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Monday
Story

Montagmorgen.
Aus dem Radio verkündet die Stimme des Ansagers gerade die Wettervorhersagen, als in einem Hotel ein Mann mit einem Ruck aus seinem Schlaf erwacht. Wer er ist hat er vergessen. Wo er herkam auch.
Dass er noch dazu scheinbar die gesamte Nacht in seinen Klamotten geschlafen hat, legt den Verdacht nahe das der vorangegangene Tag und Abend sehr feuchtfröhlich verlief.
Und tatsächlich, mit seinen langsam bruchstückhaft wiederkehrenden Erinnerungen bestätigt sich der vermutete übermäßige Alkoholkonsum. Doch umso mehr Erinnerungen zurückkehren, umso erschreckender und auswegloser wird die Lage, in der der Mann sich befindet.

Meinung

Ließt man etwas über Hiroyuki „Sabu“ Tanakas Film „Monday“ so taucht oftmals auf kurz oder lang der Name Tarantino auf, und tatsächlich, eine gewisse Ähnlichkeit mit dessen „Pulp Fiction“ lässt sich auf den ersten Blick nicht leugnen. Die episodenartige Erzählweise, der flippig-coole Soundtrack und die oftmals ziemlich bösen Witze lassen immer wieder Parallelen zum Hollywoodstar durchscheinen. Allerdings bleibt es bei diesen oberflächlichen Übereinstimmungen, inhaltlich macht Tanaka keinerlei Anstalten irgendwelchem Pulp zu frönen.
Beginnt „Monday“ mit Szenen wie der katastrophalen Totenwache, bei der am Ende sogar die Leiche explodiert, noch wie eine ziemlich schwarzhumorige Komödie, so wandelt sich der Film zusehends in ein ziemlich böses, wenn auch immer noch sehr unterhaltendes, Drama. Während Szenen wie das Treffen mit der Freundin und der anschließende Baraufenthalt samt Yakuza unseren Protagonisten noch als sehr introvertierten und unsicheren Salaryman charakterisieren und als ausgesprochenen Looser dastehen lassen, wandelt sich sein Charakter unter zunehmendem Alkoholeinfluss erschreckend. Und plötzlich wird „Monday“ zu einem Film über einen Säufer. Einen Verlierer der nur mit genügend hohem Pegel mal den Mut findet sich zu behaupten und seine Position als ewiger Duckmäuser zu verlassen, allerdings mit fatalen Folgen. Erst einmal im Rausch, kennt er nämlich keinerlei Selbstbeherrschung und Vernunft mehr und verliert nicht nur immer mehr den Bezug zur Realität, sondern scheint regelrecht in einen Zustand größenwahnsinnigen Schwachsinns zu verfallen, durch den er seine Situation mit scheinbar jeder Entscheidung weiter zu verschlimmern versteht.
Am nächsten Morgen kommt dann das Erwachen voller Gewissenbisse und Fassungslosigkeit über die eigenen Taten. Damit einher Verzweiflung und Ratlosigkeit und am Ende wieder der Alkohol. Ein Teufelskreis.
Doch statt den Weg dieses Mannes jetzt einfach knallhart zu Ende zu beschreiten, entscheidet sich Tanaka lieber dazu uns noch einmal richtig zu foppen. In einem völlig unpassenden, vorgeschobenen Ende voller philosophischer Plattheit lässt er seinen Antihelden zum großen Friedensverkünder mutieren, der sich doch eigentlich nichts mehr wünscht als Liebe auf der Welt.
Der Zuschauer will unterdessen seinen eigenen Ohren und Augen und noch viel weniger den Fähigkeiten des Regisseurs vertrauen, bevor sich diese Regenbogenfarce dann doch selbst enttarnt und uns in das, diesmal echte, offene Ende entlässt.

So endet „Monday“ so kurios wie er begann und lässt uns, trotz all seines zwar seltsamen, aber nicht unsympathischen Humors, mit einem eher unguten Gefühl zurück. Doch nicht etwas weil Tanaka leider dazu tendiert Witze bis an die Schmerzgrenze überzustrapazieren, was auch so ziemlich das einzige ist was mich bei diesem Film gestört hat, sondern weil wir uns am Ende, trotzt der vielen amüsanten Szenen, doch bewusst sind gerade ein Drama miterlebt zu haben. Eine traurige Geschichte über einen Menschen der nicht mit dem/seinem Leben klar kommt und gepeinigt Zuflucht bei einem Teufel sucht, der ihm am Ende die Seele und sein Leben stiehlt.

Screenshots

Bild 1

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Bild 6

 Info
Originaltitel:Monday
Land:Japan
Jahr:1999
Regie:Hiroyuki Tanaka
Medium:DVD (Rapid Eye Movies)
Lauflänge:ca. 98 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4536
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-550.htm