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Sun Village
Story

Sun Village, ein modernes Wohnviertel am Rande irgendeiner Großstadt.
Im schönen Schein vom mittelständigen Leben ereignen sich große Dramen und kleine Wunder.
Ein erfolgloser Nachwuchsmangaka hadert mit seinem Job, ein Schulabbrecher berät verzweifelte Menschen beim Selbstmord und in einem abgelegenen Haus kümmern sich zwei junge Männer um ein kleines Mädchen von dem einer von beiden wohl der Vater ist. Woanders bringt sich ein junges Mädchen um, während zwei Schülerinnen auf einem Dach auf außerirdische warten und anderswo eine spektakuläre Entführung geplant wird.
Vieles verbirgt sich hinter der Fassade des mondänen Wohnviertels und alles ist irgendwie miteinander verknüpft.

Meinung

Mit „Sun Village“ führt uns Mangaka Inio Asano auf eine Entdeckungsreise quer durch ein scheinbar stinknormales japanisches Wohnviertel. Irgendwo am Rand einer Großstadt gelegen ist es das ideale Paradies für die klassische Mittelstandfamilie, mit großen Wohnblocks, Spielplätzen und Grünanlagen.
Doch die Geschichten die Asano uns vor dem Hintergrund dieser biederen Bühne zeigt haben irgendwie so gar nichts damit zu tun was man hier zu sehen erwarten würde.
Es sind Geschichten von haltlosen und treibenden Gestalten. Geschichten von Menschen die auf der Suche nach etwas sind, sich nach etwas sehnen, etwas erreichen wollen und doch meist selbst nicht wirklich wissen was denn eigentlich.
Ihre Hintergründe sind meist zerrüttet, ihre Verbindung zur „normalen Vorortwelt“ scheinen sie irgendwann verloren zu haben. Mal sind es eher Probleme philosophischer Natur, Gefühle von Unzufriedenheit oder Befremden ob dem wie die Vorstellung des typischen Vorstadt-Lebens aussieht und wie die Realität. Dann flüchtet man sich in Alkohol und Party mit Freunden die auch Probleme haben endlich im Leben anzukommen.
Ein anderes Mal geht es um handfestere Probleme, um Gewalt bis hin zu Mord. Um zerstörte Familien und hilflose junge Menschen die sich versuchen von der Welt abzuschotten die sie als grausam oder sinnlos empfinden.
Es sind alles schwierige Themen und die Kunst Asanos besteht darin sie alle nicht nur in einer verschlungenen Geschichte miteinander zu verknüpfen (spontan musste ich dabei an Tarantino denken), sondern dem ganzen auch noch eine schwer zu beschreibende, aber fesselnde Stimmung zu verleihen.
Sehnsucht ist auf jeden Fall eines der Motive das etwas deutlicher heraussticht, Sehnsucht nach etwas das nie klar benannt wird. Aber auch eine gewisse Melancholie wenn sich Figuren in Vorstellungen von besseren Tagen flüchten.
Und immer wieder gönnt uns der Autor einen zweiten Blick. Figuren die bereits aufgetaucht sind kehren wieder und erscheinen uns plötzlich in einem ganz anderen Licht. Immer wieder stellt sich heraus das die Dinge nicht so waren wie sie uns zuerst erschienen. Und weil das noch nicht reicht schafft es Asano auch noch dem ganzen immer wieder ein kleines Augenzwinkern zu verpassen und an genau der richtigen Stelle eine kurze humoristische Situation einzubauen, die verhindert das der Manga zu schwermütig wird.
Was will man da noch mehr?

Na gut, der teils etwas eigenwillige Zeichenstil mag dem ein oder anderen vielleicht nicht so gefallen. Die Zeichnungen sind zwar durchgängig auf gutem Niveau, aber der Stil mit den rundlichen Gesichtern und den oft überdimensionierten Mündern ist etwas gewöhnungsbedürftig.
Aber davon sollte man sich nicht wirklich nicht abschrecken lassen. Dazu hat der Manga zu viel zu bieten, angefangen von der sehr interessanten Geschichte und seinen komplexen Motiven, bis hin zu einigen grandiosen Bildern, allen voran der fliegende Bus im letzten Kapitel.
Ein nicht ganz leichter, aber wirklich schöner Manga.

Cover

Bild 1

 Info
Verlag:shodoku
Zeichnung & Story:Inio Asano
Jahr:2005

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4036
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-898.htm