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Godzilla: Final Wars
Story

Seit nunmehr 50 Jahren werden die Welt im Allgemeinen und Japan im Besonderen von den Attacken gigantischer Monster heimgesucht.
Zu diesem Zweck wurde die Earth Defense Force ins Leben gerufen, um diesen Kreaturen entgegenzutreten und in ihren Reihen wiederum gibt es die M-Organisation, ein Elite-Kommando aus Mutanten.

Als eines Tages mal wieder besonders schlimm steht und überall auf der Erde gleichzeitig Monster wüten, taucht plötzlich ein außerirdisches Raumschiff auf und hilft den Menschen dabei die Monster zu eliminieren.
Die scheinbar freundlichen Besucher stellen sich als Rasse vom Planeten X vor und sind eigentlich gekommen um die Menschheit vor einem großen Meteor zu warnen der in absehbarer Zeit mit der Erde kollidieren und diese dann zerstören wird.
Schnell scheinen sie die bedeutendsten politischen Führer für sich eingenommen zu haben und man träumt schon von einer interstellaren Allianz, da finden skeptische Mitglieder der EDF und M-Organisation heraus das diverse einflussreiche Persönlichkeiten von den Außerirdischen durch täuschend echt aussehende Duplikate ersetzt wurden.

Damit konfrontiert lassen die auch schnell die freundliche Maske fallen und nach einer kleinen Revolution in den eigenen Reihen verkündet ihr neuer Anführer ihren wahren Plan sich die Menschheit Untertan zu machen, um sie wie Vieh auf der Erde zu halten um sich an ihr zu laben.

Nun zeigt sich auch was es mit der mysteriösen M-Base auf sich hat, die eine Wissenschaftlerin der EDF sowohl bei den Mutanten, als auch bei den Monstern entdeckt hat.
Mit der können die Invasoren vom Planeten X nämlich eben jene Wesen fern steuern und so stellt sich nicht nur heraus dass sämtliche Monster noch am Leben und unter Kontrolle der Aliens sind, sondern auch die Mutanten-Spezialeinheit wechselt die Seiten und kämpft nun für die außerplanetarischen Eroberer.

Doch wie durch ein Wunder scheint einer der Mutanten davon nicht betroffen zu sein und nimmt zusammen mit einem in Ungnade gefallenen EDF Kommandeur, der vorher bereits erwähnten Wissenschaftlerin und einigen weitere Getreuen im modernsten Flug-Tauch-Boot der EDF den Kampf gegen die Eindringlinge aus dem Weltall auf.
Die haben aber nicht nur ihre Soldaten, sondern auch noch jede Menge Monster auf ihrer Seite, weshalb man sich zuerst in Richtung Südpol aufmacht um den dort eingeschlossenen Godzilla zu befreien. Der hat nämlich keine M-Base und steht somit auch nicht unter Kontrolle der Aliens.

Gesagt, getan. Kaum ist die grüne Riesenechse frei stürzt sie sich auch gleich in die Schlacht gegen die übrigen Monster.
Während die menschlichen Verteidiger derweil mit ihren Kampfgefährt das Raumschiff der Außerirdischen angreifen, in es eindringen und sich dort schließlich den bösen Aliens zum Kampf gegenüberstellen, bekommt Godzilla derweil Unterstützung von Mothra. Aber auch die Aliens haben noch einen letzten Trumpf auf der Hand, sie rufen das geheimnisvolle Monster X von ihrem Heimatplaneten zu Hilfe.

Meinung

Zum 50jährigen Jubiläum ihrer Monsterikone Godzilla wollte sich Toho nicht lumpen lassen und die inzwischen dritte Generation an Godzilla-Filmen mit einem furiosen Finale, das noch einmal all die Jahre Godzilla würdigen sollte, abschließen.
Dazu machte man ein bis dahin noch nie dagewesenes Budget von zwei Milliarden Yen locker (bald doppelt so viel als jeweils für die letzten Filme zur Verfügungstand) und holte sich für die Regie einen der erfolgreichsten, aber auch umstrittensten Nachwuchsregisseure Japans mit ins Boot, Ryuhei Kitamura.
Der ließ sich auch nicht lang bitten und soll gerüchtehalber für „Godzilla: Final Wars“ sogar ein großes Hollywood-Angebot ausgeschlagen haben. Aber schon früh stellten sich viele Fans der Reihe die Frage ob der, vor allem für durchgestylte und blutige Actioneinlagen bekannte Kitamura wirklich der richtige für einen Godzilla-Film wäre.

