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Kemonozume
Story

Mitten in Japan lebt wirkt eine streng geheime Organisation, die Kifuuken, daran die Bevölkerung vor einer gefährlichen Rasse von Menschenfressern zu beschützen.
Seit Jahrhunderten bewahren sie ihre Tradition im Verborgenen, doch wird es wegen einer Häufung der Zwischenfälle mit Menschenfressern immer schwieriger deren Existenz geheim zu halten und zu dem gibt es auch innerhalb der Kifuuken Streitigkeiten darüber die Truppe zu sanieren und statt alter Schwertkampftradition auch auf moderne Technik zu vertrauen.
Toshihiko ist einer der besten Kämpfer der Kifuuken, doch verliebt er sich eines Tages in die wunderschöne Yuka, eine Menschenfresserin.
Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, als Toshihiko mit ihr durchbrennt, der Meister der Kifuuken ermordet wird und die Truppe einen Pakt mit einem ehemaligen Mitglied eingeht, in Regierungsdienste eintreten und zu einem modernen Unternehmen werden will.
Währenddessen wächst die Anzahl der neu auftauchenden Menschenfresser immer weiter und es scheint sich zudem bei ihnen um eine ganz neue Art zu handeln, deren Spuren schließlich zu einer unerwarteten Quelle führen.

Meinung

Mit seiner 13teiligen Serie „Kemonozume“ hat Regisseur Masaaki Yuasa (bekannt durch seinen Kultfilm Link Mind Game) mal wieder ein außergewöhnliches Stück abgeliefert, das wohl so ziemlich zu nichts passt was einem bei dem Begriff Animeserie für gewöhnlich so an Erwartungen durch den Kopf geht. Ob inhaltlich, grafisch oder musikalisch, in allen Bereichen hat man sämtliche Konventionen über Board geworfen und schonungslos die eigene Kreativität ausgelebt, was so manches mal bei so manchem Zuschauer für ungläubiges Staunen sorgen dürfte. Denn weder bei Gewalt, noch bei Sex hat man sich dabei sonderlich zurückgehalten. Und das nicht nur nach europäischen Vorstellungen davon was in einem Zeichentrickfilm so zu sehen sein darf (da schlagen die Produktionen aus Fernost ja regelmäßig über die Strenge), auch für japanische Verhältnisse kann man „Kemonozume“ wohl Kompromisslos nennen. (na ja, von ein paar kleinen Zensuren mal abgesehen die dann wohl doch sein mussten)
Aber das ganze wirkt keinesfalls aufdringlich, kein Exploitation, sondern ist über weite Teile geradezu harmonisch in der durch geknallten Geschichte untergebracht, die sich selbst trotz viel Kampf und Drama sichtlich wenig ernst nimmt und mit jeder Menge skurriler Scherze durchsetzt ist, angefangen bei einem starken Kämpfer der mitten im Gefecht ständig durchfall bekommt, bis hin zu dem völlig abgedrehten Bösewicht der nur einem mit Slip bekleidet durch die Gegend springt, in den er sich die abgetrennten Arme einer Frau gesteckt hat.
Klingt erst einmal ziemlich grausam, aber da die gesamte Geschichte eh mit jeder Menge surrealen Momenten durchzogen ist und ständig irgendwo zwischen reell gestalteten Erlebnissen und völliger Phantasterei schwankt wirken auch solche Einfälle auf makabre Weise komisch, wobei sich mit eben dieser Zusammensetzung der Geschichte nur eine Minderheit der sonstigen Anime-Zuschauer werden anfreunden können.
Auch in Sachen visueller Präsentation schlägt „Kemonozume“ zugewucherte, kaum erkundete Trampelpfade ein statt breit ausgebaute Bequeme Straßen und schreckt erst einmal mit Zeichnungen und Designs aus krakeliger Linienführung, die sich um Proportionen und Ähnliches sichtlich wenig kümmern. Ein Stil wie ihn Masaaki-Fans schon kennen und lieben, wie er aber so gar nicht dem entspricht was der Mainstreambereich in Sachen Anime so an Ästhetik vorgibt.
Dabei verbirgt sich hinter der rauen Schale ein wirklich geschmeidiger Kern, der mit Animationen aufwarten kann wie sie für eine TV-Serie längst noch nicht Standart sind und bei denen man sich auch vor Experimenten nicht scheut, wie das häufig vorkommende Kombinieren und Zeichentrick und verfremdeten Real-Aufnahmen, die besonders bei Gelegenheiten wie Fahrszenen für die Hintergründe eingesetzt werden.

Leider hat das Ganze bei aller Innovation allerdings auch ein paar Schattenseiten.
Die Story scheint sich zum Finale hin doch etwas zu verrennen und bis zu letzt nicht wirklich wieder zu einem nachvollziehbaren Punkt zurückzufinden. Die surrealistischen Momente und Settings nehmen etwas überhand und entwickeln den unschöne Hang von faszinierend zu albern zu kippen. Während der Zeichenstil in manchen Szenen etwas zu überladen wirkt, so das die Übersicht verloren geht, wobei das auch ein gewollt sein kann. Mir ist es trotzdem stellenweise als negativ aufgefallen.

Völlig ausgereift ist „Kemonozume“ also noch nicht. All das was „Mind Game“ so ausgemacht hat von Spielfilm- auf Serienlänge zu übertragen gelingt eben doch nicht so ganz, es ist ein Unterschied ob 2 Stunden oder 13 Episoden.
Nichts desto trotz ragt auch „Kemonozume“ weit aus dem sonstigen Anime-Einheitsbrei heraus und jeder der nach dem Außergewöhnlichem sucht sollte unbedingt zugreifen. Die Schwächen die die Serie noch hat fallen bei all ihrem kreativen Potential und ihre, ich würde fast sagen leicht anarchischen Art nicht wirklich ins Gewicht.
Wer das skurrile und schwarz humorige liebt, findet beste Unterhaltung die taugt einem hin und wieder kurz die Luft anhalten zu lassen, weil man etwas sieht das man so von einer Animeserie einfach nicht erwartet hätte.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Kemonozume
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:13
Jahr:2006
Regie:Masaaki Yuasa
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4290
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-854.htm