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Godzilla
Story

Japan, kurz nach Ende des 2ten Weltkrieges.
Vor der Küste kommt es zu einer Häufung seltsamer Vorfälle. Nahe der kleinen Insel Odo gehen mehrere Schiffe unter, auch einer entsandten Rettungsmannschaft ergeht es nicht besser. Einzig einige Fischer überleben ihre Begegnung auf dem Meer mit etwas, das sie als gigantisches Monster beschreiben.
Natürlich will man ihnen keinen rechten Glauben schenken, einzig einige greise Einwohner auf Odo wollen dieses Ungeheuer kennen. Schon früher sei der Godzilla erschienen, wenn es im Meer nicht mehr genug Fische zum fressen für ihn gäbe und nur durch das Opfern eines jungen Mädchens hätte man ihn wieder besänftigen können.

Doch der Aberglaube entpuppt sich tatsächlich als grausame Realität, als die Insel Odo eines Nachts von einem riesigen saurierähnlichen Wesen angegriffen wird. Ein eilig herbeigeeilter Wissenschaftstrupp stellt überall auf der Insel erhöhte Radioaktivität fest und begegnet schließlich selbst dem Godzilla, einer prähistorischen Riesenechse die durch Atombombentest auf einem nahegelegenen Atoll aufgeschreckt wurde und nun auf Japans Küste zuhält.

Schnell beschließt man Verteidigungsmaßnahmen zu ergreifen, doch ist es bereits zu spät. Godzilla geht in der Bucht von Tokio an Land und nicht s scheint ihn aufhalten zu können.

Meinung

Ein schrecklicher Unfall war die Geburtsstunde eines der bekanntesten Riesenmonster der Filmgeschichte.
Am 1. März 1954 testeten die Amerikaner auf einem Atoll ihre stärkste thermonukleare Bombe, wobei nicht nur hunderte Einwohner der nahe gelegenen Insel Rongelap, sonder auch die Besatzung eines japanischen Fischerbootes verstrahlt wurde.
Es war dieses Ereignis in Kombination mit dem kurz zuvor erfolgreichen US-Monster-Film „Panik in New York“ das einen der Produzenten der legendären Toho-Studios auf die Idee brachte Japans nukleare Katastrophe der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki in einem Monsterfilm zu verarbeiten.
Als Regisseur wurde schließlich der Neuling Ishirô Honda ausgewählt, der damit zum Vater des japanischen Monsterfilms („Kaiju Eiga“ genannt) werden sollte.

Sein erster Godzilla hat dabei eigentlich schon fast alle Bestandteile die auch all die vielen späteren Monsterfilme aus japanischer Schmiede bestimmen sollten.
Es gibt den altersweisen Wissenschaftler, es gibt die jungen Leute und ihre Liebesgeschichte, es gibt die zerstörte Großstadt und die vergeblichen Versuche des Militärs Godzilla aufzuhalten und am Ende eine, erst noch geheime, Superwaffe mit deren Hilfe es dann endlich gelingt.
Einzig auf Monster vs. Monster Fights und im geheimen operierende außerirdische musste man noch verzichten, die wurden erst später als fester Bestandteil im Godzilla-Universum etabliert.

Aber kommen wir zum Film an sich.
In seinem ersten Auftritt lässt es unser aller liebster grüner Gummi-Koloss erst einmal ruhig angehen. Hier mal ein bisschen blubberndes Wasser, da mal ein bisschen unheimliches Leuchten. Fürs erste gibt es nur ein paar untergegangene Schiffe, wirre Überlebende und abergläubische Inselgreise. Was da nun wirklich unter der unruhigen See brodelt bleibt eine ganze Weile im Dunkeln.
Schön langsam wird die Spannung aufgebaut. In einer stürmischen Nacht auf der abgelegenen Insel bekommen wir das erste Mal so etwas wie einen gigantischen Fuß zu sehen, der sich kurz über eine Fischerhütte hinweg walzt. Nur die Angstverzerrten Gesichter der Bewohner lassen erkennen welch Grauen da gerade an ihnen vorüber gezogen ist.
Am Tag darauf gibt es die Spuren der Zerstörung, verstrahlte Quellen und große ebenfalls stark strahlende Abdrücke in der Erde, die nichts Gutes Vermuten lassen. Inzwischen ist schon mehr als eine halbe Stunde vergangen als wir ihn denn endlich zum ersten Mal erblicken - Godzillas mächtiger Kopf schaut hinter einem Berg hervor.

