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Das Schloss im Spinnwebwald
Story

Verräter im eigenen Land haben sich mit einem konkurrierenden Fürsten verbündet und stürmen nun auf die Festen des Herrschers.
Doch die beiden tapferen Feldherren Washizu und Miki können sie zurückschlagen und befinden sich nun auf dem Weg zum Schloss ihres Herren, der sie schon sehnlichst erwartet.
Im Wald davor allerdings verirren sie sich plötzlich und treffen auf einen Schicksalsrad spinnenden Geist, der ihnen ihre Zukunft vorhersagt, nach der beide noch am selben Tage neue Posten erhalten und Washizu sogar zum neuen Herrscher aufsteigen wird, den dann Mikis Sohn auf dem Thron ablöst.
Erst glauben beide nicht so recht daran, doch treffen die ersten Vorhersagen tatsächlich ein und angestachelt von diesem Erfolg beginnt Washizus Frau ihren Mann gegen seine Freunde aufzuwiegeln und verhilft ihm damit auf den prophezeiten Thron. Doch die Schuld seines Verrats wird dieser nicht wieder los und schon bald beginnt er gegen alles und jeden Misstrauen zu hegen und wird zu einem immer größeren Tyrannen.

Meinung

Akira Kurosawa, einer der bedeutendsten Regisseure Japans, und William Shakespeare, erst vor kurzem auf ARTE zum bedeutendsten Dramatiker Europas gewählt (stand September 2008), das diese Mischung bestens aufgeht, davon hat mich schon der großartige Link „Ran“ vollends überzeugt.
Nun, viele Jahre vor selbigen, hatte sich Kurosawa also schon einmal an einen Stoff von Englands Theaterkönig gewagt und erzählt hier die Geschichte des Königs Macbeth nach.
Dabei gelingt es ihm auch hier sich sowohl erfreulich ans Original zu halten, als auch die Geschichte glaubhaft in japanische Kulturkreise zu übertragen, was wohl sowohl von Kurosawas Talent als auch von der Allgemeingültigkeit von Shakespeares Geschichte zeugen dürfte. Schön ist dabei vor allem wie für berühmte Sätze aus dem Werk entsprechend symbolische Bilder im Film gefunden werden. Wenn im Stück die Frau Macbeths die große Schuld die sie auf sich geladen haben mit einem kaltblütigem „A little water clears us of this deed“ wegwischt und sie im Film entsprechend schnell ihre Hände abspült, während ihr Mann wie versteinert dasitzt und seine blutverschmierten Hände vor sich hält.
Allerdings gönnt sich Kurosawa auch Freiheiten beim erzählen und weicht besonders im Ende vom Original ab, was aber auch sehr gut zum Film und zur Geschichte passt.
Großartig, wie es dem Film gelingt den sonst ja auch gern mal als zäh verschriehenen Stoff des Engländers zu rasantem Leben zu erwecken.
Das beginnt schon mit dem überstürzten Anfang der Schlag auf Schlag mit immer neuen Nachrichten eintreffenden Boten und setzt sich im immer wieder auftauchenden Motiv der durch den dichten Wald reitenden Pferde fort, die wir jedes Mal wieder aus dem verästelten Unterholz heraus in schnellen Kamerafahrten und –Schwenks beobachten.
So lässt einem der Film sowohl vom Erzähltempo, als auch von der Inszenierung her kaum die, von so einem epischen Theaterstück erwarteten, Pausen und vermeidet Geschickt unnötige Längen die die Aufmerksamkeit des Zuschauers eher in Richtung Uhr wandern lassen.
Ihren Beitrag dazu leisten natürlich auch die guten Schaupiel-Leistungen, die mit ihrer recht expressiven Mimik und Maske noch sichtlich vom Stummfilm inspiriert sind. Allen voran natürlich Kurosawas Dauergast Toshiro Mifune, dessen Darstellung von Wut, Angst oder verrücktem Übermut nach heutigen Maßstäben wohl ziemlich „overactet“ sind, aber für meinen Geschmack ersten nun mal zur damaligen Zeit und zweitens auch gut zu einem Theaterstück im Allgemeinen passen.
Lustig dabei natürlich die Set-Anekdote darüber dass in der Abschlussszene zum Teil echte Pfeile von echten Meisterbogenschützen auf ihn abgefeuert wurden, um seine Darstellung der Angst noch etwas anzuheizen und durch etwas echte Angst aufzupeppen.

So kann ich „Das Schloss im Spinnwebwald“ eigentlich auch nur jedem wärmsten empfehlen, egal ob nun Shakespeare Freund oder Asiafilmfan, hier wird für beide gute Kost geboten. Auch wenn natürlich wiederum für die einen Kurosawa schon immer zu „westlich“ und für die anderen die Änderungen an der Geschichte zu frevlerisch sein könnten. Man gluckt ja auch gern übervorsichtig auf seinem eigenen, für sich selbst eroberten Ei.
Und die Frauen, ja die Frauen, die können sich hier auch wieder zum Schlechten, zur dunklen Seite des Herzens des Mannes degradiert, sehen. Zum Ur-Übel das die perfekte Männerfreundschaft torpediert und damit nur Verderben bringt.
Ja es gibt wohl auch Gründe den Film und die Geschichte nicht zu mögen, aber mir hat er dennoch sehr gut gefallen. Eine klasse Werk bzw. ein Werk mit Klasse, ein Klassiker.

Screenshots

Bild 1

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Bild 3

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Bild 6

 Info
Originaltitel:Kumonosu-jo
Land:Japan
Jahr:1957
Regie:Akira Kurosawa
Medium:DVD (New KSM)
Lauflänge:ca. 104 Minuten
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-759.htm