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Sound of the Sky
Story

Irgendwo abgelegen im Königreich Helvetia, an der Grenze zum Niemandsland, liegt das kleine idyllische Städtchen Seize. Hier ist auch die Basis des 1121 Zugs der helvetischen Armee, einer kleinen Grenztruppe bestehend aus vier jungen Mädchen und einem nicht einsatzfähigen Superpanzer.
In diesen, auf den ersten Blick eher unbedeutenden Grenzposten, wird die junge Soldatin Kanata versetzt, die dem Militär eigentlich nur beigetreten ist um die Trompete spielen zu lernen, nach dem sie als junges Kind eine Soldatin dabei beobachtete wie diese auf dem Instrument spielte.

Nach einem etwas holprigen Start lebt sich Kanata aber schnell in die Gruppe ein, findet in ihrer Vorgesetzten Felicia eine gütige Kommandantin, die eigentlich mehr Mutter als Befehlshaberin ist und in der kleinen Truppe für ein sehr familiäres Klima sorgt.
In der älteren Rio hat sie ihre Lehrerin für die Trompete, mit der gleichrangigen, aber ein Jahr jüngeren Kureha entspinnt sich zuerst eine gewisse Konkurrenz und die stille und scheinbar ständig Müde Mechanikerin Noel ist eher distanziert. Doch schnell gelingt es Kanata mit ihrer liebenswürdigen Art Freundschaft zu allen zu schließen und die fünf erleben einige spannende Abenteuer, bis eines Tages die traurige Wirklichkeit sich in Form eines drohenden neuen Krieges Bahn in ihren idyllischen Alltag schlägt und es schließlich an den Mädchen ist die letzte Chance auf Frieden für Helvetia zu wahren.

Meinung

„Sound of the Sky“ ist die erste Produktion einer neuen Sendereihe namens „Anime no Chikara“, die ins Leben gerufen wurde um kreativen und ambitionierten Teams die Möglichkeit zu geben originale Animeserien fürs Fernsehen zu produzieren.
Man möchte vor diesem Hintergrund also schon etwas Besonderes von dieser Serie erwarten und keinen Genre-Einheitsbrei, und ja, soviel sei schon gesagt, genau das kann „Sound of the Sky“ auch bieten.

Doch mit der ersten Folge Rücken erst einmal ein paar andere Auffälligkeiten in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Diese Charadesign. Die Namen einiger Figuren. Und diese Verbindung von Musik und Mädchenfreundschaft. Kennt man das nicht irgendwoher?
Jeder der schon einmal etwas von einer Schülerband namens HTT gehört hat wird jetzt wohl mit dem Kopf nicken und in der Tat sieht „Sound of the Sky“ nicht nur aus, sondern fühlt sich besonders in den ersten paar Episoden auch ziemlich ähnlich an wie Link K-On!.
Doch keine Angst, es wird kein plumper Klon in Uniform, schon ziemlich bald zeigt sich das hinter der Geschichte des abgelegenen Grenzpostens mehr steckt als leichtherziger Mädchenspaß.
Dienen die ersten paar Episoden noch der Einführung der Charaktere und dem herausbilden der Beziehungen untereinander, so wird in der Folge in immer mal wieder eingestreuten Rückblenden oder im Besuch besonderer Orte Stück für Stück die traurige Geschichte von einer zerstörten und scheinbar dem Untergang geweihten Welt enthüllt.
So besuchen die Mädchen in einem Manöver die Grenze zum Niemandsland, das sich als riesige Wüste mit umgestürzten Hochhausruinen und verrosteten Schiffswracks entpuppt und scheinbar große Teile des ehemaligen Eurasiens bedeckt.
In den persönlichen Erinnerungen vieler Figuren sind die Schrecken des letzten Krieges noch sehr lebendig und viele (vor allem von den Kindern) tragen ein trauriges Schicksal mit sich herum.
Und schließlich erfahren wir auch von biologischen Massenvernichtungswaffen, von Menschen die zwar wunderschöne Glasdelphine bauen, sich aber kaum noch daran erinnern können wie diese Tiere heißen und die Fische höchstens noch aus ein paar sauberen Bergbächen und Seen kennen, aber längst nicht mehr aus dem Meer. (ja ja, Delphine sind keine Fische!)
In diesen Momenten entfaltet „Sound of the Sky“ seine größten Stärken. Seine Mischung aus dieser melancholischen, traurigen Stimmung und dem Wissen darüber das sich die Erde von diesen schrecklichen Schlägen nicht wieder erholen wird und auf der anderen Seite die ungebrochene Fröhlichkeit und Zuversicht der Menschen, die nicht resignieren sondern sich anpassen und einfach versuchen das Beste aus ihrer Lage zu machen, die trotz allem die Hoffnung nicht verlieren.
Und als Symbol dafür, immer wieder die Musik als universelle Sprache die über Länder und Grenzen hinweg die Menschen miteinander verbindet.

