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Nausicaä
Story

Tausend Jahre ist es nun schon her, dass die Menschen in einem abscheulichen Krieg, genannte die „Sieben Tage das Feuers“, mit Hilfe gigantischer Titanen ihren eigenen Untergang einläuteten. Seit dem ist ein Großteil der Erde von giftigen Pilzen bedeckt, die riesige Wälder, „Meer der Fäulnis“ genannt, bilden die von Rieseninsekten bewohnt werden.
Die wenigen überlebenden Menschen haben sich in einige sichere Regionen zurück gezogen und versuchen dort nun so gut wie es geht der Fäulnis zu trotzen. Eines dieser Gebiete ist das Tal der Winde, das durch seinen anhaltenden Wind vor den Sporen des Pilze geschützt ist.
Hier lebt die junge Nausicaä, die schon als Kind einen besondere Gabe für den Umgang mit Pflanzen und Tieren hatte und scheinbar regelrecht mit ihnen kommunizieren kann.
Eigentlich läuft alles recht friedlich im Tal ab. Die Menschen haben sich mit der Fäulnis und deren Hütern, den gigantischen Omus, abgefunden und Nausicaä ist sogar dabei zu entschlüsseln was es mit der Fäulnis auf sich hat. Doch da stürzt eines Tages ein riesiges Frachtschiff im Tal ab. Es gehört zu den Streitkräften der Turomekia und an Board ist ein seltsames riesiges Gebilde. Von der Besatzung überlebt leider keiner, so das man von ihnen nichts über die Ladung erfahren kann. Die Bewohner haben aber auch gar nicht viel Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn schon kurze Zeit später entern weitere Schiffe der Turomekia unter Führung der Fürstin Kushana das Tal und besetzten es. Die Bewohner entwaffnen sie und nehmen sie gefangen.
Wie sich herausstellt befinden sich die Turomekia im Krieg mit den Pejite, von denen haben sie nämlich das seltsame Gebilde gestohlen, das einen übriggebliebenen Titanen aus dem Krieg in sich bergen soll.
Mit diesem wollen sie ihre Feinde besiegen, ihre Herrschaft sichern und das „Meer der Fäulnis“ niederbrennen. Doch damit schüren sie nicht nur Hass unter den verbliebenen Menschen, sondern sie beschwören auch noch den Hass der Omu herauf. Und wie die alte Frau sagte: „Der Zorn der Insekten ist der Zorn der Erde selbst.“

Meinung

Auch wenn es das Studio Ghibli offiziell erst seit 1985 gibt, so kann man Nausicaä doch als den ersten Ghibli Film bezeichnen, denn es war dieser Film und sein Erfolg der Tokuma und Miyazaki dazu brachte ein Jahr drauf Ghibli zu Gründen und mit Link Laputa den ersten offiziellen Ghibli Film zu veröffentlichen. Und genau wie der, so gibt auch Nausicaä ist ein beeindruckender Einstand.
Die Geschichte beinhaltet schon das was Miyazaki auch in seinen späteren Werken immer wieder verarbeiten sollte. Den Krieg und das Verhältnis von Mensch und Natur. Beides zusammengefügt in einer dramatischen Endzeitgeschichte, die über Verderb oder Gedeih der menschlichen Rasse entscheidet. Dabei erzählt der Film in bewegender weise von der blinden Zerstörungswut der Menschen, die selbst nach einem derart schrecklichen Krieg, das sie fast völlig ausgerottet wurden, immer noch so groß und präsent ist das ihr Mittel zur Problembewältigung immer noch Gewalt ist. Als hätten sie nichts gelernt lassen sie sich erneut von Macht überwältigen, bilden Soldaten aus und bauen Kriegsmaschinen um ihre Feinde, zu denen auch die Natur zählt, zu zerstören. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen wollen sie sich dazu auch noch eben einer jener Titanen bedienen die die Erde an den Rand der Vernichtung führten. Selbst als man ihnen die Wahrheit über die Fäulnis offenbart sind sie nicht bereit von ihren Plänen abzuweichen.
Eine düstere Vision unserer eigenen Unbelehrbarkeit.
So bleibt es an ein paar wenigen, alle anderen zu retten und den Mensch endlich wieder in Harmonie mit seiner Umwelt zu bringen. Das sie dabei auch noch der Angst und der Blindheit derer, die sie retten wollen, zum Opfer fallen ist der letzte krönende Schuss in dieser Geschichte.
Und die zeigte schon damals warum Miyazaki zu einem der ganz Großen werden sollte. Ihm gelingt eine spitzen Mischung aus Action, Dramatik und viel Gefühl. Man ist sofort mitgerissen und wenn die Helden zu scheitern drohen und die Arroganz und Dummheit der Militärs zu siegen scheint, dann starrt man gebannt und betroffen auf den Bildschirm und atmet erleichtert auf wenn sich das Blatt dann wieder wendet.
Ein wirklich fast perfekt inszeniertes Märchen.
Dazu bei tragen natürlich die fantasiereichen Designs die Myazakis Filme immer wieder auszeichnen. Ob nun die schaurig aussehenden Omu, die riesigen Schiffe, das wunderschöne Tal oder der düstere Pilzwald. Die Bilder schäumen gerade zu über von Atmosphäre und können für sich allein genommen schon begeistern. Selbiges gilt auch für die Charaktere.
Natürlich sieht man dem Film inzwischen sein Alter schon deutlich an. Die Zeichnungen sind zwar schön, können aber kaum mit aktuellen Ghibli Filmen mithalten. Wirken im Vergleich zu denen sogar fast etwas blass. Für die damalige Zeit dürften sie aber eine Offenbarung gewesen sein uns selbst verglichen mit dem heutigen Durchschnitt machen sie noch eine gute Figur. Die Animationen können sich da gleich mit einreihen. Kaum gibt es ein Standbild. Irgendwo bewegt sich eigentlich immer irgendwas. Und die Mühe die hinein gesteckt wurde erkennt man auch Heute noch sehr gut, wenn man zum Beispiel am Anfang betrachtet wie das Omu aus dem Wald bricht und wie das Holz wegfliegt, aufprallt, splittert und weiter fliegt.
Drittes großes Standbein ist natürlich auch die Musik, die hier noch nicht ganz so klassisch lastig, sondern eher mit Elektro-Synthie Sounds daher kommt. Dennoch aber meist wie die Faust aufs Auge passt und den Film gut ergänzt. Besonders der Kindergesang geht unter die Haut und sorgt perfekt für die nötige Stimmung.
So schafft auch dieser Film, was Miyazaki so ausmacht. Er fesselt, kann die Zuschauer mitreißen, bietet eine gute Moral und macht einfach Spaß. Er hat einfach eine gewisse „Herzlichkeit“, die auch seinen vielen Nachfolgern inne wohnen und die sie alle zu einem echten Erlebnis machen.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Kaze no tani no Naushika
Lauflänge:ca. 152 Minuten
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Jahr:1984
Regie:Hayao Miyazaki
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 6819
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-377.htm