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Only Yesterday
Story

Taeko Okajima ist 27 Jahre alt und arbeitet als Angestellte in einem Büro in Tokyo, hat allerdings einen Erholungsurlaub bei Verwandten auf dem Land vor sich.
Doch die Reise soll viel mehr werden als nur ein einfacher Ausflug. Schon auf der Hinfahrt überkommen Taeko Erinnerungen an ihre Kindheit und diese sollen sie auch die gesamte Reise über nicht wieder los lassen.
So entwickelt sich der Urlaub zu einer Art Selbstfindungstrip, auf dem Taeko über ihre bisheriges Leben und ihre Zukunft nachdenkt. Immer neue Begebenheiten aus ihrer Kindheit fallen ihr wieder ein, während sie ihren Verwandten bei der Landarbeit hilft und die schöne Natur genießt. Aber auch in der Gegenwart geht es weiter. Schon bei ihrer Ankunft lernt sie einen netten Jungen Mann kennen und die beiden verstehen sich auf Anhieb.

Meinung

So formt Takahata eine wunderbare Geschichte, basierend auf eine Manga von Hotaru Okamoto und Yuko Tone, in der es nicht nur um Kindheitserinnerungen geht, sondern auch um elementare Dinge des Lebens. Um Träume und Enttäuschungen, Liebe und Geborgenheit, Unsicherheit und Zwänge. Immer wieder wechselt der Film zwischen Gegenwart und Vergangenheit und versucht eine Brück zu schlagen zwischen beidem. „Warum bin ich geworden was ich bin?“, ist wohl eine der Fragen denen Taeko anhand ihrer Erinnerungen nachgeht. Dabei sind diese mal schön mal weniger. Teilweise leise, amüsante Rückblicke auf kindliches Verhalten, manchmal aber auch schmerzhafte Ereignisse und verpasste Chancen. Doch auch die machen den Menschen aus. Nichts wäre heute wie es ist, wär es damals nicht gewesen wie es war, um mal eine Musikerin zu zitieren.
Viele der Probleme sind dabei nicht mal solche die speziell nur Taeko betreffen. Oft geht es um ganz allgemeine Dinge. Der Kampf gegen alte Traditionen die einen Einschränken. Der Kampf der Kreativität gegen sture Lehrpläne.
Aber auch im hier und jetzt setzt sich das fort. So handelt der Film z.B. auch von der immer weiter gehenden Technologisierung. Dem Gegenüberstehen von Stadt- und Landleben, welches von Städtern gern als rückständig verspottet wird. Von einem Leben mit und mitten in der Moderne und einem Leben im Einklang mit der Natur. Dabei zeigt er uns auch die Schönheit in den einfachen Dingen, das die Blumen auch schon wunderschön sind, bevor sie geerntet, in der Industrie verarbeitet und am Ende im Handel verkauft werden.
Ach es gibt einfach so viel was dieser Film zu sagen hat, man kann es nicht in ein paar Worte zusammenfassen.
Aber trotz all dieser Anliegen ist „Only Yesterday“ mehr als alles andere ein Charakterfilm. Im Grunde dreht sich die gesamte Geschichte um Taeko und ihre Entwicklung. Sie fühlt, dass sie mit ihrem jetzigen Leben nicht wirklich zufrieden und will eine Veränderung, nur was für eine? Der Urlaub soll ihr vor allem auch Gelegenheit geben sich selbst zu finden und genau über diesen Punkt nachzudenken und so fokussiert sich der Film dann auch genau darauf. Dabei wird das Ende mehr oder weniger offen gelassen, während der Credits bekommen wir einen Hinweis darauf wie es mit Taekos Leben weitergeht, aber wirklich erfahren tun wir es nicht.
Das der Film bei all dem nicht langweilig wird liegt vor allem an der Art, wie Takahata das ganze gestaltet. Der Film hat einfach so etwas herzliches. Auch wenn mal traurige und melancholische Szenen kommen, irgendwie strahlt er immer eine hoffnungsvolle Wärme aus.
Die unheimlich sympathischen Charaktere, allen voran Taeko mit ihrem Lachen und Toshio mit seinem kleinen Tick beim sprechen, haben sicherlich einen großen Anteil daran. Und selbst etwas rauere Charaktere wie Taekos Vater wirken nicht wirklich negativ.
Ein weitere Punkt sind natürlich auch die tollen Bilder, die je nach Wechsel zwischen Gegenwart oder Vergangenheit in kräftigen, satten Farben oder eher blass (besonders zum Rand hin) und aquarellmäßig daher kommen. Aber egal ob so oder so, sie sind wunderschön gezeichnet und sehr detailliert. Selbes gilt auch für die Animationen, die typische Ghibliqualität. Es gibt so manche, vollanimierte Eye Candy Szene. Und der Film gibt uns auch genug Gelegenheit diese Kunst zu bewundern, wenn er lange Landschaftsaufnahmen oder wunderschöne Nahaufnahmen von z.B. Blumen zeigt. Kurz gesagt, der Film hat all das was Ghibli Filme so außergewöhnlich macht.
Damit hat Takahata mal wieder bewiesen das er seinem bekannteren Studiopartner Myazaki in nichts nachsteht.
Für jeden Animefan ein absolutes must see.

Screenshots

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Bild 7

 Info
Originaltitel:Omohide poro poro
Lauflänge:ca. 117 Minuten
Freigabe:unbekannt
Jahr:1991
Regie:Isao Takahata
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 10.jpg 10/10

 Gesamt:

  10/10

Aufrufe: 7949
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-425.htm