MAIN

REVIEWS

Intern



 Valid HTML 4.01 Transitional

 Valid CSS!

 [Valid RSS]

Battle Royale
Story

Japan.

Das ganze Land liegt im Chaos. Auch an den Schulen herrscht die blanke Anarchie. Die Schüler verweigern den Unterricht und Gewalt, auch gegenüber den Lehrern, ist an der Tagesordnung. Doch das System schlägt zurück. Seine Waffe dabei ist das Battle Royal. Ein gnadenlos, grausamer Wettkampf um Leben und Tod. Initiator dieses makaberen Schlachtfestes ist Kitano. Ein verbitterter alter Lehrer. Jedes Jahr übernimmt er eine neue Klasse und führt sie in diesen grausamen Kampf. Diesmal hatt er sich die Klasse 9b der Zentsuji High School ausgesucht. So macht sich die Klasse nichts ahnend auf zu einem vermeintlichen Schulausflug, doch während der fahrt wird der Bus mit Betäubungsgas geflutet und die versammelte Schülerschaft erwacht wieder in einem alten Klassenzimmer. Dort werden sie von ihrem ehemaligen Lehere Kitano in die Regeln des BR eingeführt und müssen auch gleich feststellen das schluss mit lustig ist. Eine der Schülerinnen bekommt ein Messer in den Kopf weil sie schwatz. Und auch ein weitere Schüler muss gleich zu Anfang ins Gras beißen. Neben der
eigentlichen Klasse nehmen noch 2 weitrer Jugendliche am BR Teil, die beide noch eine besondere Rolle spielen sollen. Nach Beendigung der Einführung gehts dann für jeden der Schüler einzeln, mit seiner Kampfausrüstung raus auf die Insel und rein in den Kampf. 3 Tage haben die Jugendlichen Zeit sich gegenseitig abzuschlachten, bis nur noch einer übrig bleibt. Dabei tragen sie ein mit einer Explosivladung versehene Halsband, über das sie von der Kampfzentrale immer kontrolliert werden können. Sollte nach Ablauf der 3 Tagesfrist noch mehr als einer am Leben sein, sterben alle. So beginnt ein tödliches Katz und Maus Spiel und schon bald sind alte Freundschaften vergessen und alte Feindschaften kommen wieder hoch. Das Grauen nimmt seinen unaufhaltsamen Lauf.

