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Heimweg
Dank seinen beiden Filmen "Leben!" und "Not One Less" gehört Zhang Yimou für mich eh schon zu den besten Filmemachern die China in letzter Zeit zu bieten hatte und hat, und mit diesem wunderschönen Liebesdrama kann er diese Position bei mir nur noch weiter festigen.
Als Vorlage für seine Geschichte, hat Yimou sich dabei die Novelle "Remembrance" von Bao Shi ausgesucht.
Dabei beginnt der Film erst einmal ziemlich nüchtern und kühl in einem eher unfreundlichen schwarz/weiß im Winter, das die ganze Landschaft wenig einladend wirken lässt. Auch die Mutter wirkt fürs erste wenig sympathisch und ihr stures beharren auf der alten Tradition des "Heimtragens" erscheint eher als unnötige Verkomplizierung des ganzen Beerdigungsprozesses. Auch das sie ewig lang in der Kälte vor der Schule sitzt und auch unbedingt gleich noch ein Tuch für den Sarg weben muss, kommt einem eher als die Schrullen einer alten, nun einsamen und t ... (weiter)
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Battles Without Honor and Humanity
Mit "Battles Without Honor and Humanity" schuf Regisseur Kinji Fukasaku (Battle Royale) einen Meilenstein des Yakuzafilms und stellte dabei das ganze Genre auf den Kopf.
Dem bis dahin edlen Yakuza, der noch im Sinne der Traditionen mehr wie ein Samurai bzw. ehrenhafter Ronin auftrat, stellte er hier den völligen moralischen Zusammenbrauch der "ehrenwerte Gesellschaft" gegenüber, in dem die Hauptfigur nur mehr wie ein Fossil, ein lebendes Relikt wirkt, das schon lang den Anschluss an die moderne Zeit verloren hat.
Beginnt die Geschichte des Clans anfänglich noch sehr familiär, so sind es besonders Shozos lange Gefängnisaufenthalte die ihn mehr und mehr von der Realität entfremden und mit jeder Entlassung steht er einer Welt gegenüber die sich mehr vom alten Kodex verabschiedet hat.
So gelingt Fukasaku hier auch ein ungeschönter Blick auf die Nachkriegsentwicklung Japans, die dessen dunkle Seite beleuchtet.
Erzählt ... (weiter)
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