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First Squad
Story

1942, Europa wird vom Zweiten Weltkrieg verwüstet und alle Seiten suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit die Kämpfe für sich zu entscheiden.
Dabei wird auch vor dem Übernatürlichen nicht zurück geschreckt und während der deutsche Ahnenkult mittelalterliche, schwarzmagische Ritter heraufbeschwört, werden in einer geheimen russischen Kaserne Jugendliche mit übernatürlichen Kräften ausgebildet.
Doch eines Tages erfolgt ein Überraschungsangriff der Deutschen und alle bis auf eine junge Kadettin namens Nadya werden getötet, die fortan mit einer Künstlertruppe zur Soldatenunterhaltung an der Front entlang tingelt.
Doch wie der Zufall es so will findet sie, verfolgt von zwei Spioninnen der SS, den Weg zurück zur Übersinnlichen-Division und keine Sekunde zu früh, denn die Ritterpläne der Deutschen stehen kurz vor ihrer Vollendung und nur Nadya und ihre toten Freunde, zu denen sie dank einer geheimen Maschine wieder Kontakt aufnehmen kann, können sich den heraufbeschworenen Rittern in den Weg stellen und das russische Kriegsglück bewahren.

Meinung

"The Moment Of Truth”, so verkündet es der Titelanhang der russisch japanischen Coproduktion "First Squad" (Achtung: der Film ist original in russisch nicht japanisch!) und bezieht sich damit auf einen angeblich immer wieder auftauchenden, besonderen Moment in der Geschichtsentwicklung. Was selbige Entwicklung für "First Squad" selbst angeht sollte man ihn allerdings lieber nicht allzu wörtlich nehmen, denn was uns hier im Deckmantel einer Dokumentation untergejubelt wird hat nichts mit pädagogisch wertvoller Geschichtsaufbereitung zu tun, sondern entpuppt sich als astreine Mysterie Räuberpistole mit ordentlich Pathos.

Die Inszenierung ist dabei unbestreitbar interessant gelungen.
Wie schon gesagt gibt man sich alle Mühe die hanebüchene Geschichte von heraufbeschworenen Dämonen und Weltwandlern, die man sich hier aus einem zähen Mythen Sumpf irgendwo zwischen Thule-Gesellschaft und Rasputin abschöpft, in ein möglichst glaubhaftes Licht zu setzen.
Dazu unterbricht man den eigentlichen Animationsfilm immer wieder um, in bester Guido Knopp Manier, Einspieler von vermeintlichen Zeitzeugeninterviews zuzureichen in denen vom einfachen Kriegsveteran über Historiker und Psychologen bis zum Generalmajor damals dabei gewesene ihre Erinnerungen und Meinungen ablassen dürfen, die dann nach Möglichkeit das gerade in gezeichnet gesehene untermauern und plausibel machen sollen.
Ein Unterfangen, man kann es sich schon denken, das angesichts der abstrusen Geschichte zum Scheitern verurteilt ist und ziemlich schnell unfreiwillig komische Züge annimmt. Wobei ich mal vorsichtig in den Raum werfen will das die Authentizität der Angeblichen Augenzeugen durchaus ebenfalls angezweifelt werden darf. So präsentiert uns der Film z. B. den Journalisten und Autoren Karl-Heinz Benz der dank seines Buches "Schwert der Vergeltung" als Experte für die NS-Esoterik auftritt. Der Versuch ihn oder wenigstens sein Buch irgendwo sonst (z. B. in der deutschen Nationalbibliografie) zu finden blieb allerdings erfolglos. Selbiges gilt auch für den auftretenden Generalmajor Aleksandr Pogodin, es gab zwar in den 40ern tatsächlich einen Brigadekommissar Pogodin, aber der lässt sich mit dem hier gezeigten nicht in Verbindung bringen.
Ich gehe deshalb bis auf weiteres davon aus das auch sämtliche übrigen Zeitzeugen lediglich Schauspieler und ihre Geschichten, teils auf bekannten Tatsachen beruhende, Fiktion sind.
Fragt sich also was das Ganze soll?
Warum eine so abstruse Geschichte als Pseudodokumentation aufziehen und als vermeintliche Wahrheit oder zumindest als "könnte durchaus so gewesen sein..." verkaufen?
Einfach dummdreiste Zuschauerverarsche oder bewusster Kunstgriff um uns etwas vor Augen zu führen?
Gefälschte Dokus um die Leichtgläubigkeit der Menschen gegenüber den Medien bloßzustellen gab es ja nun schon einige.

Nun ich kann die Frage zurzeit für "First Squad" nicht beantworten, also wenden wir uns wieder der eigentlichen Geschichte zu.
Erleichtert man die um die vielen Einspieler so bleibt ein durchaus ansehnlicher Mysterie-Action Kracher, beruhend auf einer reihe russischer Propagandacomics namens "Pioneer Heroes" aus den 80er Jahren, aus denen die beiden Autoren Aljosha Klimov und Misha Sprits das Script entwickelten. Beide große Anime-Fans, wodurch dann die Cooperation mit dem berühmten Studio 4°C zu Stande kam, das die Produktion übernahm und die Regie einem seiner Veteranen, Yoshiharu Ashino (Link Kimagure Robot, Link Tweeny Witches) anvertraute.
Nimmt man sich nun nur diesen Teil so haben wir einen solide produzierten Anime. Die Story ist Action und Tempo reich, sowohl für die Kriegs- als auch für die Psychoszenen findet man starke Bilder die ihre Wirkung nicht verfehlen.
Klar die Geschichte ist nun auch so keine großartige Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, aber bringt dafür, dank Katana schwingender Heldin, rotäugigen Zombierittern und kampferprobten vollbusigen SS-Zwillingen, einen gewissen Trash-Flair mit sich der sich gut mit der gebotenen Edeloptik verträgt.
Generell lässt sich über die visuelle Präsentation nichts Schlechtes sagen, das 4°C hat gewohnt hochwertige Arbeit abgeliefert und bietet einen gelungenen Mix von ehemaliger sowjetischer Propaganda-Ästhetik (vor allem im Vorspann) bis hin zu leichten Steam-Punk Elementen wenn es z. B. an die Sputnik getaufte Totenreich-Besuchsmaschine geht.

Also was nun Anfangen mit diesem "First Squad"?
Auf die Pseudodoku scheißen und einfach die als gelungenen WWII Actionkracher mit Trashfaktor und Edeloptik genießen oder lieber großen Bogen um diesen obskuren Esoterik Brei, der noch dazu zu leichter Glorifizierung der Kriegsgeschehens neigt? (nicht zuletzt durch einige Aussagen der "Augenzeugen")
Nun, ich weiß auch nicht so recht, eigentlich fand ich "First Squad" schon recht interessant auch gerade wegen der etwas dubiosen Stilmischung und ohne kleine Interpretationshilfe wie der ganze Dokuquatsch nun eigentlich gemeint war bleibe ich unschlüssig was ich abschließend von dem Filmhalten soll.
Ich denke ihn sich anzusehen ist aber trotz allem erst einmal nicht verkehrt, denn die Produktionsqualität stimmt und die Story unterhält auch ganz passabel.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:First Squad: The Moment of Truth
Lauflänge:ca. 69 Minuten
Jahr:2009
Regie:Yoshiharu Ashino
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 6.jpg 6/10

 Gesamt:

  7/10

Aufrufe: 5242
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-887.htm