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Mushishi
Story

Mushi, weder Tier noch Pflanze, leben diese geisterhaften Wesen in vielen verschiedenen Formen überall in unserer Umwelt und beeinflussen diese. Nur wenige Menschen können sie wahrnehmen und viele von ihnen reisen als Mushishi durch die Lande und helfen Menschen bei von Mushi verursachten Problemen.
Einer dieser Mushishi ist Ginko, der bei einer fatalen Begegnung mit einem Mushi in seiner Kindheit nicht nur ein Auge verlor, sondern seit dem auch eine anziehende Wirkung auf Mushi ausübt und deswegen nie lange an einem Ort bleiben kann.
So ist er immer auf Reisen, quer durch das Land und immer darauf bedacht das natürlich Gleichgewicht zwischen den Mushi und den Menschen zu wahren.

Meinung

In Zeiten in denen es auch für die japanische Anime-Industrie immer schwerer wird Gewinne einzufahren bleibt oft wenig Raum für neues, experimentelles, gewagtes und unkalkulierbar kreatives, von dem nichts abzusehen ist ob es beim Publikum ankommt oder ob es ein unrentables Nischenwerk für ein paar wenige Fans wird.
Also setzen die meisten lieber auf alt bewährtes, gut gehende 0815 Klischee-Produktionen und Themen die sowieso immer gehen. Das Ergebnis sind Fließbandserien nach dem immer gleichen Strickmuster, manche davon ganz unterhaltsam, viele aber einfach nur zum vergessen.
„Mushishi“ hingegen ist mal wieder ein Beweis dafür das auch kreativer Mut sich durchaus bezahlt machen kann und das obwohl es so gar nichts an gängigen Trends bieten kann. Es ist weder laut noch schnell, weder blutig/actionreich noch hat es Moe-Charaktere oder Fanservice und klein-knuddelig-kawaii sind die Mushi auch nicht, man könnte wohl nie ein Sammelkartenspiel mit ihnen rausbringen.
Trotzdem hat es Mushishi geschafft.
Vom Kurzmanga als Wettbewerbsbeitrag, zur erfolgreich laufenden Serie in einem Magazin, zu Taschenbüchern und schließlich zu dieser 26teiligen TV-Serie und selbst zum LiveAction-Kinofilm. Wie hat es das gemacht?
Offensichtlich scheint die Geschichte rund um den einsam umherwandernden Mushi-Experten, der die seltene Gabe besitzt etwas wahrnehmen zu können was uns normalen Menschen verborgen bleibt und was doch unsere Welt fundamental mitgestaltet, etwas in vielen Lesern (und später auch Zuschauern) anzusprechen. Eine gewisse Sehnsucht nach Naturverbundenheit vielleicht, nach der es den Großstädter in seinen Beton- und Asphaltwüsten sehnt. Unser Held Ginko kann die Phänomene verstehen, die den meisten seiner Mitmenschen wie höhere Gewalt vorkommen.
Und Ginko hat es eigentlich auch nie eilig. Ginko ist meisten ruhig und entspannt. Die Probleme die er angeht lassen sich nicht mit sinnlosen Hau-Ruck-Aktionen lösen, hier will bedacht und mit Ruhe gehandelt werden. Gewaltsame Lösungen a la „einfach alle Mushi verbrennen“ sind ihm zu wieder, stattdessen muss das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt werden, sonst wird alles nur noch schlimmer. Das ist Öko-Romantik die ankommt beim Publikum. Und warum auch nicht?
„Mushishi“ ist zu besonnen um seine Botschaften seinem Publikum mit Holzhammer Methoden vors Knie zu hauen. Stattdessen entführt es die gestressten Seelen mit meditativer Wohlfühl-Ruhe in ein ländliches Japan von dereinst, in dem das Leben oft noch viel einfacher und bescheidener, aber deshalb nicht weniger erfüllend und glücklicher war.
Dabei sind viele der erzählten Geschichten tragischer Natur und so manche von ihnen nimmt auch kein wirklich gutes Ende. Trotzdem bleibt immer ein gewisses wohliges Gefühl zurück, das alles doch genau so gekommen ist wie es nun einmal sein sollte. Auch die tragischsten Geschichten sind nie wirklich grausam, sondern finden zum Schluss immer eine gewisse versöhnliche Note.

So kommt man aus jedem von Ginkos Abenteuern mit einem guten Gefühl heraus, auch dank der durchweg toll gezeichneten Landschaftsbilder, generell sind sowohl Zeichnungen als auch Animationen durchweg auf einem guten TV-Niveau. Selbiges gilt auch für die, dezent aber meist wirkungsvoll eingesetzte musikalische Untermalung.
Einzig die etwas zu gleichförmigen Charakterdesigns haben mich manchmal etwas gestört, weil sich verschiedene Figuren doch zu ähnlich sehen. Aber das ist ein kleiner Wehrmutstropfen in einer sonst durchweg tollen Serie.
„Mushishi“ ist einfach mal wieder etwas anderes und Abwechslung zur sonst oft dröge uniformen Anime-Serien-Landschaft.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Mushishi
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:26
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Jahr:2005
Regie:Nagahama Hiroshi
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 3428
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-960.htm