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The Bird People In China
Story

Ein japanischer Salaryman wird mit dem Auftrag ein Jadevorkommen zu inspizieren, um es für seine Firma gewinnbringend auszubeuten, mitten in das chinesische Hinterland geschickt - in eine Region, in der Elektrizität sowie fließend Wasser oder andere "Errungenschaften der Zivilisation" noch nicht Fuß fassen konnten. Begleitet wird er von einem Yakuza, der die Interessen seines Oyabun wahren will, welcher in die Finanzierung des Geschäfts verwickelt ist. Dieses ungleiche Paar kommt auch nach einer sehr humoristischen und strapaziösen Reise an ihrem Bestimmungsort an, einem kleinen Bergdorf mitten in China.

Wie der Titel des Films schon verrät, gibt es dort die sogenannten "Bird People", d.h. eine Lehrerin bringt den Kindern das Fliegen mit konstruierten Holz- und Papierflügeln bei... auch wenn keines davon jemals abhebt. Der Protagonist verliebt sich in die Lehrerin, die diese Berufung von ihrem Großvater übernommen hat, einem Kampfpiloten, der im Weltkrieg in der
Nähe des Dorfes abgestürzt ist und sich dort angesiedelt hat. Dieser entdeckte eine alte Schrift, die das Fliegen aus eigener Kraft beschreibt, wonach der er den Flugunterricht gestaltete. Als der Reiseführer des Salaryman und des Yakuza aufgrund eines kleinen Unfalls eine Gehirnerschütterung erleidet, welche sein Gedächtnis in Mitleidenschaft zieht, sind die beiden gezwungen bei den Dorfleuten einige Zeit zu leben...

Meinung

Ein weiterer Film aus der ausladenden Schaffensliste des Takashi Miike. Seine Stellung als Enfant Terrible innerhalb des japanischen Kinos muss ja nun nicht wieder erwähnt werden. Allerdings ist es eben in diesem Fall interessant, da dieser Film, für ihn eher untypisch, beinahe vollkommen ohne Gewalt, Blut oder kranke gesellschaftliche Verhältnisse auskommt... und dies soll nicht bedeuten das der Film langweilig ist!

Für Miike-Kenner ein wirklich ungewöhnlicher Film, da er enorm ruhig, um nicht zu sagen hypnotisch ist. Immer wieder beruhigende Kamerafahrten über nebelverhangene Gebirge, wunderschöne Landschaften usw. Allerdings kommt nicht einmal das Gefühl "Hm... und wann fängt nun das Blutbad an?" auf.

Wirklich interessant an diesem Film ist die wundervolle Charakterisierungen der Hauptpersonen, die sich weniger in Dialogen festmachen lässt, sondern sehr viel über die nonverbale Ebene ausgedrückt wird. Auch der Genremix ist ein interessanter. Die Anreise zum Dorf geht, ohne mit der Wimper zu zucken, als Komödie durch, der Mittelteil (jetzt bitte nicht falsch verstehen) als sehr schöner Heimatfilm und das Ende als wunderbar sozialkritisches Drama.

Auffällig sind auch die unterschiedlichen Darstellungsweisen der "zivilisierten" Welt als auch der "unzivilisierten" Welt. Am Anfang, noch im modernen Japan, sind die Schnitte noch schnell, vieles wird in hektischer Zeitraffer gezeigt und es kommt beim Zuschauer eine innere Unruhe auf... und eben diese Stilmittel verflüchtigen sich, je weiter die Protagonisten in das chinesische Hinterland kommen. Als erstes verschwinden die Zeitrafferaufnahmen, die Schnittführung beruhigt sich anschließend bis hin zu ausladenden Kamerafahrten über die wundervolle Landschaft.

Auch der sozialkritische Aspekt sollte nicht unerwähnt bleiben: Ist es diese Jademine wirklich wert ein Stück unberührte Natur und ursprüngliche gesellschaftlichen Verhältnisse dem Mammon der zivilisierten Welt preiszugeben?

Fazit : Ein wunderschönes modernes Märchen und uneingeschränkt empfehlenswert für ruhige Abende... und für Leute die denken, dass Miike nur ein Genre beherrscht.

Screenshots

Bild 1

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Bild 6

 Info
Originaltitel:Chûgoku no chôjin
Land:Japan
Jahr:1998
Regie:Takashi Miike
Medium:DVD (HK)
Lauflänge:ca. 118 Minuten
Freigabe:unbekannt
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 10.jpg 10/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 4465
Review by Cynic (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-505.htm