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Godzilla 2000: Millennium
Story

Dass ihre Recherchen derart aufreibend würden hätte die Reporterin Yuki wohl nicht erwartet.
Eigentlich wollte sie nur eine Reportage über das unabhängige Godzilla-Beobachtungs-Netzwerk von Godzilla-Experte Yuji Shinoda zusammenstellen, doch dann taucht das Monster direkt vor ihnen an der Küste Japans auf und die drei, Shinodas Tochter Io ist auch mit dabei, kommen nur knapp mit dem Leben davon.

Derweil hat die Regierung unter Leitung des Krisenkontrollstabs einen seltsamen Felsblock aus dem Meer geborgen, der gegen alle Naturgesetzte sogar von alleine auf dem Wasser schwimmen kann. Der Wissenschaftlich Leiter Miyasaka hat keine Erklärung dafür parat, doch sein Chef Katagiri hat auch keine Zeit sich eine anzuhören, denn schon taucht Godzilla wieder auf und dieses Mal haben sie ihm vor einem Kernkraftwerk eine Falle gestellt. Er soll in einen Fluss gelockt und dort mit neuartigen Raketen unter Beschuss genommen werden.
Das klappt auch ganz gut, doch da hebt der mysteriöse Felsblock plötzlich ab und fliegt auf direktem Weg zu Godzilla und greift diesen an, bis der sich wieder ins Meer zurückzieht.

Kaum ist Godzilla verschwunden wird es wieder ruhig um den Felsen und das versammelte Militär versucht ihn zu stabilisieren, während die Forscher versuchen rauszufinden was da nun eigentlich so genau in ihm steckt. Eines ist aber allen Anwesenden schon klar, was immer es ist, es kann nicht von dieser Welt sein.

Unter dem Druck der Umstände beschließt Shinoda all seine Daten an das Krisenkontrollzentrum zu übergeben und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Seiner Tochter gefällt gar nicht das das quasi das Ende des Godzilla-Netzwerks bedeutet, doch mit den modernen Labors des Zentrums gelingt es Shinoda und Miyasaka das Rätsel um Godzilla Zellen zu lüften.

Derweil hat sich das UFO aus dem Fels wieder selbstständig gemacht und ist nach Tokio geflogen, wo es jede Menge Daten aus dem Redaktionsgebäude von Yukis Verlag abzapft. Allen voran sämtliche Daten über Godzilla.
Katagiri befiehlt daraufhin das Gebäude zu sprengen, doch Yuki und Shinoda versuchen noch Daten über die Außerirdischen zu erhalten. Schließlich bleibt Shinoda allein im Gebäude zurück und entgeht nur knapp dessen Zerstörung.

Dafür wissen sie jetzt dass das außerirdische Wesen hinter Godzillas speziellen Zellen her ist, um sich mit ihrer Hilfe wieder einen Körper zu erschaffen.
Die Gelegenheit dazu bekommt es auch, denn Godzilla ist inzwischen auch in Tokio angekommen und geht auf das UFO los. Das kann ihn aber erst einmal außer Gefecht setzen und ihm ein paar seiner Zellen klauen, worauf ein riesiger Alien dem UFO entsteigt.
Der kann die Godzilla-Zellen aber scheinbar nicht kontrollieren und mutiert zu einem bizarren Monster das sich Godzilla nun endgültig und komplett einverleiben will.

Meinung

Nach dem zweiten Neustart der Reihe 1984 und dem Ende dieser zweiten Generation 1995 wollte das Produktionsstudio Toho eigentlich erneut 10 Jahre vergehen lassen bis es eventuell einen neuen Godzilla geben sollte.
Doch angestachelt vom Erfolg des, unter Fans eher unbeliebten, US-Godzillas von Roland Emmerich besann man sich eines besseren und so kam mit „Godzilla 2000: Millennium„ nun doch bereits 1999 der Auftakt zur nächsten Generation Godzilla Filme in die Kinos, die dieses Mal bis 2004 anhalten und sechs neue Filme hervorbringen sollte.

Wie beim letzten Neustart so wurde auch dieses Mal alles auf Anfang zurück gesetzt und alle Vorgängerfilme mit ihren Handlungsentwicklungen vergessen.
Man blieb dem Trend der letzten Reihe, Godzilla wieder als böses und unberechenbares Monster zu zeigen, treu und verpasste der Kultechse dazu auch noch einmal eine Rundumerneuerung.
Der neue Godzilla ist noch etwas stämmiger Geraten, Hals und Schnauze sind breiter, und seine Rückenstacheln fast schon absurd vergrößert. Das soll ihn wohl noch wilder und gefährlicher machen, sieht aber eigentlich schon wieder etwas albern aus.

Für die Geschichte hat man sich indes offensichtlich keine große Mühe gegeben.
Eine Einführung gibt es gleich gar nicht, stattdessen taucht Godzilla gleich zu Beginn des Films auf, was auch keinen der Charaktere sonderlich verwundert, und darf sofort ordentlich los legen.
Ehrlich gesagt fühlt man sich als Zuschauer fast etwas überrumpelt und fragt sich: „Was? Wie? Wo?“. Ein Gefühl das auch im weiteren Handlungsverlauf nicht wirklich verschwinden wird.
Da man bei Godzilla noch nie ein gutes Händchen dafür hatte die meist abenteuerlichen Plots auch nur halbwegs sinnvoll zu erklären, scheint man jetzt lieber gleich komplett darauf zu verzichten. Entsprechend ist zwar Godzilla da und auch ein mysteriöses UFO das sich schlussendlich in ein Monster verwandelt, aber irgendeine Geschichte dazu hat der Film nicht anzubieten. Es lag halt so am Meeresboden rum und ist nun da und jetzt sehen wir einfach was wir damit anfangen.
Obwohl, halt. Da ist doch noch eine Szene in der das UFO per 10sekündiger Videocollage, die es auf alle Monitor in Reichweite schickt, kurz seine Motivation erklären darf. Erneuerung, Beherrschen, Millenium... ein paar hingeworfene Worte müssen genügen.

