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Naru Taru
Story

Shiina ist eigentlich ein ganz normales junges Mädchen, bis sie auf einem Urlaubstrip bei ihren Großeltern eine dumme Wette eingeht. Beim baden mit den anderen Kindern der Insel behauptet sie ohne Probleme bis zu einem alten, halbversunkenen Tor im Meer schwimmen zu können, doch dort angekommen verlassen sie die Kräfte und sie versinkt.
Die sofort gestartete Rettungsaktion scheint auch nichts mehr ausrichten zu können, bis Shiina plötzlich unvermittelt vor der örtlichen Klinik wieder auftaucht.
Gerettet wurde sie von ihrem neuen Freund Hoshimaru, einem seltsamen Wesen, dass sie auf dem Meeresgrund traf und das wie ein großer Seestern mit Augen aussieht.
Doch kaum haben sich die beiden angefreundet, da brechen neue Katastrophen über Shiina herein.
Beim Rückflug wird ihr Flugzeug von einem weiteren seltsamen Wesen angegriffen und fat zum Absturz gebracht. Nur mit Hoshimarus Hilfe und dem Angreifen eines weiteren, dritten Wesens, gelingt es Shiina das zu verhindern. Dabei verschwinden allerdings die beiden weiteren Passagiere die mit ihr an Board waren.
Mit der Zeit lernt Shiina immer weitere Kinder kennen, die wie sie ein „Drachenkind“ (so nennen sie die seltsamen Wesen) haben und auch ihre Eltern scheinen beide mit in den Kampf um die Drachen verwickelt zu sein.

Meinung

Der übliche erste Kommentar den man über Mohiro Kitohs Manga „Naru Taru“ meist zu hören oder zu lesen bekommt, ist der Hinweis darauf das man sich nicht vom niedlichen äußeren täuschen lassen soll. Hinter dem netten Einband stecke eine doch ziemlich brutale Geschichte und nicht umsonst musste der Manga in Deutschland sogar zensiert werden, um überhaupt erscheinen zu können.
Eine Warnung die durchaus nicht unberechtigt ist.
Kitoh geht nämlich nicht gerade schonend mit seinen Protagonisten um und da diese auch noch vornehmlich Kinder sind, wirken harte Kampfszenen und schwere Schicksalsschläge auch gleich noch doppelt so stark.
Dabei wird weder an Brutalität (schwere Verletzungen, gnadenloses Vorgehen) noch an psychischer Grausamkeit (Mobbing, Zwang andere zu töten) gespart, was besonders mit dem eher niedlichen Äußeren Hoshimarus und dem auch oft gebrauchten Humor in Kontrast steht.
Aber auch ganz allgemein baut sich die Geschichte eher fantasyunüblich auf. Grund für die Kämpfe unter den Drachen sind beispielsweise keine Prinzessinnen oder böse Zauberer wie so üblich, sondern ideologische Anschauungen ihrer Besitzer, die sich von der existierenden Gesellschaft abgestoßen und nicht integriert fühlen und deshalb eine neue nach ihren Vorstellungen erschaffen wollen. Auch bereits bestehende psychische Probleme spielen für die Entwicklungen und Handlungen der Drachen immer wieder eine wichtige Rolle. Sie stehen also quasi als Metapher für gesellschaftliche Probleme die sich durch die Jugend nun gegen die Gesellschaft wenden, von der sie geschaffen wurden. So spielt gerade der harte Drill und Konkurrenzdruck in der japanischen Gesellschaft immer wieder eine Rolle. Sowohl aus Sicht der Opfer, die nicht mithalten konnten und deshalb ausgesiebt wurden, als auch in Form weiterer Steigerung, die nach der perfekten, von allem Schwachen „gereinigten“ Gesellschaft verlangt und dafür die brutale Auslöschung alles Lebensunwerten fordert.
Also durchaus etwas anspruchsvollerer Stoff, wie man sieht. Zumal auch auf eine allzu deutliche Schwarz-Weiß-Malerei verzichtet wird und es schon zum Teil dem Leser überlassen wird, die verschiedenen Ansichten moralisch zu bewerten. Wobei der Manga natürlich schon in eine gewisse Richtung schubst, aber er zwingt einem diese nicht auf.
Optisch kommt „Naru Taru“ dabei etwas gewöhnungsbedürftig daher.
Die Figuren sind doch sehr schlaksig designt und generell wirken die Zeichnungen oft etwas spartanisch und detailarm. Durch die oft etwas unsicher und unregelmäßig aussehende Linienführung bekommt das ganze etwas Skizzenhaftes. Wenn man mal genau hinsieht sind gerade die Charaktere selten wirklich sicher durchgezeichnet, sondern wirken eher wie mit vielen kurzen Strichen umrissen.
Auch bei Hintergründen und der allgemeinen Umgebung (Straßenzüge, Gebäudeflure) wird meist eher sparsam gezeichnet, was viele Panels irgendwie „leer“ wirken lässt.
Hat man sich aber erst einmal eingelesen, gewöhnt man sich sehr schnell an diesen Stil und stört sich nicht mehr wirklich an den dürren Figuren.

Generell hat mir „Naru Taru“ gut gefallen und auch wenn der Manga natürlich auch so seine kleinen Schwächen hat, bleibt er durch die interessante und ungewöhnlich kompromisslose Geschichte ein interessantes Leseerlebnis für ältere Mangafans.

Cover

Bild 1

Bild 2

 Info
Verlag:Egmont
Zeichnung & Story:Mohiro Kitoh
Jahr:1998

 Bewertung

Grafik:

 7.jpg 7/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4236
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-579.htm