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Subway to Sally Storybook
Story

-

Meinung

Mit dem „Subway to Sally Storybook“ veröffentlicht Egmont in Zusammenarbeit mit dem „Schwarzer Turm“ einen Sammlung von 19 Comics deutscher Nachwuchszeichner, die jeweils einen Song der Mittelalterrocker „Subway to Sally“ bzw. aus Eric Fishs Solowerken adaptierten.
Die Auswahl reicht dabei von alten StS Klassikern wie „Kleid aus Rosen“ oder „Traum vom Tod II“ bis hin zu neunen Texten wie der „Bundesvision Songcontest“ Teilnehmer „Auf Kiel“.
Die Umsetzungen schwanken dabei von einfach nur Bebilderung des Songtextes bis ziemlich freie Interpretation und von recht klassischem Mangastil bis hin zu sehr pop-artig.
Die visuell interessantesten Werke sind dabei in der Tat die eher ungewöhnlichen wie die sehr abstrakten und grafischen Zeichnungen von „Marchhare“, die durchgeknallt surrealen Bilder aus Arche oder die sehr bedrückenden und schroffen aus „Traum vom Tod“.
Aber eigentlich sind alle Geschichten durchweg gut gezeichnet und es gibt nicht eine die mir negativ aufgefallen wäre. Im Gegenteil, die Stilvielfalt war höchst interessant und spannend.

Was nun die Umsetzung der Songtexte in Bilder angeht, wie schon gesagt sind fast alle der Comics hier reine Bebilderungen. Gleich der erste „Unterm Galgen“ oder „Element des Verbrechens“ sind da gute Beispiele.
Dabei hat man die Stimmung der Lieder gut eingefangen und die Bildergeschichten passen auch gut zum Feeling der Musik, spannender fand ich allerdings die Umsetzung von „Die Braut“ die hier von der eigentlichen Aussage des Textes abweicht und stattdessen die Geschichte einer Gendoktors erzählt, der jeden Tag Frauen verschönert, dessen eigenes Kind aber entstellt ist.
So etwas mehr Kreativität, nicht nur in der visuellen, sondern auch in der sinnlichen Umsetzung der Songtexte wäre hier insgesamt schön gewesen.
So sind zwar alle Geschichten durchweg gut bis sehr gut, kaum eine zeigt aber etwas, was dem StS-Fan beim hören der Lieder nicht schon selbst durch den Kopf geschossen sein dürfte. Kaum einer der Geschichten gelingt es meinen Horizont bezüglich des Liedes das sie thematisiert zu erweitern.
Das bei Zeilen wie „Schreis euch lachend ins Gesicht: Es ist unnütz mich zu hängen. Sterben, sterben kann ich nicht!“ jemand wahnsinnig und schreiend unterm Galgen steht oder bei „dort fern vom Weg im schwarzen Hain, schlug er mit Fäusten auf dich ein“ der Mann im Wald seine Frau verprügelt, soweit reicht meine eigene Fantasie beim hören der Lieder auch grad noch, aber es eröffnet mir keine neuen Sichtweisen auf die Lieder oder wenigstens auf die Sicht des Zeichners auf eben selbige.

Aber genug Gemecker, eigentlich hat es das „Subway to Sally Storybook“ und keiner der darin vertretenen Autoren verdient, dass die Rezension hier so negativ klingt.
Auch wenn die Sammlung vielleicht nicht alles erreicht hat was ich an Potential in ihr gesehen habe, so ist sie trotzdem erstklassig und jeder der Beteiligten hat hier bewiesen dass er genug Talent und Können hat um einen guten Comic abzuliefern.
Das „Subway to Sally Storybook“ gehört fraglos zu den interessantesten Veröffentlichungen des bisherigen Jahres und war für mich auf jeden Fall ein Lichtblick im derzeit sonst eher trüben Einheitsbrei der erscheinenden Mangas.
Mehr derartig ungewöhnliche, ambitionierte und gelungene Projekte könnten dem Markt für meinen Geschmack auf jeden Fall absolut nicht schaden.
Ein muss für alle StS-Fans, aber auch für Freunde ausgefallener und interessanter Comics.

Cover

Bild 1

 Info
Verlag:Egmont, Schwarzer Turm
Zeichnung & Story:Julia Schlax, Sandra Schwarz, Annelie Kretschmar, Johann Christian Vasold, Sitha Reis, Laura Müller, Katja Klengel, Markus Gonser, Verena Borawski, Carolin Sander, Ioana Haiduc, Heike Rossmann, Melanie Fey, Tara Starnegg, Franziska Pickardt, Katharina Nik
Jahr:2008

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 5512
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-678.htm