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Genius Party Beyond
Story

Gala

Ein friedliches Dorf in einem abgelegenen Wald wird erschüttert, als eines Tages ein riesiger Meteor vom Himmel fällt und einen tiefen Krater schlägt. Schnell sind all die Einwohner, alles Sagen- und Fabelwesen, auf den Beinen und versuchen irgendwie das gigantische Gebilde zu zerstören.
Doch einige wenige von ihnen erkennen dabei das unter der harten Hülle Leben steckt und mit der Hilfe eins alten Priesters und Musik gelingt es ihnen es zu erwecken.


Moondrive

Irgendwo auf dem Mond hängt eine Gruppe halbstarker Nichtsnutze gelangweilt herum, als ihnen plötzlich die Idee kommt mal wieder ein Ding zu drehen. Ihre Beute ist dabei eine mysteriöse Schatzkarte, die sie mit Hilfe eines zur Mithilfe genötigten Gelehrten entziffern können und die sie auf einen abenteuerlichen Trip zu einer abgelegenen Insel führt.


Wanwa the Doggy

Gerade noch im Krankenhaus am Bett seiner Mutter stürzt ein kleiner Junge in die Tiefen seiner Fantasie.


Toujin Kit

Irgendwo in einer düsteren Zukunft lebt eine Frau allein in ihrer abgelegenen Wohnung in einer Hinterhofgasse und bastelt an mysteriösen Stofftieren die irgendwie lebendig zu sein scheinen.
Doch eines Tage steht plötzlich ein Trupp vom Amt vor der Tür und macht eine Hausdurchsuchung. Ein Nachbar hat sie angezeigt.


Dimension Bomb

Ein Junge, ein Mädchen, zarte Bande und jähes Ende.
Die Welt bricht auseinander, sie steht in Flammen, alles ist egal, alles löst sich auf.
Kein Sinn, keine Bedeutung mehr... und doch, es geht weiter.

Meinung

It’s Party time, again.
Nach dem Link grandiosen Vorgänger hat das derzeit wohl kreativste Animestudio Japans bei gemütlichen 4°C erneut zur Festnacht des Animationsfilms geladen und erneut sind Genies dem Aufruf gefolgt ihr Potential in Kurzfilmform zu entfalten.
Neben Studio-Legende Koji Morimoto (Link Robot Carnival, Link Memories) sind diese mal Mahiro Maeda (Mitarbeit an Link diversen Link Ghibli Link Filmen, Link Samurai Champloo), Kazuto Nakazawa (Link Comedy, Link Parasite Dolls), Shinya Ohira (Mitarbeit u. a. an Link Tekkonkinkreet, Link Ghost in the Shell 2) und Tatsuyuki Tanaka (Link Digital Juice, Link Batman: Gotham Knight) mit an Board.
Wie gehabt hatte jeder ca. eine viertel Stunde zur Verfügung und darüber hinaus ziemlich freie Hand.

Los geht es auch gleich mit nichts geringerem als einer Ode an das Leben.
Ein ganzes Dorf von japanischen Mythen- und Sagenwesen lässt Mahiro Maeda in „Gala“ aufmarschieren um das Geheimnis eines riesigen, vom Himmel gefallenen Steines zu entdecken.
Versuchen es die verängstigten Dorfbewohner anfangs noch mit Gewalt, so bringt die etwas Weisere Dorfjugend zusammen mit dem Priester des örtlichen Tempels die Leute bald auf die richtige Fährte. Leben ist es, das da in harter Schale schlummert und sanft durch rauschenden Zauber der Musik geweckt werden will.
Und so feiern sie alle in einem berauschten Reigen aus explodierten Farben, Formen und Tönen das neue Leben das erblüht, irgendwo auf einem kleinen Blumentopf, auf einem kleinen Balkon, mitten in einer Großstadt.
Die Pointe der Geschichte ist am Ende etwas vorhersehbar, nichts desto trotz aber genial und „Gala“ eine grandiose Ode ans Leben, das sich doch überall immer wieder seine Bahn schlägt.

Etwas nüchterner geht es dann in der sprichwörtlichen Räuberpistole „Moondrive“ weiter.
Statt großer Poesie und tiefem Anspruch kann Kazuto Nakazawa dabei mit Skurrilität und treffsicherem Humor überzeugen, wenn er seine Bande von moralisch unterentwickelten Herumtreibern auf die Jagd nach einem vermeintlichen Schatz schickt der sich am Ende als böse Niete entpuppt.
Faszinierend ist hier vor allem der visuelle Stil mit seinen schrägen Designs, die nun wirklich gar nicht zu den gängigen Animeklischees passen wollen. Skizzenhafte Outlines, Kolorierungen die sich nicht an eben jene halten und der freie Umgang mit Formen und Proportionen verleihen dem ganzen seinen sehr eigentümlichen Stil, mit dem man als Studio 4°C Fan schon bestens vertraut sein dürfte und der sonst wohl einfach Geschmackssache ist.
Herrlich unkonventionell auf jeden Fall und eigentlich ein einziger 13 Minütiger Witz mit schwarzem Humor.

