MAIN

REVIEWS

Intern



 Valid HTML 4.01 Transitional

 Valid CSS!

 [Valid RSS]

Hausu
Story

Als ihr Vater sie mit seiner neuen Freundin überrascht, beschließt die junge Oshare kurzerhand den gemeinsamen Familienurlaub sausen zu lassen, und stattdessen mit ihren 6 besten Freundinnen zu ihrer Tante aufs Land zu fahren.
Die sind, mit Ausnahme von Fanta, auch gleich hell auf begeistert von der Idee. Fanta allerdings hat schon Pläne die Ferien mit ihrem Lieblingslehrer im Ferienlager dessen Schwester zu verbringen. Doch leider muss die Absagen und so ist zum Schluss auch sie mit an Board.
Zusammen mit Schneeflöckchen, einer Katze die Oshare zugelaufen ist, machen sich die sieben Mädchen auf zum Landhaus, nichts ahnend das Oshares Tante und ihr Haus ein fürchterliches Geheimnis verbergen.
Und nicht nur sie, auch die neue Freundin von Oshares Vater und Fantas Lieblingslehrer sind auf dem Weg zur Tante.

Meinung

Was Nobuhiko Obayashi mit seinem 1977er Film „Hausu“ geschaffen hat, das lässt sich schlecht in Worte fassen.
Aufbauend auf eine simple Geistergeschichte kreierte er einen Film, der sich nicht nur sämtlichen Genres verschließt, sondern in den er scheinbar auch noch bemüht war, alles an möglichen und unmöglichen Effekten und Inszenierungsarten hineinzupacken, bis ein einziger, unwirklicher, grotesker filmischer Irrsinn dabei herauskam.
Zu versuchen alles aufzuzählen, was Obayashi da in seinem Film auf den Zuschauer loslässt wäre wohl kaum ohne eine detailgetreue Nacherzählung des selbigen zu schaffen. Es gibt praktisch kaum eine Szene die nicht auf irgendeine weise mit verschiedensten visuellen oder akustischen Effekten bearbeitet worden wäre. Und gibt es sie doch einmal, so kann man sicher sein das garantiert irgendetwas anderes in dem Moment aus dem Rahmen fällt, und wenn es nur die Schauspieler sind.
Der ganze Film präsentiert sich wie ein überzeichnet psychedelisches Comicmärchen, das sich frei von jedweden einschränkenden Regeln freudig jauchzend dem totalen Bilderoverkill hingibt. Eine riesige Spielwiese filmischer Extravaganz, auf der sich Obayashi hemmungslos ausgetollt hat. Bestimmt ein echtes Traumprojekt für jeden Regisseur.
Sinn und Logik der eigentlichen Geschichte bleiben dabei allerdings auf der Strecke. Macht aber auch nix, da der Film sich selbst nicht ernst nimmt und seine Story und Charaktere von vornherein völlig Klischee überladen präsentiert, erwartet man eigentlich auch nichts anderes.
Etwas schade ist es trotzdem, denn wären die Mädchen nicht ganz so dümmlich naiv, hätte man vielleicht etwas mehr Spannung in den Film packen können. Die ist nämlich das einzige, an dem es dem Film wirklich mangelt. Stattdessen verlässt er sich allein darauf, dass seine surreale Bilderwelt den Zuschauer bei der Stange hält. Das mag bei geneigten Filmfans und Erstsehern auch wunderbar funktionieren, aber ich könnte mir vorstellen nach einigen Durchläufen, wenn man alles schon ein paar Mal gesehen hat, könnte sich dieser Punkt als fatal erweisen, denn die Wirkung der Bilder sinkt nun mal mit jedem mal das man sie sieht.
Und die paar, auch über die visuelle Pracht hinaus, wirklich stimmigen Momente mit Oshares Tante, wie das Auge in ihrem Mund, sind leider im Film eher eine Seltenheit. Nur hier vermag kurz das Gefühl aufzukommen, dass wir hinter all der schillernden Fassade doch immer noch einen Gruselfilm vor uns haben, bevor der Stil wieder die totale Überhand über den Inhalt gewinnt.

Nichts desto Trotz möchte ich „Hausu“ jedem Fan ungewöhnlicher Filme empfehlen, ist er doch eine echte Ausnahme in der Filmgeschichte, ein kreativer Amoklauf wie es ihn nur selten zu sehen gibt. Frei von jeglichen Konventionen, ein Meer aus schrillen Farben und Effekten. Ein Film der zumindest beim ersten sehen jedem erstaunen dürfte, der aber auf lange Sicht auch viel von seiner Wirkung verlieren kann.
Mindestens einmal sollte man ihn trotzdem gesehen haben.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

 Info
Originaltitel:Hausu
Land:Japan
Jahr:1977
Regie:Nobuhiko Obayashi
Medium:DVD (Rapid Eye Movies)
Lauflänge:ca. 84 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4604
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-549.htm