Im Nachhinein betrachtet war diese Frage sicher mehr als berechtigt, denn was Kitamura hier als Godzilla-Film abgeliefert hat ist wirklich ein gutes Stück weg von dem was ich mir (und offenkundig nicht nur ich) vom 50sten Jubiläum der Kultechse so erwartet hätte.

Dabei beginnt das Ganze eigentlich ziemlich viel versprechend.
Zum Einstieg werden wir direkt erst einmal mit einer bunten Kollage aus 50 Jahren Godzilla, und auch Toho-Monsterfilm ganz allgemein, beglückt. Und ebenso schnell wird klar das dieser Film uns allen bieten will was in eben jenen 50 Jahren Toho-Monster die Herzen der Fans hat höher schlagen lassen.
Eine nie dagewesene Fülle an Monstern wird auf den Zuschauer losgelassen und auch andere berühmte Gerätschaft wie die Flug-Tauch-Boote aus dem Klassiker „U 2000 - Tauchfahrt des Grauens“ feiern ihr 21st-century Revival.

Doch ebenso schnell wird auch klar, Kitamura ist eben Kitamura und er keinesfalls vor sein spezielles Programm zu Gunsten irgendeiner Godzilla-Erwartungshaltung hintenanzustellen.
Entsprechend schnell sind die ersten Monster Auftritte und das Nostalgie-Flair auch wieder vorbei und stattdessen widmen wir uns der gewohnt hanebüchenen Mensch-Alien-Eroberungs-Story, die in einer endlosen Zitierung auf alles was im westlichen Kino an Action in den Jahren zuvor groß raus kam unglaublich rasant und grandios durchgestylt und inszeniert den Film fürs erste komplett für sich beansprucht.
Da wird sich ausgedehnt in einer futuristischen Arena gekloppt oder ein Duell auf Motorrädern ausgetragen, während in handlungsrelevanteren Szenen die typischen Universalgelehrten mit ihrem Technobabbel irgendwie den ganzen Schwachfug zu erklären versuchen bzw. durch bahnbrechende Entdeckungen (Alien-Klone, M-Base) die Geschichte vorantreiben.
So geht das jetzt eine ganze, ziemlich monsterfreie, Zeit weiter, in der der Film mich manchmal eher an Starship Troopers (Kampf Mutanten gegen Ebirah), manchmal eher an Mission Impossible (Motorrad-Duell) oder Independence Day (Angriff auf das Raumschiff), auch mal an HK-Kung-Fu a la Hero oder Tiger & Dragon (Wire-Kung-Fu) und immer wieder an Matrix (scheinbar einer von Kitamuras Lieblingsfilmen) erinnert.
Da das alles rasant erzählt und mehr als gekonnt in Szene gesetzt ist, kommt auch keine Langweile auf, aber was hat all das mit Godzilla zu tun? Wo bitte wird der Jubilar versteckt, dem wir hier doch eigentlich huldigen wollten?

Nun der wird schließlich, nach dem bereits mehr als die Hälfte des Film rum ist, endlich aus seinem eisigen Gefängnis geholt und soll nun endlich loslegen.
Oh , da steigt der Puls und die Hände werden feucht... die Aliens haben schließlich eine ganze Palette von Monstern im Sack und die darf der große Grüne jetzt im Marathon-Deathmatch eines nach dem anderen auseinander nehmen, ja? Geht’s nun endlich richtig los?

