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Nitaboh
Story

Japan, 1865.
Der junge Nitaroh bricht auf dem Heimweg von einem Fest, auf dem er den Ball eines jungen Mädchens aus einem Bach geholt hat, plötzlich kurz vor dem Elternhaus mit hohem Fieber zusammen.
Er übersteht die schwere Krankheit zwar gerade so, doch bleibt er als Folgeschaden blind, was für einen Jungen mit seinem niedrigen sozialen Rang umso schlimmer ist.
Doch mit dem Verlust des Sehens, erwachen in ihm dafür die Freude und die Begeisterung an der Musik. Nach dem er bereits halbwegs gut Flöte spielen gelernt hat, beschließt er schließlich eines Tages Shamisen (ein traditionelles jap. Saiteninstrument) zu lernen. Ausschlag hierfür ist nicht nur das seine Mutter bereits die Shamisen spielte, sondern vor allem die Goze (umherreisende, blinde Musikerin) Tamana, deren spiel er eines Tages hört.
Wie sich herausstellt ist deren Tochter Yuki auch noch das Mädchen, für das Notaroh damals den Ball aus dem Bach holte.
So leben die vier (Nitaroh, sein Vater, Tamana und Yuki) fürs erste zusammen und Nitaroh lernt bei Tamana das Shamisenspielen. Doch eines Tages kommt der Tag, als die beiden weiterziehen müssen und als kurze Zeit später auch noch Nitarohs Vater stirbt, ist er von da an ganz auf sich allein gestellt.
Mit der Shamisen seiner Mutter macht er sich auf die Wanderschaft, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und letztendlich sogar seinen völlig eigenen Stil zu entwickeln.

Meinung

„Nitaboh“ erzählt die Geschichte des Entstehens des berühmten und in Japan auch heute noch sehr beliebten Tsugaru-jamisen-Stils, nach einem Buch von Daijo Kazuo. Doch erstmal vielleicht etwas Nachhilfe, jedenfalls so gut wie ich sie, mit meinen selbst nicht besonders reichlichen Kenntnissen auf diesem Gebiet, geben kann.
Die Shamisen ist eine traditionelles japanisches Saiteninstrument mit 3 Saiten. Besondere Beliebtheit fand es bei den so genannten Goze, blinden Musikerinnen die mit ihrem Instrument durchs Land reisten, und bei den Geishas.
Tsugaru-jamisen-Stil wiederum ist eine besondere Art die Shamisen zu spielen und benötigt auch besonders gebaute Shamisen, die ein stabileres Gehäuse und dickere Saiten haben.
Soviel zu den Hintergründen.
Der Film erzählt nun, wie bereits gesagt, die Geschichte der Geburt dieses besonderen Stiles.
In wie weit er dabei historischen Tatsachen folgt, kann ich euch leider nicht sagen. Zwar wird im Vorspann darauf hingewiesen das die Geschichte Daijo Kazuos etwas verändert wurde, aber bei sonstigen Recherchen meinerseits konnte ich zum Thema Tsugaru-jamisen-Stil nirgendwo etwas über einen Nitaroh finden (stattdessen tauchen mit der Entstehung des Tsugaru-jamisen-Stils Namen wie Shirakawa Gunpachirô, Takahashi Chikuzan oder Kida Rinshôe), so das ich mal davon ausgehen würde, dass diese Figur frei erfunden ist.
Aber selbst wenn, macht auch nix.
„Nitaboh“ beschränkt sich erfreulicher weise keinesfalls darauf sein historisches Thema irgendwie schulstoffmäßig trocken abzuarbeiten, sondern bemüht sich, vielleicht historisch wenig korrekt, dafür aber filmisch gut, seinen Inhalt in eine tolle spannende und interessante Geschichte zu verpacken, und das gelingt ihm auch ziemlich gut.
Selbige ist freilich an sich jetzt nicht grad die neuste. Eher eine klassische Alltagsheldenstory, in der der Protagonist, gesegnet mit einem übermäßigem Talent und Willen, so manche Niederschläge des Lebens einstecken muss, um dann am Ende, nach vielen harten Zeiten, endlich zu erleben wie sein großer Traum wahr wird. Das klassische Rocky-Motiv, sozusagen. ;)
Nun liegen in so einer Geschichte bekanntlich einige böse Stolpersteine versteckt, denen man möglichst weit ausweichen sollte, um das ganze nicht böse zu Fall zu bringen. Der Protagonist muss natürlich sympathisch sein und darf auch im Triumph nicht seinen, vom Publikum so geliebt und bewunderten Charakter verlieren. Er braucht natürlich auch einen angemessenen Gegenspieler, dem er sich im Finalen Showdown des Films stellen kann. Die Schicksalsschläge müssen glaubhaft sein und dürfen nicht zu übertrieben oder kitschig ausfallen. Und er braucht am besten natürlich auch eine Liebe und Freunde an seiner Seite.
Und tatsächlich, all das kann „Nitaboh“ bieten.
Das und dazu die zweite Hauptrolle im Film, die Musik natürlich.
Wer jetzt allerdings denkt diese würde sich, aufgrund der Thematik, stur am Shamisenspiel festklammern, der darf beruhigt sein. Natürlich nimmt es eine wichtige Rolle ein, aber gerade was die musikalische Hintergrunduntermalung, besondern in emotionalen Szenen, angeht, geht eben nichts über gute klassische Musik, und das war auch den Machern von „Nitaboh“ scheinbar klar. So darf man sich im Soundtrack also auf eine gute Mischung zwischen traditionell-japanischen und klassisch-westlichen Tönen freuen.
Wobei ich sagen muss, dass ich, obwohl allgemein der Shamisen oder Koto nun nicht übermäßig zugetan, gerade von den beiden Shamisenstücken die im Finale gespielt werden, sehr angenehm überrascht war. Normalerweise hat diese traditionelle japanische Musik für mich immer etwas sehr wehklagendes, jammerndes, ja leierndes, weswegen ich sie nur sehr beschränkt höre, aber hier gefallen mir die beiden Stücke wirklich ganz gut. Und das will doch, grad auch für den Film, was heißen.
Ähnlich positiv überraschen konnte mich auch die visuelle Seite des Films.
Für so einen, doch eher unbekannten Titel, sind sowohl die Zeichnungen, als auch die Animation wirklich hervorragend. Die Charadesigns sind durchweg klasse und auch die Animationen bieten ein schönes Zusammenspiel von klassisch (die Figuren) und CGI (Wasser, Feuer, Blütenblätter, etc.). Den sprichwörtlichen Vogel haben für mich aber die Hintergrundzeichnungen, und besonders die Naturbilder, abgeschossen, die derartig detailreich und wirklich künstlerisch geworden sind, das sie auch einem Studio Ghibli alle Ehre machen würden.

Ich habe von „Nitaboh“ vorher wirklich kaum etwas erwartet.
Ich kannte den Film nur ganz grob, wusste kaum etwas über die wirkliche Geschichte oder gar die filmischen Qualitäten. Bin also ohne besondere Erwartungen an ihn herangegangen.
Was ich dann zu sehen und hören bekam, hat mich in wirklich jedem Belang positiv überrascht und so kann ich „Nitaboh“ eigentlich nur wärmsten empfehlen.
Mir hat er jedenfalls sehr gut gefallen.

Screenshots

Bild 1

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Bild 9

 Info
Originaltitel:Nitaboh: Tsugaru Shamisen Shiso Gaibun
Lauflänge:ca. 100 Minuten
Freigabe:unbekannt
Jahr:2004
Regie:Akio Nishizawa
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  9/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-553.htm