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Yentown
Story

Yentown, vor den Toren Tokios.
In diesen Slums, fast ausschließlich bewohnt von, oft illegalen, Einwanderern, sind alle nur auf der Jagd nach einem, nach dem Geld.
Nach dem ihre Mutter gestorben ist, landet das junge Mädchen Ageha schließlich bei der Prostituierten Glico und hilf ihr und ihren Freunden in einer Auto- und Schrottwerkstatt bei ihren Arbeiten.
Doch alles ändert sich für die mittellosen Underdogs, als ihnen durch einen unglücklichen Zufall eines Tages ein Tape mit Informationen zur Falschgeldherstellung in die Hände fällt.
Mit dem so erbeuteten Geld beginnen alle Beteiligten sich langsam aber sicher ihre Träume zu verwirklichen. Sie bauen einen Club auf, gründen eine Band, werden erfolgreich...
Doch nichts währt für die Ewigkeit und schon bald holt sie ihre Vergangenheit wieder ein.

Meinung

Wie heißt es doch so schön? - Die Mischung machts.
Da müsste "Yentown" aka "Swallowtail Butterfly" ja von vornherein gute Karte haben.
"Zu wenig" ist schließlich eine Feststellung die man im Zusammenhang mit Shunji Iwais Film eher selten hört. Ganz im Gegenteil, ist "Yentown" eine wirklich ziemlich wilde Mischung.
Mal Milieustudie, mal Yakuza-Film. Mal Road- und dann wieder Bandmovie.
Da wird genauso wild und blutig geballert, wie exzessiv und mitreißend im Club gejammt. Und in der nächsten Minute schwelgen wir wieder in verlotterten Stadtaufnahmen.
Immer hektisch, verwackelt, überbelichtet und grobkörnig in Szene gesetzt. Mit der Handkamera dicht am Geschehen und irgendwie immer amateurhaft Authentisch oder explizit Ästhetisch, mit Farbverfremdung und Zeitlupe. Aber immer um ungewöhnliche Perspektiven bemüht, egal ob wichtige Elemente aus dem Bild heraus ragen oder die wilde Bewegung die Augen des Zuschauers überfordert.

Die Geschichte ist da zumindest in ihrer Grundaussage schon wesentlich konventioneller.
Es geht um den Traum vom Geld. Der Sehnsucht nach einem besseren Leben und der Illusion vom schnellen und einfachen Reichtum in einem reichen Land.
Jeden Tag begeben sich überall auf der Welt Leute aus armen Ländern genau deshalb auf Reisen, vor sich Hoffnung und hinter sich Verzweiflung.
Doch das Geld bleibt gerne unter seines gleichen und für viele wartet in der neuen Heimat oft nicht viel weniger Elend als in der alten.
Was daraus geboren wird, sind dann solche Viertel wie dieses imaginäre Yentown, vor den Toren Tokios.
Elendsbaracken und Armenquartiere, wo Gewalt, Verbrechen und der schnelle Yen regieren.
Aus diesem Pfuhl ausbrechen ist dann der Traum für viele seiner Bewohner, doch auch wenn man den Ort hinter sich lassen kann, seine Vergangenheit dort wird man nicht wieder los.
Das müssen auch unsere drei Hauptakteure einsehen.
Mit Millionen durch Falschgeld versuchen sie sich eine neue Existenz außerhalb des Elends aufzubauen, eine wird sogar ein berühmter Popstar, doch am Ende ist einer Tod und die anderen wieder da von wo aus sie gestartet sind.
Allerdings um eine weitere Lektion reicher, das Geld allein nämlich auch noch keinen Glücklich macht.
So stirbt am Ende die Illusion vom Glück durch viele Yen, die Yentown am Leben und brodeln hält, den Flammentod und besiegelt damit die ganz groteske Situation.

So verwebt "Yentown" eine eigentlich dramatische, aber auch oft lustige und insgesamt sehr sympathische, gut erzählte Geschichte mit außergewöhnlichen, teils furiosen Bildern, die manch Zuschauerauge schon mal kräftig überfordern dürften.
Herausgekommen ist dabei eine kulinarische Filmdelikatesse, die jeden Cineasten mit Asia-Affinität das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen sollte.
Die sich auf Grund ihrer bunten und wilden Zusammenstellung allerdings auch für so manchen hinterher als recht schwer verdaulich erweisen könnte.
Ein einfacher Film ist "Yentown" auf jeden Fall sicher nicht, aber ich würde trotzdem jedem empfehlen mal einen Blick zu riskieren, ich denke für die meisten dürfte es sich schon lohnen.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

 Info
Originaltitel:Sewaroutoiru
Land:Japan
Jahr:1996
Regie:Shunji Iwai
Medium:DVD (Rapid Eye Movies)
Lauflänge:ca. 145 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 5402
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-603.htm