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The Sky Crawlers
Story

In einer alternativen Zukunft werden Kriege nicht mehr von Armeen unterschiedlicher Staaten, sondern von privaten Firmen ausgetragen und als „Shows“ in den Medien vermarktet.
„Rostock“ ist eines dieser speziellen Kriegsunternehmen und zu seinen Entwicklungen zählen auch die Kildren, genetisch veränderte Menschen die, künstlich geschaffen, keinem Alterungsprozess unterworfen sind und theoretisch ewig Leben bzw. in einem der vielen Luftkämpfe der Kriegsshows abgeschossen werden.
Yuichi Kannami ist einer dieser Kildren und dient als Pilot für „Rostock“. Als er allerdings eines Tages an eine neue Basis versetzt wird, lernt er die geheimnisvolle Kildren Suito kennen, die Kommandantin der Basis, die offensichtlich in irgendeiner näheren Beziehung zu dem Piloten stand für den Yuichi nun den Ersatz stellt und von dem ihm niemand auf der Basis sagen will was mit ihm geschehen ist.
Dennoch kommen sich Yuichi und Suito, die auch noch eine Tochter hat, ebenfalls näher und die Situation spannt sich weiter an, als ein gegnerischer Meisterpilot in der Gegend rund um den Stützpunkt auftaucht den alle den „Teacher“ nennen und der wie es scheint früher auch einmal für „Rostock“ gearbeitet hat, dann aber die Firma wechselte und der überraschender Weise kein Kildren ist.