Doch ist „Sound of the Sky“, trotz all der ernsthaften Themen die mit anklingen, am Ende kein Depri Streifen. Im Zentrum bleiben immer irgendwo der Spaß und die Freundschaft, die den Alltag der fünf Mädchen und ihrer Mitmenschen bestimmen. Die Macher haben hier wirklich ein gutes Gleichgewicht zwischen den verschieden stimmungsgeladenen Elementen der Serie gefunden.
Selbst im großen Finale, als ein neuer Krieg schon direkt vor der Türe steht, zeigen sie ein geschicktes Händchen für gutes Timing. Dabei hatte ich als erstes schon das Gefühl das jetzt auf einmal irgendwie alles zu schnell geht. Im Grunde konzentriert sich alles auf eine Folge, aber zum Schluss war es doch, auch gemessen am gesamten Verlauf der Serie genau austariert. Noch kürzer hätte wirklich gehetzt gewirkt und als wäre plötzlich die Zeit ausgegangen, länger wäre aber dem übrigen Erzähltempo nicht gerecht geworden und hätte zum Schluss aufgesetzt ausgesehen und mitunter auch überdramatisiert, weil man sich mit ausgedehnter Zeit auch zu sehr in Schmalz oder sonstigem Blödsinn hätte verrennen können.
Ne, am Ende ist doch wirklich schon alles gut genauso wie es ist. (na klar irgendwo gibt’s natürlich immer noch etwas was besser hätte sein können...)

Das gilt dann im Übrigen auch genau so für die visuelle und akustische Umsetzung der Geschichte. Angefangen bei den Designs, die genau im derzeitigen Trend liegen und das in diesem Fall positiv gemeint, denn mir gefällt dieser Stil und die Figuren sind sehr sympathisch. Und auch die Zeichnungen und vor allem die Animationen sind durchweg gut und auf hohem Serienniveau. Und nicht zuletzt wäre da natürlich der Sound, der in einer Serie die so viel Wert auf Musik legt natürlich besonders wichtig ist. Wie auch in „K-On!“ wird sich immer wieder die Zeit genommen die Musik, ja quasi zu Wort kommen zu lassen, meist in schönes Natursetting eingebettet und gern vor Sonnenauf- oder -Untergang. Da gibt es schon ein paar sehr erhabene Momente, vor allem natürlich beim immer wieder genutzten „Amazing Grace“, das einfach auch ein sehr hymnisches Kirchenlied ist.

So hab ich an „Sound of the Sky“ am Ende eigentlich nichts auszusetzen.
Ich hab im Vorfeld natürlich schon einige Kritikpunkte gelesen. Von der kritisierten Ähnlichkeit zu K-On!, darüber das es keine richtige Handlung gebe, bzw. diese total langweilig wäre, bis dahin das die Serie als gesamtes total schnarchig sei war einiges dabei. Für mich, nach eigener Sichtung, überhaupt nicht nachvollziehbar.
„Sound of the Sky“ ist wirklich eine tolle Serie, mit tollen Figuren, einem tollen Setting und einer zu tiefst sympathischen Botschaft. Ein mehr als gelungener Start für das „Anime no Chikara“ Format, von dem nur zu hoffen bleibt das es uns noch mehr solche hervorragenden Serien spendiert.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Sora no Oto
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:12 (+2 Special)
Jahr:2010
Regie:Mamoru Kanbe
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 3798
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-939.htm