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Winter Days
Story

Szenen aus Wintertagen...

Meinung

2003 erschien dieses ehrgeizige Projekt unter der Leitung des berühmten Stop-Motion Künstlers Kihachiro Kawamoto, der zusammen mit 35 Spitzenanimatoren sowohl aus Japan (darunter Größen wie Isao Takahata, Koji Yamamura oder Yoji Kuri), als auch aus der gesamten restlichen Welt, ein 36teiliges Kettengedicht in bewegte Bilder adaptieren wollte. Das dafür ausgewählte Renku (ein Gedicht für das verschiedene Dichter wie in einer Art kleinem Wettbewerb immer neue Verse liefern) war „Fuyu no Hi“ aus dem 17Jahrhundert, entstanden unter Federführung des berühmten japanischen Poeten Matsuo Basho.
So machte sich also jeder der beteiligten Animatoren daran für den ihm zugeteilten Vers eine kleine Sequenz zu erarbeiten für die eine Minimum-Laufzeit von 30 Sekunden vorgeschrieben war und die am Ende, jeweils eingeführt von einer kurzen Texttafel mit dem dazugehörigen Vers, mit den anderen zu einem insgesamt 40minütigen Film zusammengeschnitten wurden.
Herausgekommen ist dabei ein Schaulaufen der verschiedensten Zeichen- und Animationsstile, wie man ihn umfangreicher selten in einem einzigen Werk bewundern konnte.
Von klassischem Zeichentrick, über Animationen mit Papier-Ausschnitten, Stop-Motion Puppen- und Knetgummi Trickfilm, verschiedenen Computeranimationen, Glaszeichnungen, digital nachbearbeiteten Realfilmaufnahmen und natürlich auch der Kombination all dieser verschiedenen Techniken ist so ziemlich alles dabei was im großen Bereich Animationsfilm so möglich ist.
Dabei schwanken die einzelnen Clips von simplen Bildumsetzungen des jeweiligen Verses bis hin zu düsteren oder humoristischen Neuinterpretationen.
Dabei einen einzelnen Clip rauszuziehen oder einzelnen Künstler zu benennen, der nun besonders gefallen oder besonders gute Arbeit abgeliefert hat ist für mich schier unmöglich, denn wirklich jede der kurzen Szenen ist auf ihre Art besonders und interessant, mit „Winter Days“ ist hier wirklich ein Fest für alle Freunde guter Animationen gelungen.
Und selbst wenn man tatsächlich mit dem ein oder anderen Stil nicht so ganz klar kommen sollte (Yoji Kuri ist hier sicherlich so ein Kandidat), dann stört das den Genuss eigentlich gar nicht, denn dank der kurzen Laufzeit ist alles auch so schnell schon wieder vorbei, wie es kam.
Darin liegt dann allerdings auch die Wehmut, mit der einem die sehr kurz erscheinenden 40 Minuten am Ende zurücklassen, denn gern hätte man mehr von dem einen oder anderen oder auch von allem gesehen, denn jeder Clip für sich ist ein potentielles Appetithäppchen zum anfüttern, das einen nach mehr verlangen lässt.
Glück wenn man dann zufällig an einem der bekannteren Namen hängen geblieben ist von dem man sich auch ganz gut weiteres Material beschaffen kann. Bei so manchem der osteuropäischen Vertreter dürfte das leider schon erheblich schwerer werden.

Aber auch mit der Gefahr am Ende süchtig nach mehr doch auf dem Trockenen zu sitzen muss man „Winter Days“ einfach jedem empfehlen der sich von hervorragenden Animationen gern begeistern lässt.
So ein, in einen einzelnen Film gepresstes, Animations-Festival wird man nicht so schnell wieder finden und schon gar nicht in dieser Bandbreite an vorgeführten Techniken. Unbedingt zugreifen!

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

 Info
Originaltitel:Fuyu no hi
Lauflänge:ca. 40 Minuten
Jahr:2003
Regie:Kihachirô Kawamoto
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 10.jpg 10/10

Sound:

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Story:

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 Gesamt:

  9/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-840.htm