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Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack
Story

Nachdem Godzilla 1954, vor 50 Jahren, Tokio verwüstete und dann vom Militär zurück ins Meer gedrängt wurde, blieb er seit dem verschwunden.
Zwar tauchten irgendwo anders auf der Welt hier und da mal Monster auf, in Amerika sogar ein vermeintlicher Godzilla der sich aber doch nur ein recht ähnliches Monster war, aber in Japan herrschte Ruhe und Frieden und die Menschen begannen die Schrecken der Katastrophe zu vergessen. Nur die älteren, so wie General Taizo Tachibana, können sich noch gut an damals erinnern.

Dessen Tochter Yuri arbeitet indes bei einem kleinen privaten TV-Sender und dreht vor allem halbseidene Reportagen über angebliche mysteriöse Vorfälle quer durch Japan.
Als sie mit ihrem Team gerade mal wieder einer Legende über einen verwunschen Wald, in dem Leute verschwinden, nach geht, ereignet sich plötzlich ein Erdbeben und seltsame Schrei sind zu hören.
Im Folgenden ereignen sich einige seltsame Katstrophen bei denen vornehmlich randalierende Jugendliche das Opfer sind und bei denen die wenigen Überlebenden von riesigen Monstern berichten.

Auch das Militär ist derweil mit vermeintlichen Monster-Sichtungen beschäftigt, so wurde u. a. ein amerikanisches U-Boot zerstört. Bald schon steht fest, irgendetwas ist unterwegs nach Japan und im Land selber scheinen auch mysteriöse Dinge vor sich zu gehen.

Yuri stolpert inzwischen über eine alte Legende, die von drei heiligen Schutzmonstern berichtet, die erwachen sollen wenn Japan bedroht wird, und tatschlich nahmen die seltsamen Vorfälle genau an den Stellen ihren Anfang, an denen die Monster schlafen sollen.

Und tatsächlich, schon bald steht fest die Legende ist wahr.
Godzilla ist zurück gekehrt um Japan ein weiteres Mal zu verwüsten und die drei heiligen Schutzgötter machen sich auf sich ihm in den Weg zu stellen.

Meinung

Mit diesem dritten Beitrag zur Millennium-Reihe und dem 25ten Godzilla wollte Toho eigentlich schon wieder, kaum hatte eine neue Generation begonnen, einen Schlusspunkt setzen. Dafür holte man sich mit Shûsuke Kaneko einen neuen Regisseur ins Boot, der bei der Konkurrenz gerade drei gefeierte Monsterstreifen abgeliefert hatte, denen man nicht weniger als eine Revolution des gesamten Genres nachsagte.
Eine sehr gute Entscheidung wie sich zeigen sollte, denn auch wen Godzilla mit digital aufgehübschtem Gewand ins neue Jahrtausend gestartet war, erst mit diesem Film sollte er wirklich im 21ten Jahrhundert ankommen.

Kaneko blieb dem Trend der neuen Reihe, Godzilla wieder düsterer zu gestalten und mit jedem Film eine alternative Fortsetzung der Link Originalgeschichte zu erzählen, treu, aber er ging noch darüber hinaus und versuchte nichts Geringeres als den gesamten Mhytos Godzilla neu zu definieren.
Godzilla stand im langen Verlauf seiner Karriere schon stellvertretend für so manches. Durchgängig eigentlich für die Schrecken der Atombombe, aber auch den Kampf gegen Umweltverschmutzung oder aggressive ausländische Einflüsse, nicht mehr als Bedrohung sonder sogar als Retter der Menschheit.
Kaneko macht ihn nun aber endgültig wieder zu dem was er einst mal war, einen fleischgewordenen Schrecken des Krieges und der Zerstörung, und er geht dabei weiter als alle zuvor, denn sein Godzilla ist nicht mehr nur Bote der Atombombe, ja nicht einmal mehr der japanischen Toten allein, sondern er ist das manifestierte Leid aller Kriegsopfer, egal ob aus Ost oder West.
Und er musste zurückkommen um die Menschen zu erinnern.
Die hatten ihn nämlich fast schon vergessen, diesen Schrecken. Gefangen in belanglosem Konsum, ohne Respekt für die alten Werte und Traditionen. Es ist unübersehbar wie hier der Schulterschluss zum klassischen amerikanischen Horrorfilm vollzogen wird, in dem immer die moralisch verdorbenen Jugendlichen zuerst sterben.
Vor denen und deren Arroganz gilt es Japan zu bewahren und deshalb sind es auch die rücksichtlosen Bôsôzoku oder die einen Laden plündernden Studenten die von den Beschützern des Landes getötet werden. Die sind nämlich auferstanden um Japan vor seiner eigenen Arroganz gegenüber seiner Vergangenheit zu retten und zu verhindern das Godzilla (der Schrecken des Krieges) das Land erneut verwüsten kann.

Man sieht, Kaneko hat die Story mächtig mit mehr oder weniger unterschwelliger Moral aufgeladen. Fast erscheint mir der Film wie eine geniale Antwort auf den stellenweise furchtbar nationalistischen Link Godzilla - Duell der Megasaurier.

