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Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling
Story

In einem abgelegenen Wald, auf einem See, schwimmt ein alter Tempel.
Bewohnt wird er von einem alten Mönch und seinem Schüler.
Das Leben der beiden, abgeschieden jeglicher Zivilisation, ist friedlich und ruhig, bis eines Tages eine Mutter mit ihrer Tochter in den Tempel kommt.
Das Mädchen leidet unter Depressionen und Schwermut und die Mutter weiß keinen anderen Rat mehr, als den alten Mönch darum zu bitten ihrer Tochter zu helfen.
So bleibt das Mädchen im Tempel und sie und der junge Schüler, der bisher keinen Kontakt zu anderen Menschen als seinem Meister hatte, kommen sich langsam näher.
Unter ihrer Liebe blüht das Mädchen wieder auf und findet wieder Freude im Leben, doch der junge Mönch wird herausgerissen aus seiner bisher so friedlichen Welt und am Ende verlässt er sogar seinen Meister, um mit dem Mädchen zu leben.
Doch in der Welt außerhalb seines Waldes kennt sich der junge Mönch nicht aus und mit all den negativen Dingen und Gefühlen dort ist er überfordert.
Als die Ehe der beiden dann in die Brüche geht, begeht er ein schweres Verbrechen und weiß in all seiner Verwirrtheit keinen anderen Ausweg mehr als dorthin zurück zu kehren, wo alles in Ordnung zu sein schien.

Meinung

„Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling“, das bildet einen Kreis.
Einen Kreis, wie Kim Ki-duks ganzer Film.
Als der alte Meister seinen Schüler eines Tages dabei beobachtet wie er Steine an einige Tiere bindet und sich über deren Qualen amüsiert, bindet auch er ihm über Nacht einen Stein auf den Rücken und schickt ihn los die Tiere zu suchen und zu befreien. Jedes das inzwischen gestorben ist, wird zu einem Stein den der Junge sein Leben lang auf seinem Herzen tragen muss, prophezeit er ihm noch.
Ein Motiv das uns am Ende des Films wieder begegnen wird, wenn der nun erwachsene Mönch nach dem Mord an seiner Frau und verbüßter Strafe, sich erneut auf den Weg in den Wald macht, wieder an einen Stein gebunden.
So wiederholt sich alles. Am Ende haben wir wieder einen alten Meister und einen jungen Schüler im Tempel, und sieht man sich das alternative Ende des Films an, so sehen wir, dass der neue Schüler den gleichen Fehler begeht wie der alte. Es scheint also kein entkommen aus diesem Kreislauf zu geben.
Eine Erkenntnis die Kim Ki-duk im fertigen Film nicht mehr so drastisch aufgenommen hat.
Vielleicht wollte er den Film nicht so düster enden lassen. Das Ende des fertigen Films gibt doch etwas mehr Hoffnung auf Besserung und das der neue alte Mönch seinen neuen Schüler vor seinen Fehlern bewahrt.
Doch davor muss er selber erst einmal den Sündenfall erleben, in Form des jungen Mädchens, dass von seiner Mutter in den Tempel gebracht wird.
Die beiden jungen Leute verlieben sich ineinander und scheinen beide sichtlich unter diesen neuen Gefühlen aufzublühen. Auch der Meister ist anfangs begeistert von den Erfolgen, die die Genesung des Mädchens macht. Doch mit der Liebe bleibt die Disziplin des jungen Mönches auf der Strecke, wunderbar symbolisiert durch die einzelnen Türen im Tempel.
Als es dem Meister schlussendlich zuviel wird, schickt er das Mädchen wieder weg, im Glauben so alles wieder ins Lot zu bringen. Doch da irrt er sich.
Auch er begeht einen Fehler, er hat die stärke der Gefühle unterschätz. Statt wieder ins alte Tempelleben zurückzukehren, flieht sein Schüler und reist seiner Geliebten hinter her.
Doch abgeschieden in der Einsamkeit ihres Tempels hat er nie die harte Realität der echten Welt kennen gelernt und als die Liebe der beiden schlussendlich zerbricht, kann er nicht damit umgehen.
So kehrt er letztendlich, mit einer großen Schuld beladen, zu seinem Meister zurück und erhofft sich hier Läuterung und eine Rückkehr in sein altes Leben, doch die gibt es nicht.
Ab diesem Zeitpunkt wird es schwierig den Film noch klar zu deuten. Immer mehr schweift Ki-duk ab in metaphorische und spirituelle Sphären. Eine gute Kenntnis des Buddhismus könnte hier vielleicht helfen die ein oder andere Szene noch zu entschlüsseln, doch für die meisten westlichen Zuschauer bleibt von hier an wohl nur noch ein schwer zugängliches Traumbild.
Der Meister versucht seinem Schüler wenigstens spirituelle Läuterung zu verschaffen, bevor die weltliche Strafe ihn trifft und läutert sich am Ende auch selbst.
Zu guter letzt schließt sich wie gesagt der Kreis und ein neuer Frühling beginnt.
Dazwischen gibt’s viel Stille und berauschende Naturaufnahmen. Ki-duk präsentiert uns seine traurige Geschichte über die elementarsten Gefühle in den schönsten Bildern.
Recycelt dazu die Umgebung aus seinem früheren Film „Seom“ und holt noch einmal alles aus dieser symbolträchtigen Kulisse heraus.
Dennoch ist „Frühling...“ für mich eher im Mittelfeld von Ki-duks Filmen.
Den Zauber eines Link „Bin-Jip“ oder Link „Samaria“ kann er nicht erreichen.

Trotzdem bleibt „Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling“ ein toller Film, der zwar Geduld und Aufmerksamkeit erfordert, dafür aber mit tollen Bildern aufwartet und dank viel Symbolik Raum für eigene Interpretationen lässt.
Wer Kim Ki-duk mag, wird auch mit diesem Film keinesfalls falsch liegen.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Bom yeoreum gaeul gyeoul geurigo bom
Land:Südkorea
Jahr:2003
Regie:Kim Ki-duk
Medium:DVD (Arthaus)
Lauflänge:ca. 98 Minuten
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 7932
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-591.htm