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Unser Nachbar Totoro
Story

Sehnsüchtig warten die beiden Mädchen Mei und Satsuki darauf, dass ihre Mutter endlich aus dem Krankenhaus entlassen wird und zu ihnen zurückkehrt. Mit ihrem Vater sind sie sogar extra in ein schönes Haus auf dem Land gezogen, damit ihre Mutter sich in einer angenehmen Umgebung erholen kann.
Eines Tages jedoch beobachtet die kleine Mei ein seltsames Tier in ihrem Garten, das sich zum Haus der Familie schleicht. Ihr gelingt es, es bis unter das Haus zu verfolgen, wo es sich mit noch einem fremdartigen Wesen trifft und beide zusammen die Flucht zurück in den Wald antreten. So führen sie Mei bis zu dem riesigen Kampferbaum der in der Nähe ihres Hauses steht und an dessen Fuß ein kleiner Schrein errichtet wurde. Im inneren des Baums trifft sie auf Totoro, den Schutzgeist dieses Waldes, eine riesige, plüschige, liebenswerte und friedliche Kreuzung aus Hase, Katze und Bär.
Zwischen Totoro und seinen kleinen Helfern und Mei und ihrer Schwester Satsuki entsteht mit der Zeit eine regelrechte Freundschaft, und alles scheint eigentlich ganz wunderbar zu sein, bis eines Tages ein Telegramm aus dem Hospital eintrifft und sie erfahren müssen, dass es ihrer Mutter schlechter geht und sie nun doch nicht so bald zurück nach Hause kann. Und als ob das noch nicht genug wäre, verschwindet die kleine Mei dann auch noch und als eine Kindersandale in einem nahe gelegenen See gefunden wird, befürchten alle das schlimmste.
Nun kann für Satsuki nur noch einer helfen, Totoro.

Meinung

Als Hayao Miyazaki sich an die Arbeit zu seinem Film „Unser Nachbar Totoro“ machte, hatte er die Idee der Geschichte schon eine lange Zeit mit sich herumgeschleppt, aber bisher wegen dem finanziellen Risiko immer wieder verworfen. Keiner konnte sich damals vorstellen das die Leute für einen Film ins Kino gehen würden, in dem es nur darum geht das zwei Mädchen einen Waldgeist kennen lernen. Und in der Tat, vergleichen mit den übrigen Miyazaki Filmen ist die Geschichte von Totoro schon die simpelste. Kein Krieg, kein Kampf, keine ausufernden Fantasiewelten oder tiefgehenden moralischen (Öko-)Botschaften. Einfach nur eine schöne Geschichte. Sicherlich auch nicht zu flach. Ein gewisser Appell zum harmonischen Zusammenleben mit der Natur und der Religion sind enthalten, und mit der Krankheit der Mutter kommt auch eine dramatische Komponente dazu, die im verschwinden Meis am Ende ihren (Spannungs-)Höhepunkt findet. Aber der Film bleibt dennoch sehr fröhlich und hell, so wie auch Link „Kikis kleiner Lieferservice“ und erreicht nie die Dramatik eines Link „Nausicaa“, Link „Laputa“ oder Link „Mononoke“. Damit ist er natürlich noch „kinderfreundlicher“, wobei eigentlich alle Miyazaki Filme für Kinder sind, aber so eine unterschwellige (moralische) Botschaft, die sich auch an die älteren richtet, ist hier eben nicht so präsent.
Nichts desto Trotz gehört „Unser Nachbar Totoro“ grade unter den westlichen Animefans zu den absoluten Ghibli und Miyazaki Favoriten, was er wohl hauptsächlich seinem totalen gute Laune Feeling und seinen tollen Figuren verdankt. Allen voran natürlich Totoro und seine beiden kleinen Helfer, deren Stofftierversionen beliebe Sammlerobjekte sind, und gleich an zweiter stelle dem umwerfenden Katzenbus. Was würde manch ein hiesiger Fan nicht alles dafür geben in dessen reellem Pendant im Ghibli Museum mal eine Fotosession machen zu dürfen.
Am Katzenbus werden dann auch immer wieder Parallelen zu „Alice im Wunderland“ festgemacht, die sich angesichts des breiten Grinsen des Busses, dass schon stark an Disneys Version der Grinse Katze erinnert, auch nicht verleugnen lässt. Auch Meis Eintritt in Totoros Welt durch den Sturz in einen Baum nach verfolgen eines weißen Hasenähnlichen Geistes scheint doch eindeutig bei Alice entlehnt.
Aber ob oder ob nicht, in diesem Fall ist es eigentlich auch egal. Miyazaki war immer von westlichen Geschichten beeinflusst, dass ist ja allgemein bekannt. Was er daraus macht ist aber einfach Miyazaki und darauf kommt es an. So ein bisschen der Story-Kurosawa des Zeichentricks vielleicht.
Aber egal, „Unser Nachbar Totoro“ ist einfach toll.
Toll sind natürlich wie immer auch die detaillierten Zeichnungen, die liebenswürdigen Charaktere, die gelungenen Animationen und nicht zu letzt die wunderbar stimmige musikalische Unterlegung aus den Händen von Ghibli-Stammkomponist Joe Hisaishi.
Es stimmt einfach mal wieder alles. Es ist ein Phänomen wie bei Ghibli Produktionen einfach immer und immer wieder erstklassige Filme bei herauskommen. Irgendwo unter denen die ich noch nicht gesehen habe muss doch wohl noch ein verhauener Stecken. Es kann doch nicht alles Stroh zu Gold werden, was durch dieses Studio geht.

„Unser Nachbar Totoro“ ist aber auf jeden Fall noch nicht diese Ausnahme, die man einfach erwartet, sondern ein weiteres Masterpiece, das vielleicht nicht zu meinen Top 3 gehört, aber sicherlich zu den beliebtesten allgemein. Und auch wenn es etwas wehmütig ist mit anzusehen wie der Vater der Mädchen (stellvertretend für alle „Alten“) die Gabe verloren hat die Wunder Totoros zu sehen, so bleibt uns doch die Hoffnung das wir noch nicht die Gabe verloren haben die Wunder dieses Films zu sehen, der einfach nur eine große Portion gute Laune mitbringt und bereit ist an jeden der es will, eine Kelle davon zu verteilen. Ein echter good vibrations movie!

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Tonari no Totoro
Lauflänge:ca. 86 Minuten
Freigabe:unbekannt
Jahr:1988
Regie:Hayao Miyazaki
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 6459
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-562.htm