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Karas
Story

Im Japan der Zukunft ereignen sich in der Stadt Shijuku eine Reihe bizarrer Morde, bei denen den Opfern jedes Mal sämtliche Körperflüssigkeiten entzogen wurden.
Der junge Polizist Narumi, der gerade in die Stadt versetzt wurde, wird auch zugleich Zeuge eines derartigen Vorfalls, als ein TV-Team auf der Suche nach dem Mörder in das Bahnhofsklo eindringt in dem er gerade sein Geschäft verrichtet und dort von einer bizarren Kreatur ermordet wird.
Fortan ermittelt er mit älteren Kollegen, dessen Tochter bei einem ebenfalls sehr seltsamen Massaker als einzige mit dem Leben davon kam, in der Sache und beide kommen schnell einem ungewöhnlichen Mann auf die Spur, der auch nicht ganz menschlich zu sein scheint.

Meinung

Die 6teilige Serie „Karas“ gehörte 2005 sicher zu den Überraschungshits des Jahres und fand dementsprechend schnell auch ihren Weg in den Westen.
Die Geschichte rund um den Schutzgeist Karas und seinen gefallen Vorgänger, der nun voller Wut auf die Menschen, die den Glaube und Respekt gegenüber den Naturgeistern verloren haben, auf Rache sinnt, greift dabei tief in die japanische Mythologie und bedient sich fast im selben Maße auch allerlei modernen Motiven.
Dabei bleiben die Hintergründe der Geschichte allerdings relativ lang im Dunkeln und über die ersten Episoden schwimmt man als Zuschauer praktisch so gut wie hilflos im wilden Bilderrausch, der da entfesselt wird, während man vergeblich versucht sich aus den paar hingeworfenen Storybrocken einen roten Faden zu basteln.
Das erhöht einerseits zwar die Spannung und das verlangen mehr zu Sehen, in der Hoffnung auf baldige Aufklärung, ist andererseits aber auch etwas frustrierend, ob der verwirrenden Geschwindigkeit die „Karas“ an den Tag legt.
Trotz aller mythologischen Hintergründe und der teils gruseligen Atmosphäre bleibt „Karas“ doch durchweg eine reine Actionserie, die zwar mit allerlei Versatzstücken aus anderen Genres aufgewertet wurde, sich aber nie von ihren eigentlichen Wurzeln entfernt.
Ein bisschen könnte man es wohl mit „Arjuna“ vergleichen, nur mit weit weniger Drama und Ökomoral, denn auch wenn „Karas“ Geschichte ja eigentlich nichts weiter ist als eine (bisweilen trotz allem modernern Hightech sogar sehr konservative) Anklage der Menschheit auf ihren verloren Gegangenen Respekt gegenüber der (Natur)Religion, so muss sich diese nicht uninteressante Thematik der Action doch stetig unterordnen.
Und dabei wollte man sichtlich klotzen, nicht kleckern.
So hat man alles zusammengepackt, was in den letzten Jahren unter dem Namen Action so Furore gemacht hat.
Angefangen von den klassischen Swordsplay zwischen den samuraiartigen Karas, über die Fahr- Flugzeugkampfe ihrer transformers-mäßigen Verwandlungskünste, bis hin zu jeder Menge Maschinen-Tentakel-Monster wie in Matrix und natürlich jeder Menge gigantischer Explosionen, bei denen man sich scheinbar nicht zu Schade war auch 9/11 als Vorlage für einstürzende Hochhäuser heranzuziehen.
Zumindest haben so manche Szenen verdächtige Ähnlichkeit mit gleichartigen, damaligen Nachrichtenbildern vom Einsturz des World Trade Centers.
Generell zitiert sich „Karas“ eigentlich ziemlich munter durch quer durch den Mediengarten.
Aber egal ob man das nun gut oder schlecht findet, eins muss man den Machern auf jeden Fall zugestehen: Fürs Auge haben sie einiges abgeliefert.
„Karas“ entstand offensichtlich unter massiver Zuhilfenahme der CGI-Rechenknechte und die haben sehenswerte Arbeit abgeliefert. Besonders das die Computergrafiken (Karas, Umgebung, Maschinen) wirklich stimmig mit den traditionellen Figuren harmonieren und gut zum Techno-Stil der Serie passen.
Gefallen haben mir auch die zum Teil etwas ungewöhnlichen Charadesigns, die mich ein bisschen an Satoshi Kon erinnern und weg vom Anime Ideal, hin zu etwas mehr Vielfalt unter den Personen gehen.
Nichts desto trotz fehlt es mir doch etwas an echten Sympathieträgern in den Darstellerreihen, denn angefangen von den beiden Polizisten, über Karas selbst bis hin zu Yurine, mit ihrer coolen Brille (netter Einfall), konnte ich keine der Figuren so wirklich ins Herz schließen.
Die einzige Ausnahme ist dieser kleine Naturgeist mit dem gelben Regenmantel und dem Schneckenhaus, der inzwischen ganz klar mein Lieblingscharakter in „Karas“ ist.

So bleibt am Ende bei mir ein etwas gespaltener Eindruck dieser Serie zurück.
Einerseits bietet sie ganz klar Eyecandy weit über Durchschnittsniveau. Die Geschichte ist an sich durchaus spannend und die Designs toll.
Andererseits scheint man teilweise etwas zu viel wert auf die Optik gelegt zu haben. Grad in den ersten Episoden scheint es fast als kämpfe die Serie auch etwas mit sich selbst, in der Absicht sich immer noch und noch einmal zu übertreffen, zudem bleiben manche Figuren doch etwas flach und wirken dadurch unterkühlt und machen es einem schwer mit ihnen mitzufiebern. Und auch die Story hätte man noch etwas weiter ausbauen können.
Stichwort „böser Karas“, der zwar als Gegenspieler da ist, bei dem man aber irgendwie ständig etwas Background vermisst.
Trotz dieser Schwächen kann einen „Karas“ aber dennoch durchaus mitreißen und die Zeit verfliegt von Folge zu Folge geradezu.
Mein Gesamtfazit ist deswegen am Ende doch ein positives, denn im Endeffekt hab ich mit den 6 Folgen doch gute unterhalten, auch wenn es noch besser hätte sein können.

Screenshots

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Bild 8

 Info
Originaltitel:Karasu
Lauflänge:ca. 30 Minuten pro Episode
Episoden:6
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Jahr:2005
Regie:Keiichi Satô, Akira Takata
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4738
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-646.htm