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Yakuza Graveyard
Story

Der Polizist Kuroiwa eckt überall nur an. Bei den Yakuzabanden der Stadt ist der brutale Schnüffler äußerst unbeliebt, seine Freundin, die Frau eines Yakuzas den er erschoss, will nur Geld von ihm und auch bei den Kollegen im Revier findet er keinen Anschluss.
In der Stadt entbrennt inzwischen ein Krieg. Der Yamashiro-Klan beginnt im Bezirk der Nishida zu wildern und die Polizei hängt mittendrin, lassen sie sich doch von beiden Seiten gerne aushalten. Kuroiwa seinerseits beginnt, angewidert vom heuchlerischen Verhalten seiner Kollegen, Freundschaft mit Yakuzas des Nishida-Klans zu schmieden. Besonders Keiko, die Frau eines in Haft sitzenden Bosses, hat es ihm angetan. So verstrickt er sich immer mehr in den Nishida-Klan, doch die Polizeiführung schlägt sich auf die Seite der Yamashiro. Schließlich kommt es zum offenen Bruch zwischen Kuroiwa und der Polizei.

Meinung

Der im Jahr 2003 verstorbene Kinji Fukasaku zählt zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Regisseuren Japans. Im Westen ist er hauptsächlich für sein letztes Werk Link „Battle Royale“ bekannt, doch bereits Ende der 60er Jahre revolutionierte er das japanische Kino mit seinen harten und ungeschönten Yakuzafilmen. Waren die bis dahin mehr oder weniger immer strahlende „Helden“ der Ehre und Freundschaft verpflichtet, so machte Fukasaku aus ihnen rau und ungeschliffene Gangster, deren Klans nur Zweckbündnisse sind, die verraten w erden sobald dies als vorteilhaft erscheint. So auch in „Yakuza Graveyard“. Helden sucht man vergeblich. Selbst die „Sympathieträger“ des Films (wenn man sie überhaupt so nennen kann) sind brutal und grausam. Kuroiwa ist zwar einerseits als Polizist ein Vertreter des Guten und angewidert von der Anbiederei der Polizei bei den Yakuza, schlägt aber auch gern mal Verdächtige zusammen, platziert gefälschte Beweise bei ihnen und macht zum Schluss selbst gemeinsame Sache mit den Verbrechern. Seltsam dabei das das einzige was in dem Film wirklich auf Ehrlichkeit aufgebaut zu sei scheint, nämliche die Verbrüderung von Kuroiwa und Iwata, auch gleichzeitig das ist womit erstere seine bis dahin noch hochgehaltenen Prinzipien über Board wirft und sich nun unwiderruflich mit den Yakuzas einlässt.
Fukasaku erzählt die Geschichte dabei völlig schnörkellos und ohne aufgesetzte Dramatik oder gar Heroisierung. Das macht das ganze zwar einerseits realistischer, andererseits raubt es aber auch etwas die Spannung, weil einen der Film ohne das nicht so mitreißen kann. Das es auch keine wirkliche Figur zum identifizieren gibt unterstützt das natürlich noch. Es ist aber auch grade dieser düstere und kompromisslos harte Charme der „Yakuza Graveyard“ ausmacht. In der harten Welt der Yakuza bleibt eben kein Raum für große Sentimentalitäten oder Hoffnungsduselein. Hier wird hart und schnell getötet, ein Leben und eine Freundschaft sind nur solang etwas wert wie sie einem nützt. Und die Polizei steckt bis über beide Ohren mit im Sumpf. Das ist kein strahlendes Kino, das ist rauer Alltag. Nebenbei schneidet Fukasaku auch noch das Thema des in Japan latent vorhandenen Rassismus gegenüber den Nachbarn wie China oder Korea an. Für die damalige Zeit ein richtiger Tabubruch.
Das alles filmt er oft mit einer recht wackeligen Handkamera, was den Film optisch recht hektisch macht und den Zuschauer (und besonders dessen Augen) oft keine Ruhe lässt und den Film so auch schwierig zu sehen macht. Ich bin mir sicher viele wird diese Art schnell nervend abschalten lassen. Zum Gesamtbild passt es aber eigentlich recht gut, so hart und rau wie die Geschichte und die Charaktere ist eben auch die Optik. Dazu benutzt Fukasaku auch sehr selten kräftige Farben und lieber des öfteren sehr schräge Kameraeinstellungen. Hin und wieder lässt er das Bild auch an besonders prägnanten Stellen einfrieren oder arbeitet mit diversen Farbfiltern und anderen Verfremdungen. Am auffallendsten hier sicherlich der Selbstmordversuch von Keiko und die Wirkung der Wahrheitsdroge bei Kuroiwa.
Ich bin mir sicher so mancher „Battle Royale“ Fan der auf der Suche nach weiteren Filmen Fukasakus über diesen hier gestolpert ist war von dem was er gefunden hat wenig beigeistert. Wer aber auf Yakuza Filme steht und den recht eigenwilligen Stiel Fukasakus abkann, der wird hier bestens bedient. Fukasakus Bedeutung für den japanischen Film ist jedenfalls gewaltig und Leute wie Takeshi Kitano oder Takashi Miike zählen ihn zu ihren großen Vorbildern. Letzterer erwies ihm sogar die besondere Ehre, indem er Fukasakus Film „Graveyard of Honor“ ein Link Remake spendierte.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Yakuza no hakaba: Kuchinashi no hana
Land:Japan
Jahr:1976
Regie:Kinji Fukasaku
Medium:DVD (Rapid Eye Movies)
Lauflänge:ca. 92 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 7.jpg 7/10

Effekte:

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Sound:

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Story:

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 Gesamt:

  7/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-489.htm