Pustekuchen.
Zwar darf Godzilla tatsächlich auf seinem Gewaltmarsch vom Südpol bis nach Japan nach und nach sämtliche Monsterkonkurrenz, darunter auch alte Freunde wie Angilas und selbst der amerikanische Emmerich-Godzilla, vermöbeln, aber grandiose Kämpfe sucht man dabei vergeblich.
Ami-Zilla, Kumonga, Hedorah und Gimantis werden innerhalb von Sekunden ab gefrühstückt. Erst bei der Massenkeile Rodan, Angilas & King Ceasar kommt erstmals richtiges Godzilla-Feeling auf, wenn Kitamura sich sichtlich der alten Showa-Albernheiten während des Kampfes bedient.
Leider wird Godzilla auch mit dieser dreier Combo vergleichsweise schnell fertig und so stehen ihm schließlich im großen Finale nur noch ein mit Kettensägenarmen aufgepimpter Gigan und das geheimnisvolle Monster X gegenüber.
Aber halt, bevor wir dazu kommen, ein Monster hätte ich ja fast vergessen. (nein nicht Mothra, die kommt ja erst noch)
Schon die ganze Zeit unterhält uns der Film nämlich mit einem bis dahin scheinbar völlig sinnfreien Subplot rund um die drei gefürchtetsten Godzilla-Klischees, einem leicht debil wirkenden alten Knacker (der in Wirklichkeit natürlich Furchtbar Weise ist), einem neunmalklugen kleinen Jungen und ihrem Reisegefährten Minya (ja Godzillas erster Nachwuchs, auf Menschengröße geschrumpft und im furchtbar schlechten Monsterkostüm).
Das ist so bescheuert, das kann nur Absicht sein. Ich werte das einfach mal als gelungene Parodie.

Aber zurück zur Monsteraction, die muss sich vorerst weiter mit einer Nebenrolle begnügen, denn während Godzilla wie beschrieben auf die Schnelle den größten Teil des beeindruckenden Monstercast von der Bühne fegt, müssen unsere menschlichen Recken derweil auch weiter gegen die bösen Aliens kämpfen und weil Kitamura die Menschenaction offensichtlich mehr Spaß macht als die Monsteraction bekommt erstere auch weiterhin den deutlich größeren Screen-Time-Kuchen.
So gibt es im Raumschiff der Bösen also ordentlich Kloppe und zwischen all den Zeitlupen und Zeitraffern und ausgefeilten inszenierten Schnittgewittern mutiert unser Mutanten-Held endgültig zum Nachwuchs-Neo und darf in einer der (unfreiwillig?) komischsten Szenen des Films Laserstrahlen mit bloßer Willenskraft in der Luft anhalten. Was eine Show!

Irgendwann ist dieser Teil der Handlung dann aber endlich mit einem großen Knall vom Tisch und im Folgenden Finale dürfen nun auch endlich, zum ersten Mal im gesamten Film, die Monster im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.
Wie bereits angedeutet hat sich so nebenbei inzwischen auch Mothra mit ins Geschehen gemogelt und Godzilla, sich selbst aufopfernd, dabei geholfen den Super-Gigan zu zerlegen. Außerdem hat sich das „neue“ Monster X als Ghidorah entpuppt und mit dem darf Godzilla jetzt noch ein bisschen spielen, bevor er auch seinen letzten Kontrahenten ins Monster-Nirvana bläst.
Und Achtung, jetzt kommt es endlich, schlussendlich auf seinen Junior Minya trifft, der in einem derart grauenvoll kitschigen Akt der kindlichen Vernunft zusammen mit seinem menschlichen Gegenstück endlich für Frieden zwischen Mensch und Monster sorgen darf. (auch hier möchte ich das Ganze als Parodie sehen, anders kann ich mir das sonst nicht erklären)

So ist sie also nach rund zwei Stunden zu Ende, die Geburtstagsparty zum großen runden 50sten.
Der Jubilar hat sich am Ende reichlich rar gemacht, und auch wenn er dank allerlei handwerklichem und digitalem Effekt so jung, frisch und gut aussah wie nie zuvor, so war seine Vorstellung am Ende doch irgendwie enttäuschend.
Kitamura hat über weite Teile einfach nur das gemacht was er am besten (und seinen Kritikern zu Folge überhaupt als einziges) kann, er hat die menschlichen Akteure in fulminant inszenierten Fights aufeinander gehetzt und ordentlich moderne Action abgeliefert, darüber aber das eigentlich wichtige zu sehr vernachlässigt.
So hat eine der größten und bedeutendsten Filmreihen der japanischen Kinogeschichte mal wieder ihr (hoffentlich auch dieses Mal nur vorläufiges) Ende gefunden.
Bleibt also nur geduldig zu warten auf die vierte Generation Godzilla, vielleicht ja 2014?

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Gojira: Final wars
Land:Japan
Jahr:2004
Regie:Ryûhei Kitamura
Medium:DVD (Splendid)
Lauflänge:ca. 120 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 6.jpg 6/10

 Gesamt:

  6/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
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