Die menschlichen Charaktere spalten sich derweil in zwei Parteien. Die eine hat eigentlich nur die ganze Zeit grimmig zu gucken und ist fürs allgemeine Bekämpfen zuständig, die andere ist etwas freundlicher und bietet vom kleinen, aber ausgefuchstem Mädchen, über die toughe Reporterin bis hin zum feinfühligen Wissenschaftler die Identifikationsfiguren der Zuschauerschaft stellen darf.
Zur Lösung der Probleme kann aber auch von ihnen keiner Beitragen, sie sind nur dazu da uns wenigstens ein bisschen zu erklären was grad so vor sich geht.

Die eigentliche Geschichte machen die beiden Monster dann unter sich aus.
Godzilla darf wie gesagt ja von vornherein schon ein bisschen rum wüten. Erst nur in einer Kleinstadt und auf einer Küstenstraße, später dann auch auf dem Weg zu einem Kernkraftwerk.
Hier kommt es dann auch zum obligatorischen Duell mit der Armee, die mit ihren neuen Raketen sogar gar nicht so schlecht da steht, aber am Ende macht das UFO allen beteiligten einen Strich durch die Rechnung. Selbiges darf dann auch ein bisschen für Panik in Tokio sorgen, bis es schließlich seinen Inhalt ausspuckt und es zum großen abschließenden Monster vs. Monster Keilerei kommt.
Die Monsteraction ist dabei etwas durchwachsen ausgefallen. Einerseits hat man bei den Miniatursets wieder gute Arbeit hingelegt und es kracht und raucht auch gewaltig. Andererseits hat man nun scheinbar auch das CGI für sich entdeckt und greift doch etwas zu oft auf die Effektmaschine Computer zurück. Manchmal passen die CGI-Effekte ja ganz gut und sind eine prima Ergänzung zur guten alten Handarbeit, aber oftmals fallen sie eben auch störend auf. Negativ sind z. B. einige Szenen in denen wahlweise Godzilla oder das UFO in normale Landschaftsaufnahmen hinein montiert wurden. Hier fehlte es den Japanern eindeutig noch etwas am nötigen Know-how. Solang es nur Kleinigkeiten sind leisten sie auch am Computer gute Arbeit, aber große Szenen bekommen sie sichtbar schlechter hin.
Leider ist auch das neue Monster Orga nicht gerade berauschend ausgefallen. Der Mutant mit den Klauen erinnert mich frappierend an die Figuren aus einigen klassischen, indizierten Ego-Shootern, wo derartige Gestalten dutzendweise vor der Shotgun ihr Leben lassen. Für mehr taugen sie eigentlich auch nicht und der gute Orga macht da keine wirklich Ausnahme.
So recht scheint er good old Godzilla nie gefährlich werden zu können, hatte er sich doch schon an dessen Zellen mächtig verhoben. Was erwartet er da nun gegen das ganze Monster?
Entsprechend macht ihm die große Echse auch ohne große Anstrengungen den Gar aus. Da waren die Raketen des Militärs wirklich der schlimmere Gegner dieses Mal.

Für das folgende Ende hat der Film dann auch noch mal was Neues in petto.
Nein damit meine ich nicht den dämlichen Freitod des Immer-Böse-gucken-aber nix-hinkriegen-Mannes, sondern das uns der Streifen mitten in Godzillas abschließender Verwüstungsorgie in die Credits entlässt.
Nix ist mit Godzilla kehrt zurück ins Meer, nix mit alles ist ausgestanden. Das Alien ist vielleicht tot, aber Godzilla ist immer noch genauso präsent wie in den ersten Minuten. Niemand ist gerettet, nichts ist ausgestanden. Feuerspeiend wütet der Gigant durch die Stadt.
Ob ich das als ende mag oder nicht, da bin ich mir selbst nicht so recht sicher. Einerseits ist es irgendwie unbefriedigend, irgendwie fehlt einfach etwas, ein echter Abschluss. Andererseits ist es was Neues und auch irgendwie aufregend und interessant.

Nun, alles in allem ist „Godzilla 2000: Millennium„ ein durchwachsener Start der dritten Generation. Vieles ist neu und besser als jemals zu vor, die Technik hat sich weiter entwickelt und bringt viele neue Möglichkeiten mit sich. Vieles ist aber offensichtlich auch noch nicht ganz ausgereift und manch anderes wurde ob der tollen neuen Sachen wohl auch etwas zu sehr vernachlässigt. Aber das kann sich in den nächsten Filmen ja noch einpegeln.

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 Info
Originaltitel:Gojira nisen mireniamu
Land:Japan
Jahr:1999
Regie:Takao Okawara
Medium:DVD (Splendid)
Lauflänge:ca. 103 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 7.jpg 7/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 6.jpg 6/10

 Gesamt:

  6/10

Aufrufe: 3574
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
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