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Interstella 5555
Story

Als ein böser Manager auf der Erde eine außerirdische Band kidnappen lässt um sie anschließend einer Gehirnwäsche zu unterziehen, als Menschen zu verkleiden und für sich arbeiten zu lassen, macht sich deren größter Fan, der Weltraumabenteurer Shep, ebenfall auf den Weg zur Erde um seine Idole zu retten.
Doch es zeigt sich das der Manager weit mehr vorhat als mit der versklavten Band nur große Hits und goldene Schalplatten einzufahren. Sein wirklicher Plan ist eine Gefahr für das gesamte Universum.

Meinung

Mit „Interstella 5555“ haben sich die französischen Housepioniere „Daft Punk“ nach eigenen Angaben einen lang gehegten Traum verwirklicht.
Schon während der Aufnahmesessions zu ihrem Hit-Album „Discovery“ begannen die beiden damit ein Drehbuch für einen Zeichentrickfilm, der auf den Songs des Albums aufbauen sollte, zu schreiben. Nach Fertigstellung setzten sie sich dann in den Flieger und machten sich auf nach Tokyo, um die Umsetzung ihrer Idee in die Realität anzukurbeln. Und tatsächlich gelang es ihnen nicht nur das renommierte Studio Toei, sondern auch Sci-Fi Animelegende Leiji Matsumoto (Captain Harlock, Space Battleship Yamato) für das Projekt zu gewinnen.
Heraus kam eine fast 70minütige „Space Opera“, die Geschichte einer erfolgreichen Band, die von der bösen Musikindustrie aus ihrer Heimat entführt, versklavt und, ohne Rücksicht auf die Menschen, gemolken wird. Alles unterlegt von den Songs des „Discovery“ Album.
Na wenn das mal nicht auch autobiografische Züge hat?
Die Geschichte rund um die zur Anpassung gezwungene und dadurch seelenlos gewordene Gruppe deckt sich doch auf ironische Weise mit den Vorwürfen vieler älterer Daft Punk Fans, die der Gruppe mit ihrem „Discovery“ Album Ausverkauf und Popanbiederei vorwarfen. Und in der Tat lässt sich ein Wandel weg vom eher experimentellen, avantgardistischen Sound des „Homework“ Albums hin zu mehr Popkompatibilität wohl kaum leugnen. Ob dies allerdings wirklich aus Kalkül oder auf Druck von Seiten der Plattenfirma passierte oder einfach nur eine natürlich Entwicklung der Gruppe darstellt, darüber möchte ich mir kein Urteil anmaßen.
Mir gefällt zwar auch das „Homework“ Album besser, ich kann aber auch gut mit dem neuen Sound leben.
Also gehen wir mal weg von dieser ironischen Komponente und betrachten „Interstella 5555“ einfach nur als Kritik an einer, den Künstler vereinnahmenden und ausbeutenden, Musikindustrie.
Als solche ist der Film auch ganz gut gelungen. Die Kritik kommt nun freilich nicht gerade auf die subtilste Art und Weise, aber da man hier nur mit Bildern arbeiten konnte ist das vielleicht auch verständlich. Außerdem wird es die Fans kaum stören, die zusätzlich noch durch die heldenhafte Aufopferung Sheps (die ihm am Ende auch die Liebe seiner Angebeteten bringt) so dick Honig ums Maul geschmiert das sie eh nur noch rosarot sehen.
In dieser Hinsicht trifft der Film wirklich ins Schwarze.
Doch was könnte man ihm als Anime- aber nicht Daft Punk Fan abgewinnen?
Schwierige Frage.
Die Story ist hat zwar ein gutes Motiv und beginnt auch ansprechend, artet zum Ende hin aber doch etwas aus und wird zu quatischig, was ohne die Fanbrille durchaus störend auffällt.
Dafür wird das ganze im coolen Matsumoto-Retrolook präsentiert, der besonders den älteren Animehasen vielleicht den ein oder anderen nostalgischen Seufzer entlocken könnte, wenn sie die Designs ihrer Kindheit im technischen neuen Gewand bestaunen dürfen.
Ansonsten kann man sich natürlich auch an der Kombination von Musik und Bildern erfreuen und daran wie der Film seine Geschichte ganz ohne jegliche Sprache vermittelt. Nur die Bilder sprechen und das gute ist, es funktioniert. Vor diesen alten Stummfilmtugenden kann man, auch wenn die Story nicht grad arg kompliziert ist, trotzdem ruhig mal den Hut ziehen.
Auch die Kombination von Album und Film klappt über weite Strecken sehr gut. Nur hin und wieder kamen mir Bild und Ton nicht so ganz passend vor, wie z. B. in der großen Zeremonieszene auf Darkwood Manor.
Aber trotzdem bleibt es eine gute Leistung einen Anime so passend auf ein Musikalbum zu schneidern, der dann auch noch so kohärent ist.

Das alles ändert aber am Ende nichts daran, das man sich als nicht Daft Punk Fan, oder besser als nicht Elektromusik Fan, mit „Interstella 5555“ wohl eher schwer tun dürfte. So manchem hart gesottenem Metalhead könnten sich bei der Vorstellung 70 Minuten Housemusik zu ertragen wohl nicht nur die Fußnägel aufrollen.
„Interstella 5555“ ist und bleibt halt ein Musikfilm, und mit seiner Musik sollte man sich schon anfreunden können, wenn man ihn sehen will.

Screenshots

Bild 1

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Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

 Info
Originaltitel: Interstella 5555: The 5tory of the 5ecret 5tar 5ystem
Lauflänge:ca. 68 Minuten
Freigabe:FSK ab 6 Jahren
Jahr:2003
Regie:Leiji Matsumoto, Kazuhisa Takenouchi
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 8.jpg 8/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 6.jpg 6/10

 Gesamt:

  7/10

Aufrufe: 3637
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-584.htm