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In the Mood for Love
Story

Hongkong in den frühen 60ziger Jahren.
Die Stadt brodelt und in einem der unzähligen Mietshäuser beziehen zufällig gleich zwei, aus Shanghai eingewandert, Ehepaare ihre neuen Zimmer.
Alles geht drunter und trüber, denn die beiden Wohnungen in denen jeweils die beiden Zimmer sind, liegen direkt nebeneinander und die vielen Umzugshelfer schleppen alles mal da mal da hin.
So kommen sich Herr Chow und Frau Li-zhen gleich ungewollt näher.
Wie auch an diesem Umzugstage sind beide oft allein zuhaus.
Frau Chow arbeitet in einem Hotel und hat oft Nachtschicht, Herr Li-zhen hingegen ist Geschäftsmann und meist auf Geschäftsreise.
So kommt es das es meist nur Herr Chow und Frau Li-zhen sind, die sich, auch auf Grund der engen Freundschaft der beiden vermietenden Familien, immer wieder begegnen.
So entsteht zwischen beiden eine leise Freundschaft, die sich vor allem in ihren Gemeinsamkeiten in der Vorliebe eines bestimmten Nudelrestaurants und Zeitungs-Kung-Fu Geschichten ausdrückt.
Doch hinter der Fassade wissen auch beide, dass ihr Ehepartner sie offensichtlich belügt.
Als sie eines Tages den Mut aufbringen und bei einem gemeinsamen Essen beide die verdrängte Erkenntnis, dass ihre Gatten eine Affäre miteinander haben aussprechen, beginnt auch ihre Beziehung sich immer weiter zu vertiefen.

Meinung

"In the Mood for Love", was für ein Titel.
Allein dafür müsste man den Film eigentlich schon lieben.
Normalerweise bin ich niemand der übermäßigen Wert auf die Titel legt, aber dieser..., ich war hin und weg seit ich ihn das erste Mal gehört habe.
Ich glaube er gehör zu den schönsten die ich kenne.
Und nicht nur das er wunderschön klingt, er drückt irgendwie auch gleichzeitig alles aus was einem in diesem Film erwartet, zwei Menschen, in der Stimmung für Liebe.
Eigentlich sind beide schon vergeben, aber ihre Partner sind nicht so wie sie. Ihre Liebe bedeutet ihnen nicht dasselbe.
Eigentlich sogar so wenig, dass sie sie betrügen und das auch noch miteinander.
So bleiben die beiden gehörnten allein daheim, während sich ihre Partner im Ausland miteinander vergnügen.
Doch es offen auszusprechen, das wagen sie nicht so recht.
Am Ende treffen sie sich in einer großartigen Szene in einem Restaurant und sprechen über schöne Geschenke.
Er mag ihre Tasche, sie seine Krawatte. Doch helfen können sie sich beide nicht. Wo es diese schönen Dinge gibt, das wissen sie nicht. Sie waren nur Geschenke ihrer Partner.
Eigentlich brauchen sie es aber auch gar nicht zu wissen, denn Herrn Chows Frau hat doch schon lange so eine Tasche wie Frau Li-zhen, und deren Mann schon lang so eine Krawatte wie Herr Chow. So grausam und doch ernüchternd kann die Wahrheit sein.

Im weiteren Verlauf versuchen beide sich gegenseitig Halt zu geben.
Sie beginnen zusammen selbst Kung-Fu Geschichten zu schreiben, die sie beide so lieben. Und sie spielen das Verhältnis ihrer Partner durch, um zu verstehen wie alles wohl so weit kommen konnte.
In diesen gemeinsamen Stunden scheint sich zwischen beiden etwas zu entwickeln, dass jedem Zuschauer sofort ins Auge springt, den beiden aber irgendwie immer verborgen bleibt.
Obwohl sie die Zeit zusammen genießen, sind sie auch immer voller Schuldgefühle und voll Angst.
Sie sind schließlich nicht wie ihre Partner. Sie sind anders.
Und so tänzeln sie zwar beide beständig um einander herum, ziehen sich mal näher aneinander, stoßen sich mal wieder weiter weg, aber wirklich zusammen kommen sie dabei nie.
Der Zuschauer sitzt dabei wie auf glühenden Kohlen.
Sieht er doch genau all die flüchtigen Gesten die den beiden Protagonisten verborgen bleiben. Sieht er doch wie beide im selben Moment, wohl in denselben sehnsüchtigen Gedanken vertieft, an dieselbe Wand gelehnt sitzen. Nur die beiden, die sehen es leider nicht.
So drehen und quälen sie sich weiter in ihrem vertrackten Tanz, spielen gemeinsam durch wie sie ihre Partner zur Rede stellen und trösten sich dabei, nur um dann wieder auseinander zu gehen ohne sich die Worte zu sagen die wir hören und sich das zu geben was wir sehen wollen.
Und dabei beobachten wir die beiden gespannt. Oft durch irgendwelche Fenster oder Türen hindurch, so als wären wir tatsächlich im Film anwesende Personen, die sich an die physikalischen Gegebenheiten der Welt halten müssten, statt als wären wir nur sphärische, schwebende Begleiter, die von allen Perspektiven aus auf das Geschehen blicken können.
Umso mehr baut sich aber auch das Bedürfnis auf, doch in das Trauerspiel einzugreifen und dafür zu sorgen das die beiden endlich zusammenkommen.
Aber am Ende bleibt uns doch nichts weiter übrig als lediglich still zuzuschauen, wie die beiden immer weiter durch die immer irgendwie etwas dreckigen und verkommen aussehenden Locations taumeln und selbst dabei aber zu kalt und steril bleiben.
Es ist wie verhext.

Am Ende bleibt ein enttäuschter, aber doch verzückter Zuschauer zurück, der gerade einen fantastischen Film gesehen hat, der eigentlich eine kleine Folter ist.
Die beiden Liebenden kommen nicht zusammen. Ein letztes Mal verpassen sie sich nach Jahren noch einmal im alten Treppenhaus und ihr beider Leben geht weiter.
Ein trostloses Ende, wenn wir Herrn Chow schließlich in Kambodscha verlassen.
Und doch haben wir das Gefühl gerade Zeuge etwas unheimlich tollem geworden zu sein.
Wir durften uns nicht am ersehnten Happy End erfreuen, und trotzdem ist uns warm ums Herz.
So was kann nur ein Film mit Klasse. Nur ein Film wie "In the Mood for Love".

Screenshots

Bild 1

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Bild 8

 Info
Originaltitel:Dut yeung nin wa
Land:Hongkong
Jahr:2000
Regie:Wong Kar-Wai
Medium:DVD (Universal)
Lauflänge:ca. 94 Minuten
Freigabe:FSK ab 6 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4509
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-638.htm