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Flüstern des Meeres - Ocean Waves
Story

Morisaki und Matsuno sind seit einer gemeinsamen Protestaktion wegen einer abgesagten Klassenfahrt beste Freunde, auch wenn sie eigentlich recht unterschiedlich sind und in verschiedene Klassen gehen.
Doch ihr Verhältnis beginnt sich zu verändern, als eine neues Mädchen, Rikako, aus Tokyo an ihre Schule versetzt wird. Obwohl sehr hübsch und deshalb gleich bei allen Jungs beliebt, kann sie sich nur schwer an das Leben in der weit entfernten Kleinstadt gewöhnen und findet keinen rechten Anschluss an die anderen Mädchen.
Auch Morisaki hat sich in die neue verliebt und kann dank seiner Funktion als Schülersprecher auch leicht mit ihr in Kontakt kommen, doch dann bittet Rikako auf einer Klassenfahrt plötzlich Matsuno ihr eine größere Summe Geld zu leihen was darin endet das die beiden sich schließlich in einem Hotel in Tokyo wiederfinden, was sich in der Schule anschließend natürlich rasend schnell verbreitet.

Meinung

Die 1993er TV-Produktion „Flüstern des Meeres“ aus dem bekannten Studio Ghibli erzählt eine eigentlich ziemlich einfache und unspektakuläre Teenager Geschichte rund um die Dreiecksbeziehung zwischen zwei Freunden und ein Mädchen in der Oberschule. Die Freundschaft der beiden Jungs wird dabei auf die Probe gestellt denn beide sind irgendwo an dem neuen Mädchen interessiert, aber der eine steckt zugunsten des anderen, der sich eher zu seinem Interesse an ihr bekennt, zurück, was eine angespannte Situation schafft die sich noch verstärkt als sie mehr oder weniger durch einen Zufall ausgerechnet mit dem der dem anderen den Vortritt lassen wollte einen Ausflug nach Tokyo unternimmt.
Das könnte sich jetzt in eine richtig fieses oder herzschmerzendes Beziehungsdrama entwickeln, mit jeder Menge Tränen und Geschrei und bösen Worten, aber erfreulicher Weise bleibt „Flüstern des Meeres“ hier ganz gelassen auf dem Teppich, verzichtet auf jegliche Übertreibungen und Überspitzungen, sondern erzählt die Geschichte lieber bodenständig und ganz unaufgeregt, so wie sie wohl auch im wirkliche Leben ablaufen würde.
Jeder der Personen ist irgendwie gefangen in ihrer, wie es am Ende so schön heißt, zu kleinen eigenen Welt und schafft es nicht daraus auszubrechen. So verhindern Missverständnisse, zurückgehaltene Gefühle und unausgesprochene Worte die eigentlich von allen ersehnte Auflösung der angespannten Verhältnisse und stattdessen geht man am Ende einmal mehr bittererweise auseinander ohne seine Möglichkeiten/Chancen genutzt zu haben.
Das ist zwar einerseits sehr traurig, andererseits aber eben Lebensrealität wie sie jeden Tag passiert, und es ist immer wieder schön Filme zu sehen die den Mut haben auf publikumsziehenden großen Pathos zu verzichten um sich der schwierigen Aufgabe zu widmen solch alltägliche Dinge, einfache Realität auf die Leinwand (bzw. in diesem Fall TV-Bildschirm) zu holen. Denn mit große Geschichten lässt sich leicht unterhalten, aber auch die kleinen so zu erzählen das sie die Leute begeistern ist schon schwieriger. Um so schöner wenn es wie hier so einfühlsam gelingt Charaktere aufzubauen in denen sich wohl jeder irgendwie wiederfinden kann und deren Probleme uns wohl allen irgendwie vertraut vorkommen. Unerfüllte Liebe, Freundschaft, die Suche nach dem eigenen Platz im Leben, wer muss sich nicht damit rumschlagen?
All das verpackt „Flüstern des Meeres“ in klassisch hochwertige Ghibli Bilder, wie man sich selbst bei einer TV-Produktion nicht anders vom Studio erwartet hätte. Mit einfachen Designs, die vor allem an die Filme Takahatas erinnern, und durchweg überdurchschnittlichen Zeichnungen und Animationen schafft man es eher zurückhaltende Bilder (eher blasse Farben herrschen vor) zu erschaffen die perfekt die Stimmungen vermitteln können.

So ist „Flüstern des Meeres“ letztendlich ein weiterer Beweis dafür das scheinbar fast alles zu Gold wird wo Ghibli seine Hände im Spiel hat. Zwar kann sich der Film nicht unbedingt mit den größten Meisterwerken des Studios messen, es hat weder die überschäumende Fantasie eines Myazaki noch die tiefe Persönlichkeit eines Takahata, aber wem Filme wie Link Only Yesterday oder Link Byousoku 5 Centimeter gefallen der liegt auch mit „Flüstern des Meeres“ sicherlich richtig.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Umi ga Kikoeru
Lauflänge:ca. 72 Minuten
Freigabe:FSK ohne Altersbeschränkung
Jahr:1993
Regie:Tomomichi Mochizuki
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 6393
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-817.htm