Dem werden dann auch die braven und fleißigen Helden des Filmes entgegengesetzt.
Unsere schnuckelige Reporterin, die sich in einem kleinen Sender verdingen muss, dafür aber mit Herz bei der Sache ist und schließlich als einzige den Mut (oder Leichtsinn) hat für die Leute vor Ort zu berichten.
Oder natürlich den Supermann schlechthin, ihren Vater den General.
Was ein Teufelskerl, der setzt sich selbst ins U-Boot und nimmt den Kampf gegen das Monster auf, statt einen kleinen Soldaten vorzuschicken und alles aus sicherer Entfernung vom Schreibtisch aus zu beobachten. Ein Soldat von der Sorte der stolz darauf ist als Verteidiger seines Landes noch nie einen Krieg geführt haben zu müssen. Was soll man noch mehr sagen?

Ja die Geschichte kennt oft nur schwarz oder weiß, besonders bei ihren Figuren. Kaneko hat ein Anliegen und das haut er uns mit aller verfügbaren Theatralik um die Ohren.
Trotzdem weiß er die Geschichte spannend zu erzählen und für Godzilla-Verhältnisse ist sie geradezu unglaublich stimmig und in sich schlüssig. Dazu kommt das man sich traut so böse zu sein wie nie zuvor in einem Godzilla. Klar, das Menschen sterben war eigentlich immer klar, aber nie tun sie das so direkt und manchmal auch richtiggehend schwarzhumorig böse wie hier. Es waren immer die gesichtslosen Opfer, jetzt sind es plötzlich Personen mit einer (wenn auch nur kurzen) Geschichte und es sind vor allem ganz normale Leute. Ein böser Höhepunkt sicher die Szene mit dem Mädchen im Krankenhaus, das dort überhaupt erst wegen Godzilla-verursachten schweren Verletzungen eingeliefert wurde.

So schreitet die Handlung rasch voran und bietet dabei immer wieder schöne Schaufenster-Pausen für die Monsteraction.
Hier sind dieses Mal gleich vier Akteure mit von der Partie, neben Godzilla himself natürlich als Gegner Baragon, Mothra und Ghidorah.
Dabei wurden alle etwas überarbeitet. Godzilla wurde wieder etwas zurückgetunt hat seine allzu wilden Rückenstachel und seinen breiten Hals wieder gegen eine etwas zurückhaltende Version ähnlich der aus der vorangegangenen Generation eingetauscht. Die übrigen Monster mussten alle ein paar ihrer Attacken aufgeben und auch etwas an Größe und Form abnehmen, damit Godzilla klar das gewaltigste Monster im Film ist.
Die Änderungen mögen für manchen Fan erst einmal schlimm klingen, funktionieren im Film aber wirklich gut und nicht zuletzt kann man sie sich ja immer noch damit rechtfertigen das wir uns hier in einer andere Zeitlinie befinden und die Monster damit alle zum ersten Mal auftauchen und es gar kein „Vorher“ für sie gibt.

Aber zurück zur Monsteraction, hier hat man das Zusammenspiel von guter alter Handarbeit der Marke Kostüm & Modellbau und den neuen CGI-Effekten noch einmal verfeinert und inzwischen kann man sagen dass beides wirklich gut mit einander harmoniert. Das CGI hat sich endgültig abgewöhnt mehr sein zu wollen als eine Unterstützung für die Handarbeit und konzentriert sich stattdessen darauf dass besondere Look&Feel dieser Art von Filmen so gut es kann aufzugreifen und nachzuahmen.
So darf sich Godzilla auf schönste Weise mit Baragon durch ein idyllisches Ausflugstal prügeln, mal kurz das lästige Militär pulverisieren, um anschließend ohne Ablenkung mit Mothra und Ghidorah ausgiebig durch die Großstadt zu turnen, wo die drei für ordentlich Kollateralschaden sorgen.
Am Ende gibt es sogar noch einen echten Unterwasserfight zu sehen, bevor sich Godzilla im, zugegebener Maßen etwas zu übertriebenen, Happy-End-Finale quasi selbst besiegt.
Aber da schwebte ich schon längst im siebten Godzilla-Himmel und war ich vielleicht auch kurz etwas vom Zuviel an Pathos genervt, so verflog das spätestens beim Einsetzten der Credits und dem damit einhergehenden Best-Of von Ifukubes Godzilla-Classics.

So gehört „Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack” für mich definitive zu den besten Godzilla Filmen.
Die Story ist gemessen am Rest der Serie wirklich gut und mit witzigen Momenten wie dem abwatschen des US-Remakes oder den bösen in denen Godzilla einfach nur rücksichtslos töten darf durchweg fesselnd. Dazu die rundum gelungene Monsteraction und ihre zeitgemäße, flotte Inszenierung und Godzilla hat sich erfolgreich neu auf der Monsterkarte positioniert.
Das sahen dann wohl auch die japanische Kinogänger so und spendierten dem Film derart gute Kassenerfolge das sich Toho das mit dem Ende der Reihe doch lieber noch einmal überlegte und schnell den nächsten Film in Produktion gab. The Saga continues... aber leider ohne Kaneko.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Gojira, Mosura, Kingu Gidora: Daikaijû soukougeki
Land:Japan
Jahr:2001
Regie:Shûsuke Kaneko
Medium:DVD (Splendid)
Lauflänge:ca. 101 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4364
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
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