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Nausicaä aus dem Tal der Winde
Story

Tausend Jahre ist es nun schon her, dass die Menschen in einem abscheulichen Krieg, genannte die „Sieben Tage das Feuers“, mit Hilfe gigantischer Titanen ihren eigenen Untergang einläuteten. Seit dem ist ein Großteil der Erde von giftigen Pilzen bedeckt, die riesige Wälder, „Meer der Fäulnis“ genannt, bilden die von Rieseninsekten bewohnt werden.

Die wenigen überlebenden Menschen haben sich in einige sichere Regionen zurück gezogen und versuchen dort nun so gut wie es geht der Fäulnis zu trotzen. Eines dieser Gebiete ist das Tal der Winde, das durch seinen anhaltenden Wind vor den Sporen der Pilze geschützt ist.
Hier lebt die junge Nausicaä, die schon als Kind eine besondere Gabe für den Umgang mit Pflanzen und Tieren hatte und scheinbar regelrecht mit ihnen kommunizieren kann.

Doch nicht alle Menschen haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und ein neuer Krieg zwischen den verfeindeten Königreichen Torumekia und Doruk droht die wenigen noch verbliebenden Bastionen der Menschheit zu gefährden.
Auch Nausicaä und ihr Volk werden in den Krieg mit hineingezogen und als sich die verfeindeten Parteien an der alten Technologie und erneut an der Natur selbst zu vergreifen beginnen liegt es an ihr die Menschheit vor ihrer endgültigen Auslöschung zu bewahren.

Meinung

Die Geschichte rund um die tapfere Heldin „Nausicaä, aus dem Tal der Winde“ kennen die meisten Manga/Anime Fans wohl eher durch den Link gleichnamigen Kinofilm. Wie dieser Manga stammte auch der Film von Hayao Miyazaki, der beides mehr oder weniger parallel entwickelte. Mit dem Manga begann er 1982 und 1983 erschien der erste Sammelband, der Film folgte nur ein Jahr später und damit lang vor dem Ende des Mangas im Jahre 1994. Entsprechend wurde im Film nur ein Bruchteil der Geschichte des Mangas umgesetzt und diese noch dazu soweit verändert das sie als eigenständige Geschichte funktioniert.
So behandelt die Geschichte des Films ungefähr die ersten beiden Bände des Mangas und findet ihren Höhepunkt in dem Plan mit einem verwundeten Omu-Jungen eine ganze Herde der Rieseninsekten auf eine feindliche Stadt loszulassen.
Im 7bändigen Manga erzählt Miyazaki derweil die ganze, epische Geschichte des Krieges zwischen Doruk und Torumekia, der sich nach dem oben genannten Vorfall erst so richtig entspinnt. Dabei werden etliche weitere wichtige Figuren eingeführt. Die Priesterkaste Doruks und das umekische Königshaus torwerden viel ausführlicher behandelt und auch die Hintergründe rund um die große Katastrophe der „Sieben Tage das Feuers“, die Superwaffen in Form der Titanen und vor allem das Schicksal der damaligen Menschheit werden im Verlauf dieses langen Krieges Stück für Stück herausgearbeitet und verschaffen einem so ein viel umfangreicheres Bild von Miyazakis mahnender Endzeitvision von ökologischer Zerstörung und übermütigen Menschen die meinen Gott spielen zu müssen.

Das ist einerseits, besonders auch wenn man den Film bereits kennt, sehr interessant und bietet wie gesagt wirklich jede Menge neue und zusätzliche Informationen die Helfen die Welt Nausicaäs besser zu verstehen. Andererseits muss ich aber auch sagen dass der Krieg in seiner sehr langen Schilderung doch etwas unübersichtlich wird. Immer neue, in den Fokus der Geschichte tretende, Personen und Fraktionen erfordern mit der Zeit doch eine Menge Aufmerksamkeit um nicht irgendwann den Überblick zu verlieren.
Bestehende Grüppchen von Protagonisten werden getrennt und über die Lande verstreut, schließen sich mit neuen Figuren zu neuen Gruppen zusammen, treffen sich wieder, tauschen Leute aus, um anschließend erneut getrennt voneinander weiter zu agieren. Irgendwann weiß man nicht mehr so recht wer ist jetzt gleich noch mal wo mit wem am kämpfen?
Ganz besonders wenn man zwischen den einzelnen Bänden dann auch noch warten muss bis endlich der Neuste raus kommt. Da ist man wirklich am besten beraten alle Bände auf einmal zu kaufen und dann hintereinander weg zu lesen.

Ansonsten hat aber auch der Manga im Grunde all das was man an Miyazaki so liebt.
Seine fantasiereichen Welten und Figuren mit ihren schönen Designs und seine sympathischen Figuren, die über sich hinauswachsen und die von einer tiefen Liebe zu Mensch und Natur angetrieben werden. Dazu eine Geschichte die nicht auf einfache gut-böse Klischees setzt, sondern sich bemüht alle Fraktionen differenziert darzustellen und zu hinterfragen und die es schafft einem am Ende, trotzt vieler dramatischer und auch grausamer Momente, das Gefühl zu geben das es mit der Menschheit noch nicht hoffnungslos ist, sondern in jedem ein guter Kern schlummert der nur geweckt und werden muss.

Also wer den Film kennt und liebt, der ist mit dem Manga sicher auch gut bedient. Zwar gefällt mir der Film am Ende ein bisschen besser, weil die Geschichte in ihm einfach kürzer und knackiger, trotzdem nicht weniger wirkungsvoll, erzählt wird, aber trotzdem war der Manga eine tolles Leseerlebnis. Da ist es eigentlich nur Schade das der Meister nicht öfter auch mal zur Feder greift, anstatt Filme zu drehen. (oder nein, bitte nicht *anstatt*, lieber zusätzlich!)

Cover

Bild 1

Bild 2

Bild 3

 Info
Verlag:Carlsen Comics
Zeichnung & Story:Hayao Miyazaki
Jahr:1983

 Bewertung

Grafik:

 7.jpg 7/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4278
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-996.htm