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Ikkyu
Story

Als Sohn einer verstoßenden Konkubine des Kaisers wird der 6jährige Sengikumaru von seiner Mutter ins Kloster geschickt um dort in Sicherheit zu leben und ausgebildet zu werden.
Fortan bekommt er den Namen Shuken und sein Leben ist vom anstrengenden Tagwerk eines Zenschülers geprägt, doch schon bald gerät der junge Novize immer öfter mit den Regeln des Klosterlebens und deren Zwiespalt zum Zen aneinander und versucht sich schließlich, nach dem Tod seines Meisters, mit 21 Jahren sogar das Leben zu nehmen. Doch er überlebt und nach einigen weiteren Jahren in einem Tempel erfährt er eines Nacht bei der Meditation eine große Erleuchtung.
Inzwischen unter dem Namen Ikkyu bekannt, macht er sich auf den Weg zu immer neuen ausgedehnten Wanderungen auf denen er seinen eigenen Weg zum Zen erforscht und die ihn immer seltener in den Tempel zurückführen. Als auch sein letzter Meister schließlich stirbt wendet sich Ikkyu völlig vom etablierten System der Zen-Sekten ab, geht seinen eigenen Weg und prangert schließlich sogar offen das korrupte und verlogene System der großen Tempel an.

Meinung

In seinem letzten Werk vor seinem Tod 1995 erzählt Hisashi Sakaguchi die Lebensgeschichte des heute in Japan wohl populärsten Zenpriesters aller Zeiten, Sojun Ikkyu.
Da über dessen tatsächliches Leben außer den Überlieferungen eines seiner Schüler und dem was man aus seinen Gedichten deuten kann wenig bekannt ist, beruht diese Biografie eher auf den klassischen Legenden die man sich über derartig schillernde Figuren selbst nach langer Zeit noch zu erzählen pflegt und hat wohl eher halb fiktiven Charakter.
Macht aber nichts, denn hier geht es auch nicht darum eine wissenschaftlich korrekte Abhandlung zu liefern, sondern darum die Ideen und die Lebensart zu vermitteln mit denen Ikkyu die Welt des Zens prägte und die ihn bis heute zu so einer herausragenden Persönlichkeit machen.
Sein Leben voller Auflehnung und Befreiung gegen die festgefahrenen und vom ihm als heuchlerisch und verdorben empfunden Verhältnisse der damaligen Priesterschaft haben dabei bis heute nichts von ihrer Faszination und ihrem Reiz verloren. Ganz im Gegenteil, sein Kampf gegen den alles verderbenden Einflusses von Macht und Geld ist eigentlich zeitlos und heute so aktuell wie eh und je. Mal ganz davon abgesehen das derartig menschliche Rebellionsgeschichten gerade die Jugend wohl immer faszinieren können.
Ergänzt wird dies durch die weitere immer wieder angerissene Biografie des berühmten Dichters, Schauspielers und Verfassers von No Theaterstücken Zeami Motokiyo, dessen streben nach der Verbesserung der Theaterkunst und der Auseinandersetzung mit seinem Sohn und Ziehsohn immer wieder in kurzen Einschüben thematisiert wird und der genau wie Ikkyu nach seinem eigenen, ganz speziellen Weg gegen alle Konventionen und Widerstände sucht.
Erzählt wird dies alles in, auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär wirkenden Zeichnungen, die mit ihrer klaren und sauberen Panelaufteilung ruhig und wenig dynamisch wirken, die damit aber den Grundtenor der meist unaufgeregten Lebensführung Ikkyus unterstreichen und auch beim Leser für eine gewisse Gelassenheit im Erfahren der Geschichte sorgen.
Schön auch der eher realistisch gehaltene Zeichenstil, der bei den Figuren immer etwas einfacher und comichafter, dafür bei manchen Naturbildern (Ikkyus Beobachtung eines Vogels der ein Insekt aufspießt) sehr detailliert ausfällt.

So ist „Ikkyu“ mal wieder eine Abwechslung die aus der (immer noch) großen Masse der hierzulande erscheinenden Mangas angenehm heraussticht, die aber aufgrund des sehr spirituellen Hintergrundes trotzt sympathischer Revoluzzer-Hauptfigur sicher nicht jeden anspricht.
Wer allerdings kein Problem mit der unwissenschaftlichen Religionsthematik hat und auf der Suche nach etwas anspruchsvoller Manga-Unterhaltung ist, der sollte unbedingt zugreifen.

Cover

Bild 1

Bild 2

 Info
Verlag:Carlsen Comics
Zeichnung & Story:Hisashi Sakaguchi
Jahr:1998

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4395
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-808.htm