Von diesem Moment an nimmt der Film etwas mehr Fahrt auf.
Erst einmal enthüllt darf Godzilla endlich richtig zeigen was er kann, aber auch die tapfere japanische Armee bekommt ihren Schaulauf, darf mit ihren stolzen Kriegsschiffen (ja Japan ist nach dem Krieg endlich wieder wer!) zur schmissigen Marschmusik ein paar ordentliche Granaten ins wehrlose Meer jagen. Das rumst ordentlich, bleibt darüber hinaus aber wirkungslos. Genauso wie die brav aufgefahrenen Panzer (ein von da an durch alle Filme immer wiederkehrendes Motiv, später auch gern mit Strahlenkanonen und ähnlichem), aufgebaute Maschinengewehrnester oder ein riesiger Elektrozaun an der Küste. Der Urgewalt des atomaren Monsters sind sie alle nicht gewachsen, ja sie schmelzen dahin wie billiges Spielzeug wenn er sie mit seinem Hitzestrahl ins Visier nimmt.
So muss sich Japan vorerst erneut hilflos dem nuklearen Todesboten ergeben. Übrig bleiben eine Trümmerwüste, viele Tote und Kinder die in überfüllten Krankenhäusern mit Geigerzählern untersucht werden. Noch viel direkter kann man die Parallele zum Bombentraume kaum ziehen.
Doch im Gegensatz zur Unbegreifbarkeit der Bombe, dieses kleinen blöden Gebildes das doch so viel Zerstörung anrichten kann, ist das riesige Monster Godzilla gut fassbar. Und ihm ist viel leichter habhaft zu werden.
In der zweiten Komponente des Films, einer Dreiecks-Liebesgeschichte rund um einen verschrobenen Wissenschaftler, der Tochter eines anderen Wissenschaftlers und eines Marineoffiziers, liegt die Lösung. Ersterer hat nämlich eine neu, noch zerstörerische Waffe entwickelt. Will diese aber nicht preisgeben bis er nicht eine Möglichkeit dazu gefunden hat selbige zu neutralisieren. Damit will er verhindern, dass sie je im Krieg eingesetzt werden kann, sondern nur für friedliche Zwecke.
Wer jetzt denkt damit liefe dieser Teil der Story auf eine Konfrontation der beiden jungen Männer um die Frau und die Waffe hinaus irrt indes. Gestritten wird nur um letztere. Die Frau hingegen hat sich zu Beginn schon entschieden, darf dann doch nochmal schwanken und bekommt die Entscheidung letztendlich durch den Tod von einem der beiden abgenommen, was irgendwie ein bisschen unbefriedigender Verlauf dieses Teils der Handlung ist.

Macht aber nichts, die Leibesgeschichten in Godzilla-Filmen waren nie sonderlich brauchbar, genauso wie größtenteils der Rest der „Rahmenhandlung“. Umso älter die Serie wurde um so mehr ging es um eins, Hau-Drauf-Monsteraction. Und davon gibt’s auch hier bereits einiges. Trotz seines Alters kann der Film mit einigen sehenswerten Zerstörungsorgien aufwarten. Wenn Godzilla endlich in Tokio an Land geht dann bleibt kein Stein auf dem anderen. Panzer werden verkokelt, Züge weggekickt und Häuser umgeschubst. Anders als in den großen amerikanischen Vorbildern setzte die Reihe dabei nie auf Stoppmotion, sondern steckte lieber Schauspieler in Zentnerschwere Kostüme, die dann durch aufwendig gebaute Miniaturstädte trampeln durften, was die Bewegungen des Monsters um einiges natürlicher machte.
Indes sieht man dem Film an einigen Stellen derweil sein Alter auch deutlich an.
Das Kostüm ist längst noch nicht so ausgefeilt wie in späteren Produktionen. An vielen Stellen ist es noch zu „gummihaft“ und biegt sich unnatürlich. Und auch die vielen Miniaturwagen und -Züge oder -Flugzeuge sehen noch nicht so gut aus wie später. Selbiges gilt auch für Godzillas Hitzestrahl, der hier noch große Ähnlichkeit mit einem fast leeren Feuerlöscher hat.

Aber über so etwas sieht der Fan gerne hinweg, denn alles in allem hat das größte Kultmonster der Filmgeschichte hier einen mehr als gelungenen Einstand hingelegt. Der Anfang spannend und noch etwas im Unklaren, dann der erste große Auftritt und schließlich die erste große Zerstörungsorgie - wunderbar.
Zum Schluss darf dann noch einmal der weise alte Professor ran. Godzilla sei zwar besiegt, die Gefahr aber noch lange nicht von der Menschheit abgewendet. Kann es nicht sein, solange die Menschheit die Atomkraft weiter missbraucht.
Damals meinte er damit wohl vor allem die Bombe, die Godzilla ans Land getrieben hatte. Ob er heute wohl auch das Kraftwerk da mit einbeziehen würde?

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Gojira
Land:Japan
Jahr:1954
Regie:Ishirô Honda
Medium:DVD (Splendid)
Lauflänge:ca. 92 Minuten
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 7.jpg 7/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  7/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-963.htm