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Bobi ni kubittake
Story

Der 17jährige Akihiko, von seinen Freunden nur Bobby genannt, ist leidenschaftlicher Biker.
In der Schule läuft es eher nicht so gut, was immer wieder zu Ärger mit seinem Vater führt, doch seine kleine Schwester bewundert ihn und eines Tages erreicht ihn der Brief eines gleichaltrigen Mädchens das seine Leserfotos in einer Motorradzeitschrift gesehen hat und ihn sehr bewundert.
Als er schließlich einen Job in einer Bikerkneipe bekommt entschließt er sich die Schule ganz hinzuschmeißen und nach einer harten Konfrontation mit seinem Vater zieht er auch von zuhause aus.
Er zieht in das Appartement eines Freundes, verabredet sich mit dem Mädchen zu einem Telefonanruf und wird sogar von seinem Chef gefragt ob er mit in dessen Rennteam einsteigen will. Es scheint alles bestens zu laufen...

Meinung

Manchmal, ja manchmal, da hat man in seinem Fandasein Momente da fragt man sich mitunter ob das alles denn noch etwas bringt.
Ob das Hobby eigentlich überhaupt noch Spaß macht oder nur mehr Gewohnheit ist.
Das sind Momente die auf Zeiten folgen, in denen es scheinbar nicht voran zu gehen scheint. Man unausgefüllt und unbefriedigt ist von jeder Menge mittelmäßigen bis schlechten Filmen und das Gefühl hat man könnte nichts mehr finden das einem noch gefällt, das einem irgendwie noch etwas Neues gibt. Alles irgendwie schon mal da gewesen, alles irgendwie schon einmal gesehen.
Und dann gibt es wiederum Momente, da stolpert man plötzlich völlig unerwartet über genau so einen Film. Eine kleine feine versteckte Perle - man hat eigentlich gar nicht danach gesucht.
Titel und Inhaltsbeschreibung klangen so gähn. Ansehen wollte man es sich eigentlich doch nur der Komplettierung halber und irgendwie weil man ja eh grad nichts Besseres mit sich anzufangen wusste.
„Bobby ni Kubittake“ ist für mich genau so ein Film.
Als Romatik-Drama wird er ausgewiesen, „Bobbys Girl“ lautet sein englischer Titel, um einen Jungen und ein Mädchen das sich Briefe schreiben soll es gehen. Na das kann ja heiter werden...

Ja, es wurde heiter, sehr heiter sogar.
Eigentlich hätte das Erscheinungsdatum des Films schon Anlass für etwas Hoffnung geben können. 1985, mitten im „Golden Age“, einer Zeit in der die Animeindustrie boomte und fabelhafte aber noch unbekannte Regisseure ordentliche Budgets erhielten mit denen sie Animes schufen die bisher gekannte Maßstäbe reihenweise sprengten und neue Messlatten legten.
Und auch „Bobby ni Kubittake“ vereint in sich all das, was für mich typisch für diese Zeit ist.
Die Geschichte um den jungen Motorradrebellen Bobby, seinem Ausbruch aus dem Elternhaus und seinem strauchelnden Erwachsen werden voller Zweifel und nicht Wissen wohin der Weg denn gehen soll, dürfte wohl vielen, sowohl jüngeren als älteren, bekannt vorkommen. Dazu die sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen ihm und dem unbekannten Mädchen, das macht die Geschichte einfach großartig. Sie, die wir eigentlich nur aus ihren Briefen kennen, wächst einem sofort ans Herz und sofort ist man überzeugt dass sie genau die richtige für Bobby ist und er sie unbedingt treffen muss.
Überhaupt sind irgendwie alle Charaktere ungemein sympathisch und mir wird ganz wohlig zumute wenn ich sehe wie Bobby es tatsächlich zu schaffen scheint. Der Job läuft gut, der Chef mag ihn und nimmt ihn sogar zu seinem Rennteam mit. Mit der Brieffreundin verabredet er sich an ihrem Geburtstag zu einem ersten Telefonat. Und seine nette Schwester besucht ihn auch regelmäßig und hält ihn über den Stand zu Hause auf dem neusten und findet ihn immer noch total cool.
Und dann ist das ganze nach knapp 45 Minuten auf einmal vorbei und das auf eine Art wie man es zum Schluss vielleicht noch kurz vorher befürchtet, aber es sich auf keinen Fall gewünscht hätte.
Wobei, eigentlich ist das Ende ja offen, eigentlich kann alles gut werden, aber irgendwie all das davor viel zu sehr wie ein schöner Traum als das es daraus ein gutes Erwachen geben könnte.

Was nun die Optik angeht kann „Bobby ni Kubittake“ nahtlos an die positiven Ergebnisse des Inhalts anknüpfen.
Auch hier scheinen die goldenen 80er überall durch und sowohl von Qualität als auch Art können sowohl Zeichnungen als auch Animationen selbst heute noch voll überzeugen.
Damals war ja eine Zeit in der gern experimentiert wurde. Neue Stile und Möglichkeiten der Darstellung wurden ausprobiert und das Repertoire des Animegenres mächtig erweitert.
So kommen in „Bobby ni Kubittake“ nicht nur traditionelle Zeichnungen, sondern z. B. auch bearbeitete Fotos, sehr „designte“ Zeichnungen wie aus alten Modemagazinen oder auch eine lange Sequenz ala Bleistiftzeichnung zum Einsatz.
Auch arbeitet man damit Bilder zu vereinfachen und auf bestimmte, besonders hervorgehobene Details zu reduzieren. Das alles macht den Film auch optisch sehr interessant.
Damit das auch alles gut zur Geltung kommt, wurde dann auch bei den Animationen geklotzt und nicht gekleckert. Kleine opulente Spielereien wie sich spiegelnde Umgebung und glänzenden Flächen wie Metall oder dem Visier des Sturzhelmes leistet man sich gern und viele animierte first person Kamerafahrten dazu. Da kann selbst manche heutige Produktion nur den Hut vor ziehen.

„Bobby ni Kubittake“ sei deshalb nur jedem Animefan wärmstens empfohlen und wer sich, wie meiner einer, zum uneingeschränkten Fan solcher 80er Meisterwerke wie Link „Angel's Egg“, Link „Manie Manie“, Link „Twilight Q“ oder Link „Robot Carnival“ zählt, der sollte hier auch auf jeden Fall zugreifen.
Aber auch darüber hinaus hat der Film so viel Spirit, Jugendrebellion und Liebe zum Motorrad, das man ihn eigentlich einfach mögen muss. Auch mit dem dicken Hammer von Ende, denn so ist das Leben nun mal – meist ziemlich ungerecht.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Bobby ni Kubittake
Lauflänge:ca. 44 Minuten
Jahr:1985
Regie:Toshio Hirata
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4644
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-696.htm