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Momotaro - Umi no Shinpei
Story

Ein junger Affe besucht ein letztes Mal seine Familie und seine Freunde bevor er in den Krieg ziehen muss und während er ihnen von den großen Abenteuern erzählt die auf ihn warten, schnappt sich sein kleiner Bruder seine Mütze, setzt sie sich auf und bewundert im Fluss sein Spiegelbild.
Doch plötzlich fällt ihm die Mütze hinein, wird weggespült und er springt hinterher, kann aber am Ende nicht gegen die starke Strömung ankämpfen. Während er immer weiter auf einen Wasserfall zutreibt versuchen seine Freunde ihn zu retten.

Einige Zeit später sind die jungen Soldaten dann auf einer Insel angekommen, auf der feindliche Truppen eine Festung errichtet haben, die sie mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung erstürmen.

Meinung

Mit "Momotaro: Umi no Shimpei" erblickte 1945 der erste Anime in Spielfilmlänge das Licht des Projektors und so mit einer der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Anime.
Seine Entstehungsgeschichte ist allerdings wenig feierlich.
Bestand der japanische Zeichentrick in den ersten Dekaden seiner Existenz nur aus Kurzfilmen, so war ausgerechnet der Krieg der das Verlangen nach mehr, nach längeren und besseren Filmen schürte und die nötigen Mittel für deren Produktion bereitstellte.
Es wurde Propaganda gebraucht, dem Volk musste vermittelt werden warum und wieso es Krieg gab und gleichzeitig sollten die Leute motiviert und auf Linie gebracht werden. Alles Zielsetzungen für deren Erreichen Filme von allen beteiligten Parteien als ideales Mittel gesehen wurden.

So eben auch in Japan, und da Zeichentrick auch noch verhältnismäßig günstig zu produzieren ist, wurden bald Propagandaanimes wie vom Fließband produziert.
So kam auch Mitsuyo Seo recht bald damit in Berührung und nach ersten, offensichtlich positiv aufgenommen, Versuchen wie Link Osaru no Sankichi: Totsugekitai oder "Momotaro no Umiwashi" durfte er für letzteren, im Auftrag des Marineministeriums, eben die Fortsetzung "Umi no Shimpei" realisieren.

Der Inhalt ist dabei erwartungsgemäß simpel und deutlich und lässt sich grob in drei Teile teilen, für deren Produktion auch drei parallel arbeitende Teams verantwortlich waren.

In Teil machen sich die frischen Rekruten bereit in den Krieg zu ziehen. Es gibt Verabschiedungen von Familie und Freunden und natürlich werden die jungen Männer von allen beneidet und bewundert, ob der haldenhaften Taten die sie vollbringen werden.

Im zweiten Teil geht es dann in den direkten Einsatz.
Auf einer Insel wird die ungebildete lokale Bevölkerung dafür rekrutiert die benötigte militärische Infrastruktur aufzubauen und anschließend von den eintreffenden japanischen Helden unterrichtet, was zwar nicht so erfolgreich ist (sind eben nicht ganz so helle die anderen), aber dafür ausreicht um mit ihrer Unterstützung schlussendlich die westlichen Teufel in ihrer Festung zu besiegen.
Dabei kämpfen die japanischen Helden natürlich am tapfersten, während die westlichen Teufel völlig überfordert, feige schreiend wild durcheinanderlaufen (wobei ihnen Skatkarten aus den Taschen fallen?) und schließlich schlotternd aufgeben und am Ende sogar zu viel Angst haben die Kapitulation zu unterzeichnen.

In einem eingeschobenen dritten Teil wird dann das theoretische Fundament für Japans Befreiungskrieg erläutert, welches darauf hinaus läuft das seine asiatischen Nachbarn von den imperialistischen Westlern besetzt und unterdrückt werden (z. B. England in China) und sie sie befreien und unter japanischer Herrschaft vereinen müssten.

Damit das Ganze aber trotzdem Spaß macht und auch für das jüngere Publikum interessant ist wird die gesamte Geschichte dabei in eine niedliche Form gepackt in der fast alle Figuren niedliche Tierchen sind und auch viel gesungen wird.
Obendrein muss einmal mehr die populäre Sagengestalt Momotaro den Platz des Soldatenführers einnehmen. (damals ein gängiges Motiv, siehe auch Link Umi no Momotaro oder Link Sora no Momotaro)
Generell ist der Stil des Films sehr von Disney inspiriert. Mitsuyo Seo wurde von seinen Auftraggebern extra eine Kopie von Disneys Fantasia vorgeführt um ihm zu zeigen was man vom ihm erwartet.
Wirklich interessant macht das die Geschichte allerdings trotzdem nicht. Zwar ist es die ersten Minuten tatsächlich ganz unterhaltsam den niedlichen Figuren zuzusehen und der gesamte Einstand rund um eine dramatische Rettungsaktion an einem Wasserfall sogar leidlich spannend, aber auf die Dauer wird es langweilig die Tierchen dabei zu beobachten wie sie Wäsche aufhängen und ähnliches, bis es am Ende dann noch einmal rund geht.

Messen kann sich "Momotaro: Umi no Shimpei" dann entsprechend nicht so wirklich mit dem großen amerikanischen Vorbild. Nichts desto trotz ist er aber optisch beeindruckend, mit den (für die damalige Zeit) detaillierten Hintergründen und weichen Animationen setzte er neue Maßstäbe für japanische Produktionen.

So muss man am Ende, trotz fragwürdigem Inhalt, anerkennen das "Momotaro: Umi no Shimpei" ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Anime war und heute vor allem aus filmhistorischer Sicht sehr interessant ist.

Screenshots

Bild 1

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Bild 6

 Info
Originaltitel:Momotaro - Umi no Shinpei
Lauflänge:ca. 74 Minuten
Jahr:1945
Regie:Mitsuyo Seo
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 7.jpg 7/10

Sound:

 4.jpg 4/10

Story:

 3.jpg 3/10

 Gesamt:

  5/10

Aufrufe: 4279
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-897.htm