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Tampopo
Story

Seitdem ihr Mann gestorben ist versucht Tampopo ihr gemeinsames Nudelrestaurant weiterzuführen und muss sich dabei ständig den Avancen eines hartnäckigen Bauunternehmers erwehren. Ihr Sohn wird unterdessen von drei Schulkameraden gehänselt und fast täglich verprügelt.
Doch das Leben der kleinen Familie ändert sich völlig, als eines Tages der Lastwagenfahrer Goro mit seinem Assistenten bei ihnen Rast macht und eine Prügelei mit dem Bauunternehmer und seinen Spießgesellen anfängt.
Von da an versucht Goro alles um Tampopo zur besten Nudelköchin der gesamten Region aufsteigen zu lassen und schon bald haben sie die gesamte Konkurrenz ausspioniert und eine illustre Runde von Lehrmeistern um sich geschart.

Meinung

Liebe und Essen, die beiden schönsten Dinge der Welt – diese Weisheit hat schon so manchen Film bestimmt. Und auch Jûzô Itami zelebriert in seiner Liebeskomödie „Tampopo“ eben diese beide Menschlichen Grundbedürfnisse und wirft dabei einen satirischen Blick auf so manche Eigenheiten seiner Landsleute, die im Zusammenhang mit diesen Themen auftreten.
So lässt er in die eigentliche Hauptgeschichte, dem bestreben Goros Tampopo zu besten Nudelköchin zu machen, auch immer wieder kleine Nebengeschehnisse einfließen, die eigentlich in keinem direkten Zusammenhang mit dem Hauptplot stehen, aber sich alle um das eine drehen.
Ob nun die tragische Geschichte eines Gangsterpaares, das hingebungsvoll Erotik und Lebensmittel miteinander verbindet, ein peinliches Geschäftsessen in dem der ungeschickte Assistent sich als einzig wahrer Gourmet entpuppt, ein Spagetti Esskurs nach europäischer Manier, einer geisterhaften alten Dame die gern Lebensmittel zerquetscht, ein Mann mit schlimmen Zahnschmerzen oder einer todkranken Hausfrau die sich auf Geheiß ihres Mannes ein letztes mal vom Totenbett erhebt um das Abendessen zuzubereiten. Eine absurde Situation folgt auf die nächste. Dazwischen gehen Goro und Tampopo auf ihre Jagd nach der perfekten Nudelsuppe, wühlen im Müll fremder Restaurants, beobachten die Köche bei ihrer Arbeit, besuchen eine Gruppe von Haute Cuisine Pennern, retten einem alten Mann das Leben und trainieren bis zum umfallen. Und natürlich ein bisschen romantisches Knistern zwischen der zurückhaltenden Köchin und dem Haudegen von Lastwagenfahrer (der japanische Charles Bronson)nicht fehlen.
All das verpackt der Film in ein herrlich schräges und kurzweiliges Paket, das einen gewitzten Einblick in so manche japanische Befindlichkeit zum Thema Essen gewährt und trotz teilweise ziemlich infantiler und böser Späße (allein der Zahnarztbesuch und das abschließende Eis + Kind) trotzdem irgendwie frisch und ehrlich wirkt, auch weil es sich selbst nicht immer ernst nimmt.
Großartig allein schon der Vorspann, in dem sich das Gangsterpärchen erst im Kino auftischen lässt um sich dann direkt an den Zuschauer zu wenden und ihm kurz zu erörtern wie störend doch Leute sind die im Kino mit der Chipstüte knistern oder deren Uhren piepen. Eine Idee auf die man heute in jedem Kino in Form von mehr oder weniger witzigen „Handy aus“ Kurzfilmen trifft, meist gesponsert von und gedacht als Werbung für irgendeinem Film der gerade anläuft.
Eine gewisse Kenntnis der japanischen Kultur ist allerdings hilfreich um so manchen satirischen Zwischenruf im Film wirklich einordnen zu können. Das gerade der Zahnhygiene in fern Ost wenig Aufmerksamkeit zu Teil wurde oder die immer noch schlechte Stellung der Frau in der japanischen Gesellschaft sind Kenntnisse die hier für etwas Erhellung sorgen. Anderes wie die peinliche Stunde im Essen in europäischer (zivilisierter!) Art (ja kein Geräusch beim Essen), bei dem nun allerdings ausgerechnet der einzige ausländische Besucher im Restaurant am lautesten Schmatz und schlürft,
sind Phänomene die man auch hierzulande in umgekehrter Form zur genüge Beobachten kann.
Aber selbst wenn einem die ein oder andere Feinheit entgehen sollte, Tampopo ist in seinen humoristischen Betrachtungen universell genug um überall unterhalten zu können. Ihre guten Anteil daran hat sicherlich auch die ungezwungene Präsentation des Ganzen, die sich nicht zu seriös ist um Szenen auch mit witzigen unrealistischen Sounds zu unterlegen oder manche Momente auch regelrecht visuell zu zelebrieren, wenn z. B. die versammelte Kritikergilde einrückt um Tampopos Nudeln ein letztes mal zu testen und das in bester Zeitlupen – Western Manier oder wenn einer der Penner mit Tampopos Sohn Nächtens in eine Küche einbricht und ihnen ein Wachmann auf den Versen ist sie aber am Ende knapp verpasst und all das in bester Stummfilmuntermalung.
Generell sind die Figuren einfach herrlich skurril und sympathisch, egal ob nun der Lonesom Rider der Landstraße, die exquisite Pennergemeinschaft oder das aufregende Gangsterpärchen. Es macht einfach Spaß all diesen Figuren zuzusehen und ihre Geschichte mit ihnen zu erleben.

So kann ich Tampopo am Ende auch nur empfehlen, ein wirklich satirisch witziger und trotzdem auch romantischer Film mit etwas melancholischem Ende.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Tanpopo
Land:Japan
Jahr:1985
Regie:Jûzô Itami
Medium:DVD (Savoy / Sunfilm)
Lauflänge:ca. 110 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4016
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-790.htm