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Trapeze
Story

Ein Junge der süchtig nach seinem Handy ist, ein Yakuza der panische Angst vor spitzen Gegenständen hat, ein einsamer Mann der von seiner Freundin verlassen wurde und sich seit dem mit einer Dauererektion herum plagt oder ein Kinderstar der einfach nicht von seinem alten Ruhm loslassen kann, sie alle kommen in die Praxis von Dr. Irabu. Der exzentrische Psychiater ist zwar bei seinen Kollegen nicht besonders hoch angesehen und genießt nicht unbedingt den besten Ruf, doch seine speziellen Behandlungsmethoden zeigen Erfolg.

Meinung

„Trapeze“ (bzw. „Kuuchuu Buranko“ im Original) ist die Anime-Umsetzung einer erfolgreichen Link japanischen Link Roman-Link Trilogie von Hideo Okuda.
Dabei erzählt die Serie jeweils in einer Episode eine der Geschichten aus den drei Büchern, die für das TV-Format mal mehr, mal weniger abgewandelt werden. Ausnahme ist hierbei die letzte Geschichte, die so in den Büchern nicht vorkommt.
Ansonsten hält sich die Serie aber recht nah an die Vorlage, wobei sie die einzelnen Geschichten natürlich für eine Laufzeit von knapp 25 Minuten etwas straffen muss, dafür allerdings viele Querverbindungen zwischen den einzelnen Episoden einbaut und außerdem in kurzen Zwischensequenzen einen weiteren Doktor auftreten lässt, der zu den jeweils behandelten Erkrankungen kurze Erläuterungen einstreut.
Der Fokus liegt dabei aber weiter auf den beiden Säulen die schon die Bücher getragen haben, einerseits der Humor der oftmals absurden Situationen in die die Protagonisten durch ihre Erkrankung, aber vor allem auch durch Irabus Behandlungsmethoden gebracht werden, und andererseits wiederum auf der Alltäglichkeit der Figuren und ihrer Probleme, die uns eigentlich genauso treffen könnten und Identifikationsfläche bieten. So sind die Ursachen der Erkrankungen der verschiedenen Patienten durchweg im normalen Alltag, bzw. auch besonders in den Zwängen und Rollenbildern zu finden, die die Gesellschaft ihnen aufzwingt.
In diesem Sinne, und in der letzten Episode wird dies auch noch einmal besonders deutlich gemacht, ist Dr. Irabu auch eine gewisse Mahnung an uns alle uns mehr um uns selbst und auch um unsere Mitmenschen zu kümmern und uns auch im rauen Klima und im Druck unserer Zeit genügend Raum und Zeit zu lassen uns auf unsere emotionalen Bedürfnisse zu besinnen.

Was den Anime allerdings von den Büchern in erster Linie unterscheidet, das ist natürlich das er unserer Fantasie einiges an Arbeit abnimmt. Statt uns selbst Vorzustellen wie alles wohl so aussieht oder sich anhört bekommen wir es hier fertig vorgesetzt und das kann sich ordentlich sehen lassen.
Gemäß dem psychologischen Anlass, hat man sich für eine recht psychedelische Präsentation entschieden. Knallbunt gemischte Farben und Formen bestimmen das Bild der Irabu-Praxis und oftmals auch der Umgebung der Patienten. Unser Lieblingspsychiater selber wird abwechselnd als übergewichtiger Mann mit Teddykopf, als blonde Ärztin mit Brille oder als kleines Kind dargestellt (oftmals je nach Phase der Behandlung), die Patienten hingegen oftmals mit einem Tierkopf der ihrem verzerrten Selbstbild entspricht. Unwichtige Randfiguren erscheinen nur als zweidimensionale, bewegliche Pappfiguren, Mayumi hingegen entweder normal gezeichnet oder größtenteils als eingearbeitete Realaufnahme einer Schauspielerin, was dann wiederum auch für die Gesichter der Patienten gilt, wenn sie nicht gerade ihre Tierform haben.
Auch bei der Umgebung herrscht eine Mischung aus gezeichnet und bearbeiten Real-Aufnahmen, was der Serie alles zusammen einen wirklich sehr experimentellen und ungewöhnlichen, aber für ihr Thema auch irgendwo sehr passenden Look verleiht.

So wird der Irrwitz der Originalgeschichten auch auf die visuelle Ebene übertragen, was ziemlich gut funktioniert. Allerdings muss ich im Gegenzug auch sagen das ich das Gefühl hatte das die Serie im Vergleich zu den Büchern etwas entschärft werden musste, denn ganz so weit wie Irabu dort teilweise in seinen „Therapien“ geht (manchmal über den Rand der Legalität hinaus) darf er sich hier nicht austoben. Dafür wurde mit den wissenschaftlichen Einspielungen etwas mehr Seriosität in sein Wirken gepackt.

Das sind aber verschmerzbare Anpassungen und am Ende würde ich trotzdem jedem Irabu Fan, der sich auch mit Anime anfreunden kann, unbedingt empfehlen in diese Serie mal rein zu schauen. Es mag zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber es ist am Ende doch wirklich Irabu wie man ihn kennt und schätzt. Und im Umkehrschluss gilt die Empfehlung natürlich auch für alle Animefans die gern mal etwas außergewöhnlichere Serien sehen.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Kûchû buranko
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:11
Jahr:2009
Regie:Kenji Nakamura
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4073
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-946.htm