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Liebe und andere Lügengeschichten
Story

Zwei ehemalige Studienfreundinnen treffen sich nach 4 Monaten wieder und stellen fest das sie sich nicht mehr zu sagen haben, eine Frau wird durch einen bestimmten Duft an ihren Ex-Freund erinnert, eine andere betrügt ihren Freund. Ein junger Mann und ein Mädchen gehen der Prostitution nach, eine Frau will intensivere Gefühle in ihrer Beziehung und eine andere hadert mit ihrem Job und ihrem Singledasein.
Die ganze Stadt ist voll von Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen.

Meinung

Mit „Liebe und andere Lügengeschichten“ geht Mangaka Kiriko Nananan auf eine Kurzgeschichten-Rundreise quer durch die Höhen und Tiefen zwischenmenschlicher Beziehungen, von klassischen Liebesproblemen wie Betrug und Sehnsucht, bis hin zu dem auseinanderleben von guten Freundschaften. Der Fokus liegt dabei klar auf der weiblichen Sicht der Dinge, auch wenn ein paar Geschichten aus männlicher Perspektive erzählt werden, und bietet interessante Einblicke in eine Konfliktsituation zwischen inneren Wünschen und einem gewissen aufgesetztem Rollenklischee, das vor allem japanische Frauen wohl weit mehr betrifft und beeinflusst als die meisten westlichen. Wobei Gedanken wie „für ein Mädchen/Frau gehört sich das nicht“ oder so ähnlich sicher auch bei uns noch regen bestand haben.
Bewundernswert ist dabei die Offenheit mit der sich die Autorin an die Themen wagt und vor allem wie sie selbige in nur wenigen Seiten beeindruckend schildert. Besonders der immer wieder kehrende Konflikt zwischen den eigentlichen, im tiefsten Inneren empfunden Wünschen, der Erkenntnis das diese von einem gewissen moralischen Standpunkt aus gesehen nicht unbedingt akzeptabel sind und dem bloßen Fakt das selbige aber auch trotz derartiger Einsicht sich nicht einfach verflüchtigen und trotzdem weiter an einem nagen macht diese Sammlung nicht nur spannend, sondern auch extrem sympathisch und zeigt das auch reale Geschichten (nicht im Sinne von biografisch, sondern auf realistische Art erzählt) nicht automatisch langweilig sein müssen.
Und auch zeichnerisch kann die Kurzgeschichtensammlung beeindrucken. Der Stil ist eher minimalistisch, lenkt aber so den Fokus des Betrachters auf die wichtigen Details und die liegen bei Nananan vor allem in Gesichtsausdrücken und kleinen Gesten ihrer Figuren, über die sie hauptsächlich deren emotionale Entwicklung erzählt und die die Stimmungen meist besser vermitteln als es tausend Worte könnten.
Einziges Problem was mir hier aufgefallen ist, ist die Schwierigkeit manche Sprechblasen den korrekten Figuren zuzuordnen. Hin und wieder muss man eine Panelfolge doch mehrmals lesen um auseinanderzuklamüsern wer jetzt eigentlich genau was sagt, wobei dieses Problem mitunter auch erst durch die Lokalisation für die deutsche Veröffentlichung entstanden sein könnte, es ist jedenfalls ein kleines Ärgernis das den Lesefluss manchmal etwas stört.

Aber im Vergleich mit den Stärken dieses Manga ist diese kleine Schwäche unbedeutend, und wer mal wieder anspruchsvolle Geschichten lesen möchte, die es schaffen einem den Blick auf die (eigene) Welt zu erweitern, der sollte unbedingt zugreifen, hier wird er fündig.

Cover

Bild 1

 Info
Verlag:shodoku
Zeichnung & Story:Kiriko Nananan
Jahr:1997

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4646
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-798.htm