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Dororo
Story

In einer stürmischen Nacht betritt der Daimyo Daigo Kagemitsu einen Tempel in dem 48 Dämonen in Statuen gebannt gefangen gehalten werden, denen er einen Vorschlag zu unterbreiten gedenkt.
Daigos Frau ist schwanger und steht kurz vor der Geburt und im Gegenzug für Kriegsglück und Macht bietet Daigo jedem der Dämonen einen Körperteil seines ungeborenen Kindes an, damit sie mit Hilfe dessen aus ihren Gefängnis fliehen und sich wieder frei in der Welt bewegen können.
Mit einem heftigen Blitzschlag wird der Pakt besiegelt und als kurz darauf Daigos Sohn zur Welt kommt ist er furchtbar entstellt. Keine Gliedmaßen, keine Augen, Ohren, Nase oder Mund, und auch innere Organe fehlen ihm.
Auf Drängen ihres Mannes setzt seine Mutter ihn in einem Körbchen im Fluss aus und überlasst das Neugeborene seinem Schicksal.

Gefunden wird es schließlich von einem weisen Arzt und Schamanen, der es mit heilender Magie und künstlichen Körperteilen aufpäppelt, so dass es zu einem stattlichen jungen Mann heranwachsen kann.
Doch sein verwunschener Körper zieht allerlei Dämonen und böse Geister an, so das er, inzwischen auf den Namen Hyakkimaru hörend, seinen Ziehvater schließlich verlassen muss und sich auf in die Welt macht um die 48 Dämonen zu jagen und zu töten und sich seine Körperteile von ihnen zurückzuholen.
Zur Seite steht ihm dabei die junge Waise Dororo, selbsternannter bester Dieb der Welt und schon bald treuer Freund mit dem Hyakkimaru es nicht nur mit den verschiedenen Dämonen, sondern schließlich auch mit seinen Vater aufnehmen muss.

Meinung

„Dororo“, die Geschichte eines verwunschenen Kindes, dem Dämonen noch vor seiner Geburt 48 Körperteile gestohlen haben, und das anschließend in einem Fluss ausgesetzt wurde, gehört zum breiten Gesamtwerk des japanischen Comic-Meisters Osamu Tezuka, der auch schon mal als „Gott des Manga“ bezeichnet wird.
Dabei repräsentiert er eine Phase in Tezukas Schaffen, in dem dieser inspiriert durch den Erfolg der „Gekiga“-Manga (eine Gegenbewegung zu den bis dahin rein an jüngere Kinder gerichteten Manga, mit denen auch Tezuka seine ersten großen Erfolge feierte), auch seinen eigenen Werken eine neue, düsterere Note verlieh, die sich deutlich an ein älteres Publikum richtete.

„Dororo“ befindet sich da irgendwie ein bisschen zwischen beidem.
Während die Zeichnungen, besonders die Figuren, im Vergleich zu späteren Werken wie Link Ayako oder Link MW noch sehr niedlich gehalten sind, ist die Geschichte die sie erleben doch recht düster und stellenweise auch blutig und grausam und so manche, eigentlich sehr sympathische Figur erleidet ein schlimmes Schicksal.
Andererseits streut Tezuka aber auch immer wieder lustige Momente ein, bedient sich z. B. klassischem Comic-Slapstick oder bricht den logischen Rahmen seiner Geschichte auf ironische Weise in dem er seine Figuren direkt zum Leser sprechen oder sie Dinge sagen lässt die überhaupt nicht zum Historischen Setting passen. (so reden sie z. B. über Baseball oder Science Fiction)
Ganz allgemein ist Tezuka etwas inkonsequent mit seiner Geschichte. Baut er zu Beginn noch einen epischen Rahmen auf, in dem er seinen Helden nicht nur zwingt quer durchs Land zu Reisen und gegen 48 Dämonen zu kämpfen (die ja auch erst einmal gefunden werden wollen), sondern ihn auch dadurch zu einem Getrieben macht, das er überall, hat er den lokal hausenden Dämon erst einmal besiegt, aus Angst vor seinem verwunschenen Körper von den Anwohnern wieder vertrieben wird.
Das bietet ja eigentlich eine tolle Grundlage für eine große Rache-Geschichte in der neben all der Monsterhatz und schließlich natürlich der Konfrontation mit den eigenen Eltern, auch noch viel Raum für tragische Liebesgeschichten wäre oder einfach nur dafür Einblicke ins damalige japanische Leben zu geben.
An all dem ist Tezuka auch sichtlich gelegen und er versucht es, aber irgendwie hat ihm wohl doch etwas die Puste dafür gefehlt. Vielleicht war er noch zu unerfahren, vielleicht hatte er zuviel andere Projekte parallel am Laufen oder einfach nur mittendrin das Interesse an der Thematik verloren, wer weiß.
Jedenfalls fängt er nach ca. der Hälfte an die Geschichte sichtlich zu beschleunigen, was am Schluss darin endet das Hyakkimaru nicht nur zu plötzlich final mit seinem Vater zusammenstößt, sondern das er im gleichen Atemzug auch noch einen Super-Dämon bekämpfen muss in dem all die übrigen Dämonen drin stecken die er bis zu diesem Moment noch nicht gefunden und getötet hatte. Das ist dann doch einfach etwas zu viel des Guten.
Sicher kann man sich fragen ob es nicht vielleicht etwas zu langatmig geworden wäre wenn man jeden der 48 Dämonen einzeln abgehandelt hätte. Die Gefahr besteht definitiv, es hätte einem wirklich großen Autor gebraucht all die Klippen zu umschiffen und eine Geschichte dieses Ausmaßes sicher zu Ende zu erzählen, aber wer wenn nicht der große Tezuka hätte den dieser Autor sein sollen?
Ich finde es schade das er es nicht versuch, sondern stattdessen quasi eine Abkürzung genommen hat. Mir kam das Ende der Geschichte einfach zu plötzlich und zu kurz war es auch. Da hilft es auch nichts das am Ende doch noch einige Dämonen entkommen konnten und mit einem einsam in den Sonnenuntergang wandernden Helden alle Türen für eine mögliche Fortsetzung offen gehalten wurden.

Nichts desto trotzt gelingt es Tezuka aber dennoch eine interessante Geschichte zu erzählen, die vor allem durch ihre sympathischen Figuren und den charmanten Witz des Meisters besticht. Für die damalige Zeit war es sicher ein außergewöhnliches Werk und es ist ein weiteres gutes Beispiel, nicht nur für Tezukas scheinbar unerschöpfliche Kreativität mit der er selbst bekanntesten Motiven (z. B. das Aussetzen des Kindes im Fluss wie bei der Geschichte Moses) neues Leben einhauchen kann, sondern auch für sein beständiges Bestreben sich weiter zu entwickeln und neue Dinge auszuprobieren, die nicht nur der Entwicklung des Manga, sondern auch der des Anime zugutekamen.

Cover

Bild 1

 Info
Verlag:Vertical Inc.
Zeichnung & Story:Osamu Tezuka
Jahr:1967

 Bewertung

Grafik:

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Story:

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 Gesamt:

  7/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-1033.htm