandios auch die vielen Anspielungen und Hommagen auf die man in „Stand Alone Complex“ immer wieder trifft. Sei es nun das immer mal wieder Szenen aus Oshiis erstem GitS Film nachgestellt werden oder das man auch gern und oft auf Filme allgemein anspielt.
Besonders erwähnt sei hier die „Taxi Driver“-Folge aus der zweiten Staffel.
Aber auch parodistische Blicke zurück sind vorhanden, unübertroffen sicherlich im Tachikoma-Superhelden-Intro.
Oder es werden Filmemacherträume ausgelebt, wie in der „Filmbox“-Folge, in der ein Regisseur innerhalb seines Cyberbrains den perfekten Film erschafft.
Das alles bildet eine schöne Ergänzung zur eigentlichen Story und hält sich mit selbiger erfreulicher weise auch gut die Waage.
Allerdings sollte man wohl einiges Vorwissen, besondern auf dem Gebiet „Ghost in the Shell“ (die Mangas und der Film sind Pflicht vor dem SAC gucken!), als auch auf dem Gebiet Film allgemein mitbringen, um all diese Aspekte in SAC wirklich voll erfassen und dann auch dementsprechend genießen zu können.

Weniger überzeugen kann SAC dann hingegen auf der optischen Seite.
Waren die beiden Filme von Oshii in ihrer Zeit jeweils wahre „Stand of the Art“ Produkte, so sieht man besonders der ersten Staffel von SAC doch hin und wieder deutlich an das es sich um Serien-Animationen handelt. Besonders bei längeren Dialogpassagen wirkt vieles, außer den Mündern, regelrecht festgefroren. Ein negativer Faktor der in der späteren zweiten Staffel weit weniger auftritt.
Aber auch generell sind die Animationen nicht mit denen zeitgleicher (Kino)Großproduktionen zu vergleichen und auch zeichnerisch wirken manchmal einige Sachen auf mich etwas „verschoben“, was mir mal wieder besonders bei den Gesichtern auffällt.
Da wandern dann z.B. Augen, Nase, Mund unnatürlich weit nach oben im Gesicht, was einfach irgendwie „falsch“ aussieht.
Aber auch hier tritt dies in der ersten Staffel öfter auf als in der zweiten.

Nichts desto trotz, „Stand Alone Complex“ hat mich eigentlich restlos begeistern können.
Nach der ersten Staffel war ich zwar etwas enttäuscht, weil ich nun mal ein kleiner Oshii-Fanboy bin und seine düster-melancholische GitS Version einfach mehr mag als die etwas fröhlichere von Shirow, aber da wurde ich dann in der zweiten Staffel ja noch gut bedient.
Zudem sind die Tachikomas, die für manche seltsamer Weise der größte Kritikpunkt an SAC sind, für mich eine wirklich brillante Idee und äußerst sympathisch. (ach hätte ich nur auch welche)
Sie sind einerseits genau die Auflockerung die die Serie braucht und andererseits mit ihrem Abschied in der letzten Folge das absolute Highlight der Serie.

Als alter und bedingungsloser GitS Fan darf man mir natürlich ruhig gewollte Blindheit im Umgang mit allem wo GitS draufsteht vorwerfen, aber für mich ist „Stand Alone Complex“ mal wieder rund um gelungen und hat mich vollauf begeistert.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Kôkaku kidôtai: Stand Alone Complex
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:52
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Jahr:2002
Regie:Kenji Kamiyama, Kazunobu Fusegi, Yasuhiro Geshi, Toshiyuki Kôno, Atsushi Matsumoto, Ryutaro Nakamura, Minoru Ã"hara, Masaki Tachibana, Kenichi Takeshita, Atsushi Wakabayashi, Hideyo Yamamoto, Masayuki Yoshiwara, Itsurô Kawasaki
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 5754
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-593.htm