Meinung

Mit „The Sky Crawlers“ verfilmte Mamoru Oshii eine fünfbändige Novelle von Hiroshi Mori, die sich in Japan einiger Beliebtheit erfreut und neben ihrer Verfilmung auch bereits ein Videospiel hervorgebracht hat.
Produktionsstudio war erneut „Production I.G“, mit dem Oshii seit langem zusammenarbeitet und auch Haus- und Hofkomponist Kenji Kawai ist erneut mit an Board (wie auch manch anderer aus vorangegangenen Oshii Projekten), perfekte Voraussetzungen also, wie man sieht. Und tatsächlich, mit „The Sky Crawlers“ ist dem Team mal wieder ein schöner Wurf gelungen.
Die Geschichte rund um die alternative Welt der Kriegsunternehmen und ihrer Gen-Soldaten wird im Film zwar nur am Rande behandelt, stellt sich aber dennoch als ungemein faszinierend dar, mit ihren „Shows“ genannten Kämpfen und den als „Theater“ bezeichneten Schlachtfeldern, wobei der Wortteil Feld hier täuscht, denn die Kämpfe finden ausschließlich in der Luft statt.
‚Die Menschen brauchen den Krieg, sie brauchen die Kämpfe, die Verluste und die Schrecken um gewahr zu bleiben was Frieden eigentlich bedeutet‘ – so ungefähr fasst eine der Figuren während des Films die Hintergründe diesen ganzen seltsamen Systems in dem „The Sky Crawlers“ spielt zusammen. Fälschen, nur simulieren, das könne man all dies einfach nicht, und so müssen also die Firmen im Namen der Länder den Krieg weiterführen, nur ohne Umstände für die eigentliche Bevölkerung. Eine komische Welt, eine schwer zu verstehende Welt, aber ein sehr interessantes Setting für einen Film. Fast schade das man in zwei Stunden Laufzeit nicht wirklich näher darauf eingehen kann. (hier bleibt wohl nur der Griff zum Buch)
Denn vor diesem Hintergrund lässt der Film dann noch die eigentliche, die Haupthandlung, ablaufen.
Eine geheimnisvolle Liebesgeschichte rund um den Piloten und seine Kommandantin, angereichert mit mysteriösen Nebenfiguren und einem Beziehungsgeflecht das freilich erst einmal völlig im Dunkeln liegt und sich nur nach und nach wenigstens teilweise enthüllt.
Dabei kann ich nicht behaupten das mir am Ende alle charakterlichen Entwicklungen wirklich einleuchteten, besonders der recht plötzlich auftauchende Showdown zwischen der Kommandantin und der neu dazugekommenen Pilotin war mir nicht ganz nachvollziehbar und eine gewisse Enthüllung mit der sich unsere Hauptfigur in sein letztes Duell am Himmel stürzt doch zu „over the top“, wobei ich fast versucht bin anzunehmen das im Buch hier einiges an Vorarbeit geleistet wird und selbige Enthüllung dort nicht so unvermittelt aus allen Wolken fällt. (um mal beim Thema Himmel zu bleiben)
Trotzdem ist die Geschichte durchaus gelungen und vor allem sehr spannend erzählt, wobei es den für Oshii typischen Wechsel zwischen schnellen Action- und ausgedehnten, ruhigen Dialogszenen gibt, von dem so mancher immer wieder behauptet er würde seine Filme langweilig machen oder ihnen den „Fluss“ nehmen. Kritikpunkte die ich persönlich allerdings noch nie nachvollziehen konnte, muss wohl einfach an Sehvorlieben liegen die man hat oder eben nicht.
„The Sky Crawlers“ bietet jedenfalls wieder genau das, einerseits rasante Kämpfe in luftigen Höhen, andererseits sehr ruhige Passagen in denen Figuren sich bewusst langsam durch breite Landschaften bewegen oder einfach nur dasitzen und sich unterhalten. Das alles in bewusst realistischer Art und Weise, comicartige Einlagen gibt es so gut wie keine.
Generell muss ich sagen wirkt der gesamte Film enorm.., wie soll ich sagen, filmisch. Mir fehlt das rechte Wort dazu, aber es betrifft nicht nur die Geschichte, sondern die ganze Art wie der Film gemacht ist. Es gab im Bereich Animations- bzw. Zeichentrickfilm immer gewisse Grenzen die schwer zu überschreiten waren. Man sagt immer im Animationsfilm ist viel mehr möglich als im realen und es stimmt zum Teil auch, aber bei anderen Aspekten ist es auch genau gegenteilig.
So war es im Bereich Zeichentrick z. B. immer einfacher ein fahrendes Auto von der Seite zu zeigen als von vorn oder hinten, das liegt einfach daran wie sich die Landschaft drum herum bewegt. Und da reden wir erst einmal nur von einer festen Kamera, ganz zu schweigen davon wenn sich die Kamer nun vielleicht während der fahrt auch noch um das Auto herum bewegen sollte, da wurde die Animation auf einmal unglaublich kompliziert und aufwendig. Entsprechend waren derartige Szenen in älteren Animes eher selten und wenn sie vorkamen dienten sie als Musterszenen des ganzen Films, waren echte Eyecatcher und wurden besonders gelobt.
Genau dies verschwindet aber, dank moderner Technik, immer mehr und war grad auch Oshii einer der in seinen Filmen immer neue Maßstäbe in diesem Bereich setzte, so scheinen diese alten Beschränkungen inzwischen vollends der Vergangenheit anzugehören.
In „The Sky Crawlers“ bewegt sich die Kamera scheinbar völlig frei und ungebunden, dank hervorragender CGI Landschaften und Modellen scheint nichts mehr unmöglich, ja noch nicht einmal mehr besonders aufwendig und Szenen die früher in einem Anime absolute Sonderstellungen gehabt hätten, sind hier einmal mehr der Normalfall.
Zudem hat man sich auch sichtlich an gängiger Filmästhetik orientiert, was besonders gleich bei der ersten großen Luftschlacht auffällt, die den Zuschauer mit ihrer verwackelten, unsicheren Kamera direkt ins geschehen zieht, wie es spätestens seit „Der Soldat James Ryan“ im Kriegsfilm Standard ist.
Da bilden die Figuren in ihrem bewusst einfach gehaltenem Design, das etwas an die Flat-Optik (a la Studio 4°C z. B.) erinnert, einen ziemlichen Kontrast, der aber nicht etwas unangenehm wirkt, sondern auch eher interessant und der, wie deutlich zu sehen, keinesfalls irgendwelchen Unzulänglichkeiten (ob bei Technik oder Produktionsteam) entspringt, denn die Interaktion mit der Umgebung ist hervorragend, das Design also ein gewähltes Stilmittel.

So kann ich „The Sky Crawlers“ auch eigentlich nur jedem wärmsten empfehlen, denn hier stimmt eigentlich alles, Geschichte, visuelle Darbietung und selbstverständlich auch die Sounduntermalung, nicht zuletzt dank Kenji Kawais wieder einmal perfekt passender Musik.
Oshii Kritiker werden allerdings mitunter wieder ihre alten Contra Argumente auspacken können, was zu lange Ruhephasen im Film angeht, etc., sei‘s drum.
Wer allerdings, wie meiner einer, schon immer Fanboy war oder wer einfach ein bisschen State oft he Art Animation sehen will, der wird hier sicherlich nicht enttäuscht.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Sukai kurora
Lauflänge:ca. 122 Minuten
Jahr:2008
Regie:Mamoru Oshii
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 10.jpg 10/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4914
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-793.htm