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Ein Zoo im Winter
Story

Eigentlich ist Hamaguchi nur ein kleiner Angestellter in einem großen Textilhandel aber dann bekommt er eines Tages den sonderbaren Spezialauftrag den Aufpasser für die Tochter seines Chefs zu spielen.
Die ist gerade, nach einer aufgeflogenen Affäre, von ihrem Mann vor die Tür gesetzt wurden und wird nun von ihrem Vater unter strenger Aufsicht gehalten, was sie aber nicht daran hindert trotzdem mit ihrem Geliebten durchzubrennen und einen beschämten Hamaguchi zurückzulassen, der sich in der Firma jetzt einiges anhören darf.
Doch eigentlich kommt es ihm das Alles ganz gelegen, denn er war schon länger unzufrieden mit seiner Arbeit und nach einem Besuch bei einem alten Studienfreund in Tokio schmeißt er schließlich alles hin und zieht in die Hauptstadt um als Assistent für einen berühmten Mangaka zu arbeiten.
Schon immer hat er gern gezeichnet und nun eröffnet sich ihm die Gelegenheit selbst Künstler zu werden, doch hat auch diese Berufung so einige Schattenseiten und vor der Erfüllung seines Traumes liegt erst einmal viel harte Arbeit.

Meinung

„Ein Zoo im Winter“ ist der Ausganspunkt für das durchbrechende kreative Talent eines jungen Japaners, der sich selbst noch nicht so recht darüber klar ist wo er hinsteuert mit seinem Leben.
Gefangen in einem unbefriedigenden Job findet er den Ausbruch und schmeißt sein Leben komplett um, um seinen Traum zu verwirklichen.
Hört sich doch an wie eine klassische Künstlergeschichte.
Das es damit aber noch lange nicht getan ist wird jedem schnell klar der mal einen Blick hinter die schillernde Kulisse des Künstlerbetriebs getan hat und wer nicht bekommt hier eine prima Gelegenheit dazu.
Jiro Taniguchi erzählt nicht nur die Geschichte des jungen und talentierten Mangaka Hamaguchi, sondern schildert auch die typische Arbeit an einem Manga der, auch wenn meist am Ende nur ein Name auf dem Cover steht, selten das Ergebnis nur einer einzigen Feder ist, und erzählt uns von all den Assistenten und Redakteuren die nötig sind um die Vision jenes Menschen, den wir dann als Autor bewundern, umzusetzen.
Und jeder fängt eben auch einmal klein an, ob nun Hamaguchi oder Taniguchi, und verdient sich erste Sporen mit tuschen oder Speedlines malen. Es sind sicher auch Taniguchis eigene Erfahrungen die er hier autobiografisch mit einarbeitet, nicht nur in die Arbeitsabläufe, sondern auch in die vielen verschiedenen Charaktere die sich in und um das kleine Zeichenstudio sammeln, ob nun der erflogreiche Manga mit den Kindergeschichten oder sein bester Freund, der ungleich weniger erfolgreiche Gekiga-Zeichner. Und auch die verschiedenen Assistenten, ob nun eher höher oder tiefer gestellt, ob nun eher fleißiger und verbissen am ersten eigenen Manga arbeitend oder die alten Füchse die es nie geschafft haben in die erste Reihe aufzurücken und wohl für immer Assistent bleiben werden.
Es sind nicht nur Erfolgsgeschichten, aber alles Menschen die sich mit ihrem Leben arrangieren müssen und es meist auch können.
Da wirkt die zusätzlich eingeflochtene, tragische Liebesgeschichte fast schon ein wenig fehl am Platz bzw. unnötig, so als hätte jemand entschieden das die Geschichte ohne nicht genug hergibt und dringend noch etwas emotionaler Tiefgang benötigt wurde.
Nun gut, so gibt es zum Ende also doch noch feuchte Augen, wie so oft bei Taniguchi. Hier kann er vielleicht auch nicht ganz raus aus seiner Haut. Ich verzeih es ihm gern, zumal es ja auch wieder so wunderbar erzählt ist.
Trotzdem kann „Ein Zoo im Winter“ genau deswegen dem großartigen Link A Drifting Life nicht das Wasser reichen. Dazu fehlen ihm doch die epische Breite und diese gewisse Kraft die letzteres ausstrahlt. Aber Taniguchi hat hier ja auch keine Lebensbiografie abgeliefert, sonder einfach nur eine kleine Geschichte über einen jungen Mann der Mangaka werden will und jeder der diesen Traum teilt oder sich einfach nur sehr für das Thema Manga oder generell einfach nur für gute Mangas oder auch nur für gute Comics, also eigentlich jeder der Bildergeschichten liebt, darf mal wieder bedenkenlos zugreifen.
Es gibt eben Autoren (und all die Leute die hinter ihnen stehen) in deren Händen so gut wie alles zu Gold, oder zumindest zu ebenfalls sehr hübschem Silber wird.

Cover

Bild 1

 Info
Verlag:Carlsen Comics
Zeichnung & Story:Jiro Taniguchi
Jahr:2008

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4133
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-891.htm