Meinung

„Battle Royale“ ist der letzte Film des berühmten japanischen Regisseurs Kinji Fukasaku und gleichzeitig auch der für den er sich am meisten Kritik anhören musste. Schon bevor der Film in Japan im Kino anlief gab es erste Kontroversen um das heikle Thema und die schonungslose Art der Darstellung. Kein Wunder das sich auch deutsche Jugendschützer sofort gemüßigt sahen dem Film das Leben so schwer wie möglich zu machen und ihn am besten völlig von deutschen Landen fern zu halten.
Doch ist „Battle Royale“ wirklich die abartige Gewaltorgie die seine zahlreichen Kritiker immer wieder in ihm sehen wollen?
Nun, eines ist auf jeden Fall unstreitig, mit Gewaltdarstellung spart der Film nicht und auch wie die Gewalt dargestellt wird ist nichts für zarte Gemüter. Brutal wird da zu Werke gegangen und meist auch erschreckend die Sinnlosigkeit der Morde gezeigt. Warum wurde jetzt getötet? Viel zu oft ist die Antwort auf diese Frage einfach nur ein Missverständnis oder ein dummer Fehler. Exemplarisch wäre hier wohl die Szene im Leuchtturm zu nennen.
Eher selten sind die Taten geplant oder von Grausamkeit gekennzeichnet. Eigentlich sind es nur die Erwachsenen die hier wirklich kalt und berechnend handeln. Selbst bei den Jungendlichen bei denen es am Anfang so erscheint als wären sie herzlose Mörder, zeigt uns der Film in seinem Verlauf die Ursachen für deren handeln und macht sie uns damit irgendwie sympathisch und lässt sie uns etwas verstehen.
Generell gibt sich der Film viel Mühe in der Darstellung der Schüler. Es ist eben nicht damit getan das sie auf die Insel gekarrt werden und sich dann in einem einzigen großen Massaker gegenseitig abschlachten, so wie es einem so mancher Kritiker weis machen will. Besonders im längeren Directors Cut (den ich gegenüber der Kinofassung vorziehen würde) wird auch viel wert auf das Beziehungsgeflecht der jugendlichen untereinander und wie es sich in dieser Extremsituation entwickelt wert gelegt. Da gibt es die die sich in ihr Schicksal fügen, die die lieber flüchten und welche die sich auflehnen gegen das Unrecht das ihnen angetan wird. Manche bleiben Freunde, anderen scheint nur noch das eigene Überleben als wichtig zu gelten. Typisch menschliches Verhalten, reduziert auf eine Schulklasse.
Dabei helfen besonders die vielen Rückblenden, die Szenen aus dem Schulalltag der Jungen und Mädchen zeigen, um eine emotionale Beziehung zu den Charakteren auf zu bauen. Um so erschütternder und ergreifender ist es dann auch wenn wieder welche sterben müssen, begleitet von der grausam nüchternen Statistiktafel die uns den aktuellen Score in diesem Todesspiel mitteilt. Ein weiterer Punkt der zeigt wer hier wirklich die grausamen Täter sind und wer am Ende doch nur Opfer, auch wenn er töten musste.
„Battle Royal“ bietet wahrlich so viel mehr als bloßes Gemetzel und um so unverständlicher ist es, wie oft er doch auf selbiges reduziert wird.
Eventuell liegt das aber auch an der Art wie Fukasaku das ganze inszeniert. Mit fulminanten Bildern und durchgestylten Einlagen, bei denen er einen Mord auch schon mal in Zeitlupe und mit klassischer Musik unterlegt darstellt. Trotzdem wirkt das ganze nie glorifizierend, nie kommt ein Gefühl von „boah ist das geil“ oder „lol ist das funny“ auf. Die betreffenden Szenen haben eher die Wirkung von Faustschlägen in die Magengrube und zaubert wohl eher einen Kloß in den Hals, als ein Lächeln auf die Gesichter.
Einziger störender Punkt an der ganzen Sache ist allerdings der Psycho der als einer von zwei Freiwilligen am Battle Royale teilnimmt. Ich weiß nicht welche Bedeutung die Figur haben soll, aber auf mich wirkt sie eher unpassend und so ein bisschen als Alibi um die Schülerzahl einfacher zu dezimieren, da bei ihr kein aufwendiger Background geschaffen werden muss. Sie tötet halt einfach aus Spaß. Vielleicht wäre der Film aber auch zu lang und damit langweilig geworden, wenn man nicht diese Vereinfachung hineingenommen hätte. Auch so nimmt die Charakter- und Beziehungszeichnung schon viel Filmzeit in Anspruch.
Ein großes Plus muss an dieser Stelle auch noch fürs gute Schauspiel geben, denn die meisten der jungendlichen Darsteller machen ihre Sache wirklich gut und Kitano hat als wortkarger und nach außen hin gefühlloser Lehrer eh mal wieder eine Rolle die ihm wie auf den Leib geschneidert ist.
„Battle Royale“ ist einfach ein guter Film, von der tragischen Geschichte, über die imposanten Bilder, die passende musikalische Untermalung und die guten Darsteller stimmt eigentlich fast alles am Film. Er ist mal ruhig, dann wieder rasant und actiongeladen. Mal sehr gefühlvoll, dann wieder grausam und schockierend.
Ihn auf seine harte Gewaltdarstellung zu reduzieren zeugt lediglich für totales Unverständnis und wird ihm in keinster Weise gerecht.
„Battle Royale“ ist ein sehr guter Film, mit dem sich Kinji Fukasaku vor seinem Tod noch einmal ein beeindruckendes Denkmal gesetzt hat.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Bild 9

 Info
Originaltitel:Batoru rowaiaru
Land:Japan
Jahr:2000
Regie:Kinji Fukasaku
Medium:DVD (Marketing)
Lauflänge:ca. 121 Minute (DC)
Freigabe:JK geprüft
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 9.jpg 9/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 6731
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-242.htm