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Hakujaden
Story

Als kleiner Junge findet Xu-Xian eine weiße Schlange und hält sie sich als Haustier, doch obwohl er sich rührend um sie kümmert muss er sie eines Tages auf Grund seiner Eltern im Wald aussetzen.
Jahre später lebt Xu-Xian inzwischen in seinem eigenen Haus, zusammen mit seinen beiden Pandas Panda und Mimmi, als plötzlich nach einem heftigen Sturm eine wunderschöne junge Frau namens Bai-Niang bei ihm auftaucht, in die er sich sofort verliebt.
Doch wie sich zeigt ist Bai-Niang niemand anderes als der menschgewordene Geist der weißen Schlange und als solcher muss sie sich ständig vor dem mächtigen reisenden Mönch Fa-Hai verstecken, der allen Geistern den Kampf angesagt hat.
Die Situation spitzt sich zu als Bai-Niangs Dienerin eines Abends in die Schatzkammer des Palastes einbricht und 2 Juwelen stiehlt, von dem einer bei Xu-Xian gefunden und dieser daraufhin verbannt wird.
Sowohl seine beiden Pandas als auch Bai-Niang machen sich auf die Suche nach ihm, doch während erstere es mit einer Räuberbande aus Tieren zu tun bekommen, muss letztere erschreckt feststellen das auch Fa-Hai Xu-Xian gefolgt ist und sie nun endgültig vernichten will.

Meinung

„Hakujaden“ oder auch „Panda and the Magic Serpent“ ist ein echter Klassiker der Animegeschichte und je nach dem was für Quellen man heranzieht nicht nur der erste Anime der es in die amerikanischen Kinos schaffte, sondern auch der erste Anime Langfilm nach Ende des 2ten Weltkriegs und der erste aus dem frisch gegründeten Studio Toei Animimation. Teilweise wird er darüber hinaus auch als erster komplett colorierter Anime benannt. Man sieht, er hat also ein paar Meilensteine im Gepäck, die er in der Historie des Animes so setzten konnte.
Doch worum geht’s nun eigentlich?
„Hakujaden“ erzählt eine alte chinesische Sage (damals auch eine Art Versöhnungsgeste an die einstigen Gegner), die in ihrem Heimatland weit bekannt ist, Vorlage für etliche Opern, Theaterstücke und Erzählungen war und von der es auch dementsprechend viele Varianten gibt.
Hier haben wir also eine ganz eigene davon, angereichert mit einigen neuen Nebenfiguren wie dem Pandaduo Xu-Xian s oder der Dienerin Bai-Niangs, einem verwandelten Fisch.
Generell wird die gesamte Geschichte in einer sehr disneyähnlichen Form erzählt, nicht nur was die sprechenden Tiere als süße Sidekicks, sondern auch was Gesangseinlagen, auflockernden Humor und das Zusammenspiel von Animation und Musik angeht. (z. B. Paukenschlag wenn jemand hinfällt)
Leider ist die Geschichte trotz allem nicht unbedingt so aufbereitet das sie wirklich über 75 Minuten Laufzeit zu unterhalten weiß und besonders während der Mitte stellen sich einige Längen ein, die vor allem durch eher unnötige zusätzliche Nebenhandlungen wie die tierische Räuberbande überspielt werden sollen, was aber nicht wirklich gelingt. Hier zeigt sich doch deutlich die fehlende Erfahrung in der Inszenierung von Abendfüllenden Zeichentrickfilmen, die außer einigen Propagandawerken während der Kriegszeit bisher praktisch nicht vorhanden waren. Alles wirkt irgendwie ein bisschen grob und unausgereift.
Dafür hat man sich bei den Zeichnungen und Animationen hingegen alle erdenkliche Mühe gegeben.
Als Erstlingswerk sollte „Hakujaden“ wohl eindeutig eine Art Prestigeprojekt fürs frisch geschaffene Studio sein und so hat man sich in Sachen Budget und Miterbeiterzahlen nicht lumpen lassen und in acht Monaten Produktionszeit so ziemlich alles Möglichkeiten ausgeschöpft die einem damals zur Verfügung standen und den Maßstab für die kommenden Jahre gesetzt.
Entsprechend prächtig sieht der Film dann auch aus. Zwar wirken gerade die Designs von Hintergründen und Figuren heute reichlich altbacken und einige Schwierigkeiten, wie die richtige Mimik der Figuren, fallen deutlich auf, aber darüber hinaus sind viele Bewegungen erstaunlich flüssig, es gibt spiegelndes Wasser oder transparente Objekte wie Vorhänge und Szenen voll von Bewegungen wie fallende Blüten und Blätter oder einen großen Fischschwarm. Hinzu kommt das man auch generell ein gutes Händchen für eine schöne Bildsprache hatte. Da wäre z. B. die Szene in der Xu-Xian und Bai-Niang hinter einem Busch verschwinden und im selben Moment zwei Schmetterlinge aus diesem auftauchen und umeinander herumflattern. Und auch das Intro im Stil eines klassischen Schatten-Puppenspiels ist sehr gelungen.

Alles in allem bleibt „Hakujaden“ trotz Schwächen und sichtlichen Altersgebrechen auch heute noch ein beeindruckender Anime, gerade wenn man ihm im zeitlichen Kontext sieht, und zurecht ein Klassiker des Genres der mehrere wichtige Entwicklungen vorantrieb.
Und noch eine lustige kleine Anekdote zum Abschluss, bei der Produktion arbeitete neben vielen anderen auch ein gerade mal 17jähriges Bübchen mit, das damals noch unbedeutend, sich später unter dem selbstgewählten Pseudonym Rintaro einen Namen in der Animeszene machen sollte.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

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Bild 5

 Info
Originaltitel:Hakujaden
Lauflänge:ca. 75 Minuten
Jahr:1958
Regie:Kazuhiko Okabe, Taiji Yabushita
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 7.jpg 7/10

Sound:

 6.jpg 6/10

Story:

 6.jpg 6/10

 Gesamt:

  7/10

Aufrufe: 4532
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-800.htm