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Schneeland
Story

Immer wieder zieht es den jungen Shimamura weg von zu Haus, in einen abgelegenen Kurort im Schneeland.
Hier kann er seinem Leben und seiner Arbeit entfliehen, verzaubert von der eigentümlichen Atmosphäre des Ortes und der Geisha Komako zu der es ihn hinzieht.
Doch bei einem der Besuche lernt er im Zug die junge Yoko kennen, die sich um einen kränklichen Mann kümmert, und ist fortan auch von ihr fasziniert.

Meinung

Yasunari Kawabata entführt uns in sein „Schneeland“ wie in eine andere Welt.
Durch einen langen, dunklen Tunnel geht die Reise und alles was wir nicht mit uns nehmen bleibt dahinter zurück. Die „normale“ Welt hat keinen Zutritt in dieses abgelegene Idyll in das sich der Protagonist dieser Geschichte regelmäßig flüchtet. Weg von Frau und Kindern und seiner unsinnig Arbeit über den europäischen Tanz, den er doch selbst nur aus Büchern kennt.
Er ist ein seltsamer Mensch dieser Shimamura. Wir erfahren eigentlich kaum etwas über ihn. Über sein Leben jenseits des Schneelandes wird nicht berichtet und auch er selbst scheint kaum einen Gedanken daran zu verschwenden während er in seinem selbstgewählten Rückzugsort die Natur und die Geisha Komako bewundert.
Auch sie scheint ihm zugetan, aber nicht auf dieselbe Weise. Shimamura liebt nicht wirklich, er bewundert nur. Und wie so oft bei Dingen die man bewundert, man kann sich auch irgendwann daran satt sehen.
So tritt bei einem seiner Besuche ein neues Mädchen in sein Leben, die junge Yoko, die ihn auf die gleiche Weise wie Komako zu faszinieren beginnt.
Was nun im Folgenden passiert lässt sich eigentlich nur schwer wiedergeben.
Kawabata schreibt einen recht, ja, offenen Stil, alles erscheint irgendwie traumhaft, leicht nebelig. Es gibt wenig klare Fakten an die man sich halten kann. Ich kann es auch schwer beschreiben.
Zudem springt er zwischen Ereignissen und Zeitstufen hin und her, was nicht immer gleich zu erkennen ist.
Es ist wie mit der Hauptfigur, die eigentlich nur den äußeren Schein liebt und bewundert und kein Interesse hat sich mit dem zu beschäftigen was darunter liegt.
Wie weit diese grausame Gefühlskälte geht zeigt sich im dramatischen Ende des Romans, bei dem Yoko einem Brand zum Opfer fällt und in dem Shimamura selbst im Anblick ihres toten Körpers, statt zu trauern, sich noch an ihrer Schönheit erfreuen kann.

So entfaltet sich eine äußert eigentümliche Stimmung in der Geschichte die „Schneeland“ zu einem ungewöhnlichen aber auch sehr interessantem Leseerlebnis macht und die wohl auch zu den Spezialitäten Kawabatas gehörte, der als nur einer von zwei Japaner für sein Schaffen mit dem Nobelpreis der Literatur ausgezeichnet wurde. (der andere war Kenzaburo Oe)

Cover

Bild 1

 Info
Autor:Kawabata Yasunari
Verlag:Suhrkamp

 Bewertung

 Gesamt:

  8/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-932.htm