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Ghost in the Shell
Story

Ein Hacker genannt der Puppetmaster sorgt für Aufsehen, als er sich in die Teilnehmerin einer wichtigen politischen Konferenz hackt. Mit der Klärung des mysteriösen Falles wird die Sektion 9 beauftragt, die schon bald ein paar erste Verdächtige verfolgt, die sich aber ebenfalls lediglich als Opfer des Puppetmasters und dessen Marionetten herausstellen.
Als sie die Ermittlungen weiterführen beginnt der Fall allerdings eine ungeahnte Wendung zu nehmen. Nicht nur das er mit einem früheren Fall rund um einen Landesflüchtigen Programmierer zusammenzuhängen scheint, auch der Puppetmaster ist offenbar nicht was man zu erst von ihm angenommen hat und noch dazu drängt sich eine anderen Abteilung, die Sektion 6, plötzlich in den Fall und will einen zerstörten Cyborgkörper, der Spuren des Pupetmasters in sich zu tragen scheint, von Sektion 9 beschlagnahmen.

Meinung

Um gleich von Anfang an mit offenen Karten zu spielen, ja ich bin ein absoluter Oshii Fanboy und noch schlimmer, darüber hinaus auch noch ein genauso großer „Ghost in the Shell“ Verehrer. Was will man also anderes von mir erwarten als eine einzige Lobeshymne wenn auch noch beides aufeinandertrifft.
Aber was soll ich tun, es ist einfach so. „Ghost in the Shell“ ist für mich einer der besten Animes die je produziert wurden und selbst nach dem nu bestimmt schon 10mal das ich ihn gesehen habe büßt er nicht nur nichts an Faszination ein, nein er wird eher noch jedesmal besser.
Was Oshii hier, basierend auf dem ebenfalls grandiosen Manga von Shirow, unter der spannenden Geschichte eines Spionagethrillers geschaffen hat, ist nicht weniger als fundamentale Zukunftsphilosophie rund um das Thema der Verschmelzung von Mensch und Maschine, die über ein rein physisches Zusammenwachsen hinaus auch den sogenannten „Ghost“ als den Geist, das Denken, das Bewusstsein, ja sogar die Seele sowohl im natürlichen wie auch im künstlichen Körper wohnen lässt. Eben diese Sammlung von Emotionen, Kreativität, Wille, usw. der den Mensch zum Menschen macht und bisher dafür sorgt das uns kein noch so guter Roboter oder Computer den Rang ablaufen kann.
Doch in der Zukunft von „Ghost in the Shell“ ist diese Grenzer längst verwischt. Künstlich geschaffene Maschinenkörper werden mit biologischem Gewebe (z. B. Muskeln) und sogar Gehirnzellen ausgestattet, natürlich geborene Menschen werden mit Massen von Implantaten verbessert. Ja an manch einem natürlich geborenen sind mitunter weniger biologische Teile dran als an einem im Labor gebauten, also wer ist da noch Mensch?
Und welche Gefahren bringt das ganze mit sich?
Auch hier denkt der Film seiner Zeit voraus und präsentiert uns eine Gesellschaft in der Cyberbrains und ein riesiges globales Datennetzwerk den Hackern nicht mehr nur ermöglichen Zugriff auf irgendwelche Geräte, sondern auf den Menschen direkt zu bekommen, der Brainhack als ultimative Attacke.
Um all diesen Betrachtungen Platz einzuräumen muss sich der Film allerdings in der Erzählung seiner vordergründigen Geschichte etwas zurücknehmen, was ihm von seinen Kritikern dann auch gern zum Vorwurf gemacht wird.
Von zu wenig Action ist dann die Rede und von ermüdenden Dialogsequenzen die den Film unangenehm ausbremsen und langweilig machen würden. Auch zu flache Charaktere werden gern bemängelt.
Nun, ich kann diese Aussagen nicht wirklich nachvollziehen. Das die Charaktere eher flach wirken halte ich für ein Gerücht, ganz im Gegenteil spiegeln sie perfekt die Verlorenheit zwischen Mensch und Maschine sein und die daraus resultierenden Zweifel an der eigenen Persönlichkeit, dem Status und der Rolle in der Gesellschaft wieder, genau die Probleme die der Film behandelt. Und auch die als langweilig verschriebenen Dialog- und Stadtsequenzen dienen genau diesem Zweck, ja sie sind es doch gerade die nicht nur den Charakteren, sondern auch der Welt an sich ihr Profil geben und das auch noch auf eine gut getimte Art.
So werden ja gerade nach besonders bedeutungsschwangeren Szenen wie z. B. der Unterhaltung zwischen Batou und Motoko auf dem Boot mit der Intervention vom Puppetmaster gerne kurze Ruhepause eingeschoben die uns Zeit zum über/nachdenken geben und mit ihren meditativen Bildern vom oft schon verrottendem Großstadtmoloch und der Unterlegung der grandiosen Musik von Kenji Kawai eine dichte Atmosphäre schaffen.
Ein Punkt bei dem es dann allerdings kaum unterschiedliche Meinungen und praktisch keine Kritik gibt, ist die herausragende visuelle Präsentation, die für damalige Verhältnisse die absolute Spitzenklasse markierte und neben jeder Menge handgemachter Animationen auch schon sichtlich von CGI profitieren konnte. Besonders genial auch die Designs, angefangen bei den Verkehrsüberwachsungssystemen bis hin zum Insect-Tank im Finale. Es ist zwar alles noch Science Fiction, aber derart durchdacht das es trotzdem ausgesprochen glaubhaft und realistisch wirkt und gerade die Verbindung von Natur und Technik (Insect Tank, oder auch die Flügel der Helikopter) ist ja ein Trend der auch in der Realität so immer mehr propagiert wird.

Aber um die Sache abzuschließen, wie bereits eingangs erwähnt, für mich ist „Ghost in the Shell“ einfach einer der besten Animes aller Zeiten.
Egal von welchem Winkel aus betrachtet, ob nun die eigentliche, spannende Geschichte rund um die politische Verschwörung, die Philosophischen Fragen unter der Oberfläche oder die optische und akustische Aufbereitung des Ganzen, alles ist erstklassig. Ein Meisterwerk und Meilenstein, nicht nur der Genres der Animes sondern des Films allgemein.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Kokaku kidotai
Lauflänge:ca. 78 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Jahr:1995
Regie:Mamoru Oshii
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 7898
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-42.htm