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Summer Days with Coo
Story

Eines Tages findet der junge Koichi Uehara am Flussufer in der nähe seines Hauses einen seltsam geformten Stein in dem eine Art Fossil eingeschlossen zu sein scheint.
Als er diesen daheim ordentlich abwaschen will erweckt das Wasser die eingeschlossene Kreatur plötzlich wieder zum Leben und wie sich herausstellt Koichi damit ein seit hunderten von Jahren erstarrtes Kappa-Junges wieder zum Leben erweckt.
Der kleine, kurzerhand Coo getauft, erholt sich auch recht schnell wieder, doch genauso schnell macht leider auch die Kunde von seinem auftauchen die Runde und schon bald wird das Haus der Familie von Reportern und Schaulustigen belagert, die der Familie bald keine ruhige Minute mehr gönnen.
Unterdessen will Koichi Coo aber auch noch dabei helfen weitere Kappa zu finden und in der Schule gibt es da noch ein Mädchen in das er heimlich etwas verknallt ist, die aber von allen nur gemobbt wird.
Bald drohen die Probleme für die Familie immer mehr überhand zu nehmen und so entscheiden sie sich zu einem radikalen Schritt und wollen Coo nun der ganzen Welt vorstellen, doch dieser Plan geht gehörig schief.

Meinung

Wenn ein Film es schafft in einem Jahr nicht nur den begehrten „Mainichi Animation Grand Award“, sondern auch gleich auch noch den „Grand Prize“ des "Japan Media Arts Festival" abzuräumen, dann will das schon was heißen, und zwar nicht nur das er an der Kinokasse sehr erfolgreich war, sondern auch in breiter Masse die Kritiker von sich überzeugen konnte.
„Kappa no Coo to Natsuyasumi“ hat all dies also geschafft und sich damit bereits ordentlich Vorschusslorbeeren verdient, aber wird er denen auch gerecht?

Was für ne Frage, als ob ich es ernsthaft spannend machen wollte, natürlich wird er das, und zwar in allen belangen.
Wahrlich, „Kappa no Coo to Natsuyasumi“ ist soviel mehr, in ihm steckt so viel mehr, als einfach nur ein erfolgreicher Film.
Es ist eine Geschichte über die Disharmonie zwischen Mensch und Natur, über genauso über die zwischen den Menschen selber. Ein Film über erste, zarte Liebe, über Mobbing, über Menschen die anderen Menschen so gern helfen würden, aber einfach nicht wissen wie.
Und genauso ein Film über die Macht der Medien, die hemmungslose Sensationsgier der Zuschauer und darüber wie hilf- und arglose Menschen dieser Maschinerie ausgeliefert, von ihr bedrängt und unter Druck gesetzt werden und dann drohen daran zu zerbrechen.
Und all das eingepackt in eine bezaubernde Abenteuer- und Freundschaftsgeschichte, die trotz all ihrer bitteren und traurigen und dramatischen Momente doch immer noch zu verzaubern und die Zuschauer am Ende mit Hoffnung zurückzulassen weiß.

Dabei zu beginnen aufzuzählen was genau alles toll und magisch und beeindruckend und anrührend und so weiter an diesem Film ist, würde im Grunde wohl nichts anderes bedeuten als in von vorn bis hinten nachzuerzählen.
Zu viele tolle Szenen gibt es. Glücklich, in denen Koichi und Coo auf einem Sommertrip gemeinsamen in einen herrlich klaren Fluss schwimmen.
Extrem traurige und anrührende, wenn Koichi das Mädchen das er liebt und das von allen gemobbt wird weinend allein auf der Straße stehen lässt und verschämt nach Hause läuft, weil er einfach nicht weiß was er zu ihr sagen, wie er mit ihrem tiefem Schmerz umgehen soll, wo er doch selbst noch ein Kind ist das in der ständigen Angst lebt zum Außenseiter zu werden.
Die kritischen, nachdenklich machenden Szenen, die belagernden, teils skrupellosen Paparazzi und die nicht minder hemmungslosen „normalen“ Leute mit ihren Digicams und Handykameras.
Parallelen zu einem der berühmtesten Filmmonster, King Kong, sind hier natürlich nicht zu übersehen. Spätestens wenn auch unser kleiner Coo, genau wie einst der stolze Riesenaffe, getrieben vom Menschen, seiner natürlichen Schönheit beraubt und zur zerstörerischen Kraft verkehrt, beginnt einen hohen Turm zu besteigen um sich vor den Menschen in Sicherheit zu bringen.
Dazu kommt freilich der ständig präsente, mahnende Finger, der sich unablässig in die Wunde von Japans hang zur Untertanmachung der Natur legt. Wo Beton die Herrschaft über Erde, Pflanzen und Wasser gnadenlos an sich reißt, da haben natürlicher Reinheit bedürfende Kreaturen wie die Kappas eben keinen Platz mehr und ein aus hunderte Jahre dauernden Schlaf erwachter Nachzügler muss erkennen das er eventuell gar der letzte seiner Art ist.

Das bei soviel Pathos auch viele die Nase rümpfen und ‚esoterischer Unsinn’ unken werden, dem setzt sich der Film freilich gnadenlos aus.
Eine zur Menschlichkeit verklärte Sagengestalt soll durch ihre angedichteten human Züge und Emotionen beim Zuschauer ob ihrer verlorenen Heimat auf die Tränendrüse drücken. Ein Traum für alle versponnen Ökofuzzis und abgespaceten Pflanzenliebhaber.

Aber das soll mich, den Film und hoffentlich auch euch (den ihr ihn schon gesehen habt oder hoffentlich bald sehen werdet) mal nicht weiter anfechten.
Viel zu schön ist „Kappa no Coo to Natsuyasumi“ um ihn sich von der Realität und deren Zynikern kaputt machen zu lassen.

Die sehr eigenwilligen, bei den Figuren im klassischen, sehr reduziert wirkenden, schattierungsarmen Flatstil gehaltenen, bei den Hintergründen und Umgebung manchmal extrem detailverliebten und ausschweifenden Zeichnungen sind dann noch ein zusätzliche Augenweide. Die hervorragenden, perfekt zwischen klassisch und computergeneriert harmonierenden Animationen ebenso.
Mag man aufgrund des sehr einfach wirkenden Charakterdesigns im ersten Moment vielleicht etwas irritiert sein, so sollte man sich davon keinesfalls abschrecken lassen, denn schaut man mal genau hin erkennt man die Liebe zum Detail mit der hier gearbeitet wurde. Der Film hat seine Preise wahrlich nicht zu unrecht gewonnen.

So kann ich „Kappa no Coo to Natsuyasumi“ abschließend eigentlich auch nur jedem Animefan wärmstens an Herz legen, denn hier bekommt ihr eine voll gepackte, aber nie überfrachtet wirkende, Geschichte die von herzergreifendem Drama, über glücklich machende Abenteuermomente bis hin zu nachdenklichen, kritischen Tönen alles zu bieten hat und alles hervorragend unter einem Dach vereint.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Kappa no Coo to Natsuyasumi
Lauflänge:ca. 139 Minuten
Jahr:2007
Regie:Keiichi Hara
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 5243
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-715.htm