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Samaria
Story

Die beiden Mädchen Jae und Yeo sind mehr als nur beste Freundinnen. Um ihrer vertrauten Umgebung zu entfliehen arbeitet Yeo als Prostituiere und Jae unterstütz sie dabei, in dem sie die Kunden gewinnt und Wache hält. Von dem verdienten Geld wollen die beiden nach Europa fliegen. Doch eines Tages geht etwas schief. Jae wird abgelenkt und bemerkt zu spät das Polizei vor Ort ist. Die Beamten stürmen das Zimmer und Yeo springt aus dem Fenster.
Jae schafft es noch sie in eine Klinik zu bringen, aber der Arzt hat wenig Hoffnung. Als letzten Wunsch möchte Yeo noch einmal einen ihrer Kunden sehen, in den sie sich verliebt hat, doch der will nicht und stellt die Bedingung das Jae erst mit ihm schlafen müsste bevor er mitkommt.
Als die beiden dann endlich in der Klinik ankommen ist es bereits zu spät und Yeo verstorben. Jae beschließt daraufhin allen Freiern das Geld das sie ihnen gegeben haben zurück zu zahlen, in der Hoffnung das dadurch ihre eigenen Schuldgefühle gemindert werden. Doch beim puren Zurückgeben des Geldes bleibt es nicht.
Wie der Zufall so will kommt dann auch noch ihr Vater, ein Polizist, dahinter was sie macht und von da an observiert er sie und versucht zu stören wo es nur geht. Immer heftiger werden dabei seine Aktionen um ihre Freier einzuschüchtern, bis er eines Tages einen Mann bis nach Hause verfolgt und ihn dort vor seiner Familie demütigt, woraufhin der Mann Selbstmord begeht. Und das ist erst der Auftakt zu einer immer weiter abwärts führenden Spirale aus Wut, Angst, Gewalt und Hilflosigkeit.

Meinung

Fragt man nach berühmten koreanischen Regisseuren so ist Kim Ki-Duk neben Park Chan-Wook sicherlich einer der ersten Namen der fällt. Spätestens seit seinem Erfolg mit Link „Seom“ dürfte der als einer der besten heutigen asiatischen Filmemacher gelten der auf eine lange Reihe von Filmen zurück blicken kann.
Einer von ihnen ist dann auch „Samaria“, um den es uns hier gehen soll und der neben „Seom“ und Link „Frühling, Sommer, Herbst, Winter ...und Frühling“ wohl der bekanntste Film Ki-Duks sein dürfte. Und das zu recht.
Was Ki-Duk vor allem ausmacht ist seine Verbindung von verstörenden, tragischen Geschichten mit wunderschönen Bildern. Sollte ich einen Vergleichsregisseur dazu finden viele mit am ehesten Takeshi Kitano ein.
Samaria hat selbstverständlich auch von beidem etwas zu bieten.
Da wäre erst einmal die sehr gelungene Geschichte rund um das Mädchen Jae, ihre Freundin Yeo und ihren Vater. Spielt im ersten Teil des Films (der Film besteht insgesamt aus drei Teilen) noch Yeo die zweite große Rolle so wird sie nach ihrem Tod dann vom Vater abgelöst, was eine recht seltsame Konstellation abgibt, denn im Laufe des Films gerät Yeo fast in Vergessenheit. Nur hin und wieder erinnert man sich plötzlich an sie zurück und es fällt einem auf das da doch am Anfang noch jemand anders war. Das eine auf den ersten Blick so wichtige Rolle dann mitten im Film plötzlich derartig ausgeblendet wird erlebt man wirklich nicht oft. Negativ beeinflussen lässt sich die Geschichte davon allerdings auch überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, irgendwie gewinnt sie dadurch sogar ziemlich an Länge. Am Ende kommt es auch dem Zuschauer so vor das die Ereignisse am Anfang schon ewig zurück liegen. Man hat sie eigentlich schon fast vergessen gehabt. Wirklich toll inszeniert muss ich sagen.
Und auch die Charaktere find ich durchweg gut gelungen. Die nicht ganz so helle Yeo. Jae, die mit Yeo quasi ein paar bildet und darin die Rolle der Starken, der Beschützerin, übernimmt und sich dementsprechend für den Tod von Yeo verantwortlich sieht. Und natürlich Jaes Vater. Als Polizist steht er ja schon als Repräsentant für Schutz und tut auch alles um seine Tochter zu schützen. Fast will man ihm das Recht dazu auch bedingungslos zugestehen und das was er tut für richtig halten, wäre da nicht plötzlich diese eine bittere Szene mit dem Familienvater, den er demütigt und in den Selbstmord treibt. Die geniale Einstellungen in der wir den Vater davon fahren sehen und nur noch im Off den Aufschlag des Mannes auf dem Pflaster hören und schließend sein blut ins bild sickern sehen ist fast wie ein Faustschlag in den Magen des Zuschauers. Ziemlich harter Tobak.
Dagegen ist der letzte Ausflug des Vaters mit der Tochter fast schon herzerwärmend schön. Wie sie beide zusammen in einer sehr metaphorischen Szene die Steine aus dem Weg räumen und am Abend zusammen die Süßkartoffeln essen. Fast heile Welt, würde nicht selbst hier immer mal wieder kurz die Wirklichkeit die beiden einholen. Ein Happy End kann es hier freilich nicht geben. So ist das Ende dann auch dementsprechend dramatisch.
Dabei erzählt der Film die Geschichte allerdings noch relativ nüchtern. Er gibt einfach nur wieder was passiert, ohne zu bewerten oder gar mit der Moralkeule zu schwingen. Derartiges bleibt dem Zuschauer überlassen. Für wen er Sympathie hat und für wenn nicht. Was von dem gezeigten er gutheißen kann und was nicht. Der Film präsentiert nur, die Wertung überlasst er uns.
Doch kommen wir zum zweiten der beiden typischen Ki-Duk Elemente – die Bilder.
Ki-Duk hat wirklich ein goldenes Händchen für tolle Landschaftsaufnahmen. Schon bei Seom haben diese viel zu Stimmung des Films beigetragen und auch bei Samaria gelingt ihnen das. Dabei spielt das ganze, der allgemeinen Stimmung des Films entsprechend, im Herbst. Überall fallendes Laub und welke Blätter, die Straßen meist nass und der Himmel Wolkenbedeckt. Im Großen und Ganzen alles ziemlich trübe.
Dennoch könne die Bilder verzaubern und beeindrucken. Ob nun der herbstlich-bunte Stadtpark oder die Berglandschaft. Beides wird perfekt von der Kamera eingefangen.
Das Zusammenspiel dieser beiden Punkte ist es dann auch, was Samaria so gut und sehenswert macht. Ein toller Film der mich einfach nur komplett begeistern konnte und der dafür sorgt das Kim Ki-Duk auf alle Fälle einen Platz unter meinen Lieblingsregisseuren bekommt.

Screenshots

Bild 1

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Bild 9

 Info
Originaltitel:Samaria
Land:Südkorea
Jahr:2004
Regie:Kim Ki-duk
Medium:DVD (Rapid Eye Movies)
Lauflänge:ca. 96 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 5328
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-410.htm