Mit „Wanwa the Doggy“ von Shinya Ohira folgt dann die wohl optisch experimentellste Folge dieser Genius Party.
Was Ohira hier an skurriler Fantasiewelten eines Kleinkindes eröffnet ist wirklich einfach nur total abgefahren und in seinem, teils an ausgeschnittenes Buntpapier, teils an ‚Sieht aus wie mit MS Paint gemalt‘ erinnernden Stil teilweise fast schon wahrnehmungssprengend. Im gleichen Zuge aber auch nur konsequent, wenn schon die Fantasien eines Kleinkindes, dann auch optisch so umgesetzt das es nach Kindergartenprodukt aussieht.
So unschuldig und kindlich die Optik, so ernst doch die Thematik hinter diesem Kopfkino rund um die Verarbeitung der eigenen Mutter im Krankenhaus. Hinter der bunten Oberfläche gibt es eine wirklich interessante Symbolik zu entdecken. Vom hobbypsychologen bis zum Traumdeuter ist sicherlich für jeden etwas dabei. ;P

Aber zurück in etwas bodenständigere Gefilde. Wobei, ich betone ETWAS, denn Tatsuyuki Tanaka packt in „Tojin Kit“, meiner persönlichen Lieblingsepisode dieser Party, den Cyber-Punk aus und das nicht zu knapp.
Düstere Zukunftsvisionen, verdreckter Großstadtmoloch, seltsame Maschinerie, Bedrohung durch schwer greifbare Organisationen und alles nicht wirklich greifbar. Eigentlich eine klare Story, eindeutig in dem was passiert, aber ohne etwas zu erklären. Die Hintergründe bleiben gut verhüllt im Dunkeln wodurch erst so ein richtiges Gefühl von Bedrohung und Unbehagen entsteht. Cyber-Punk trifft auf Kafka, so zu sagen.
Optisch ist diese Episode dabei sicherlich die konventionellste aus der ganzen Runde, nichts desto trotz sind die Designs aber hervorragend und alles was man sich vom einem Vertreter dieses Genres eigentlich wünschen kann.
Ich habe es schon bei der Vorschau auf „Tojin Kit“ in Link Digital Juice gesagt und möchte es hier, nachdem ich den ganzen Kurzfilm gesehen habe noch einmal bekräftigen: Bitte, bitte mehr davon!!!

Den Abschluss macht den der Chef persönlich, Koji Morimoto führt uns mit seiner „Dimension Bomb“ noch einmal in surreale Tiefen und einen ganz heftigen Bilderrausch mit der Qualität von Fieberfantasien.
Es geht um einen Jungen und ein Mädchen, um zufällige Begegnung, Freundschaft und ein bisschen darüber hinaus. Und auch um Ende, Abschied, Agonie und Verzweiflung. Alles komprimiert in wahnsinnige 20 Minuten voll gewaltiger Metaphern und Future-Poesie.
DA schießen fiese Schatten-Schemen Marschflugkörper des Trennungsschmerzes direkt ins Herz des Lichterloh brennenden Jungen oder Körper werden von unsichtbaren Kräften willenlos durch die Stadt gezogen, schweben langsam zerbröckelnd als riesige Statuen durch die Hochausschluchten, rot glühende Augen starren auf wogende Kabelmeere und süße Mädchen versuchen in lichtdurchfluteten Sommerfeldern Schmetterlinge mit ihren Kleidern zu fangen.
Man kann es einfach nicht akkurat beschreiben, man muss es einfach selbst gesehen haben. (und in diesem Fall auch noch gehört, denn der absolut stimmige Electro-Soundtrack ist hier echt das Sahnehäubchen!)

Diese Feststellung gilt im Übrigen für alle 5 Episoden dieser zweiten Genius Party.
Was hier geboten wird ist so fern ab von all der 0815 Animekost die man sonst so um die Ohren gehauen bekommt wie bestes Arthouse Kino vom neusten deutschen Free-TV Eventfilm.
Visuell sowohl vom Design als auch der Produktion auf allerhöchstem Niveau gibt es mal skurril lustiges, mal völlig abgedrehtes und schwer psychologisches auf Augen und Ohren das es ein (wie der Titel ja schon so schön sagt) ein Fest ist.
Für jeden Freund der hochwertigen (japanischen) Zeichentrickkunst ein absolutes Muss. Und lasst uns alle hoffen dass man in Fernost in Zukunft immer fleißig weiter solche Delikatessen für uns anrührt, für den besten Genuss bei 4°C.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Genius Party Beyond
Lauflänge:ca. 15-20 Minuten pro Episode
Episoden:5
Jahr:2008
Regie:Masahiro Maeda, Kôji Morimoto, Kazuto Nakazawa, Shinya Ã"hira, Tatsuyuki Tanaka
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4483
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-916.htm