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Excel Saga
Story

Ausgerechnet an ihrem letzten Schultag wird das hyperaktive Mädchen Excel unglücklicherweise von einem LKW überfahren und stirbt.
Doch Glück im Unglück, höhere Mächte beleben sie wieder und fortan steht sie im Dienste der geheimnisvollen Organisation ACROSS und ihrem Befehlshaber Lord Ilpalazzo, in den sich Excel verliebt.
Ihre Aufgabe ist es fortan die Eroberung der Stadt F in der Präfektur F vorzubereiten. Ihr zur Seite steht ihre stark kränkelnde Kollegin Hyatt und ihre Notration in Form eines Hundes namens Menchi.
Ihnen entgegen stehen die Mitarbeiter des „Department of City Security“, deren Aufgabe es ist die Stadt zu schützen und die auch noch direkt neben Excel und Hyatt wohnen, ohne je zu bemerken wer die jeweils anderen in Wirklichkeit sind.
Außerdem lernt Excel bei einem ihrer zahllosen Aushilfsjobs den Gastarbeiter Pedro kennen, der bei einem schrecklichen Arbeitsunfall ums Leben kommt, ebenfalls wiederbelebt wird und fortan um seine Frau und seinen Sohne kämpfen muss, die plötzlich mit seinem ehemaligen Arbeitskollegen Gomez zusammen leben.

Meinung

„Excel Saga“ ist ein absoluter Klassiker im Genre der Anime-Parodien und eine Serie die von Anbeginn die Gemüter gespalten hat.
Ich weiß nicht ob man diese Serie als so etwas wie die Geburtsstunde des völlig durch geknallten Anime-Humors bezeichnen könnte, aber es ist auf jeden Fall die erste Serie an die ich mich erinnern kann in der es wirklich keine Grenzen mehr gegeben hat wie grotesk und verdreht die Gags und überhaupt das ganze Konzept sein durfte. Link Graduation: Sailor Victory wäre vielleicht ein früheres Beispiel, aber es ist doch noch deutlich harmloser.
Und auch wenn derartige Comedy sich heute als feste Größe in der Animelandschaft etabliert hat (aktuell erfolgreiche Beispiele wären Link Nichijou oder in Teilen auch Link Seitokai Yakuindomo) gibt es kaum einen Nachfolger, mal abgesehen vom Excel-eigenen Spin-Off Link Puni Puni Poemi, der Excel in diesem Bereich das Wasser reichen könnte.

Nicht umsonst lautet der volle Titel auch „Quack Experimental Anime Excel Saga“, und des Experiment ist hier ganz wörtlich zu verstehen.
Die eigentliche Rahmenhandlung rund um die Eroberungspläne der Geheimorganisation ACROSS ist nur der Aufhänger für immer neue Parodien, bei denen meist jeweils in einer Folge ein bestimmtes Genre aufs Korn genommen wird.
So gibt es eine Folge die ihre Geschichte im Stil eines Sport-Anime a la Link Kickers oder Link Mila präsentiert, eine als Magical Girl Show oder Tier-Anime, Space Opera (vor allem nach Art von Link Leiji Matsumoto), Musik-Anime oder sogar Endzeit Show als Parodie auf Link Fist oft he North Star.
In „Excel Saga“ wird wirklich so ziemlich alles durch den Kakao gezogen das in den 70er, 80er und 90er Jahren erfolgreich war und auch so mancher Uralt-Klassiker von davor.
Präsentiert wird das Ganze dann in einem ständigen Trommelfeuer aus Nonsense, Slapstick und Wortwitzen (besonders Excel ist bekannt und gefürchtet für ihre meist eher lahmen Sprüche), für deren Verständnis man entweder sehr fortgeschrittene Kenntnisse der japanischen Sprache oder aber äußerst ausführliche Untertitel benötigt.
Generell setzt die Serie profunde Otaku-Kentnisse voraus. Wer in der Welt der Japanimation der letzten 30 Jahre des 20Jh. nicht fit ist, an dem dürften die meisten Parodien wohl nur in Form von großen Fragezeichen vorbeiziehen.

Bliebe dann nur noch der universelle Nonsense-Humor und der ist einfach absolute Geschmackssache.
„Excel Saga“ ist eine Serie die liebt man entweder oder aber man hasst sie. Für nicht wenige bedeutet eine Folge Excel wohl eine höchste Beanspruchung ihrer Nerven und eine unbedingte Affinität zur Groteske ist eigentlich unumgänglich um von Excel sprachlichen Schnellfeuersalven kein Ohrenbluten zu bekommen.

Ich hab an anderer Stelle einmal gelesen dass man „Excel Saga“ mit Filmen wie „Airplane“ oder „Nackte Kanone“ vergleichen könnte, das stimmt zum Teil. Gemeinsam mit diesen hat die Serie ihren Nonsense-Humor und vor allem die ungeheure Gag-Dichte, bei der eigentlich in jeder Sekunde irgendwie, irgendwo, und sei es im allerletzten Winkel im Hintergrund, irgendetwas Ausgefallenes passiert. Nur ist bei Excel (wohl auch durch den anderen kulturellen Hintergrund) alles noch etwas schräger und abgedrehter und unverständlicher.

Zu guter Letzt versucht man dann in der abschließenden Bonus-Episode, die es aus verständlichen Gründen nie ins TV geschafft hat und die erst auf der DVD-Veröffentlichung zu sehen war, noch einmal alle Grenzen zu sprengen die auch in Japan für TV-Unterhaltung gelten und geht in Sachen Gewalt und Sex und heikle Themen bis ans Limit.

Für Fans ein krönender Abschluss einer Serie die sich kaum mit einer anderen vergleichen lässt, für die Kritiker wohl eher der geschmacklose Höhepunkt eines Haufen von Nerv tötenden Mülls.
So oder so kommt man aber nicht drum herum zuzugeben das „Excel Saga“ den Anime-Humor auf eine ganz neue Ebene gebracht hat, ob nun im positiven oder negativem Sinne sei mal dahin gestellt.
Nach ihr kamen weitere, erfolgreiche Serien nach dem gleichen Konzept und selbst in eher ruhigeren Comedy-Serien haben „Excel-Momente“ als Humorspitzen ihren festen Platz gefunden.
Auch wenn man vielleicht keine 26 Folgen durchhält, zumindest eine oder ein paar sollte man sich schon mal ansehen, einfach nur um zu sehen wie extrem abgedreht japanischer Humor sein kann.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Heppoko Jikken Animation Excel Saga
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:26
Jahr:1999
Regie:Shin'ichi Watanabe
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 7.jpg 7/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 3562
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-995.htm