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Talking Head
Story

Das Studio Happykubariki steht vor einem großen Problem. Der Regisseur ihres neusten Animes „Talking Head” ist seit 6 Monaten verschwunden und die Arbeiten an dem Film gehen seit dem eifnach nicht mehr voran. Also engagieren sie einen Ghost-Director, der, basierend auf der bisherigen Arbeit, den Film im Stiele des Verschollenem vollenden soll. Doch kaum taucht der im Studio auf, beginnt eine unheimliche Mordserie, der nach und nach immer mehr Mitarbeiter des Projekts zum Opfer fallen.

Meinung

Nach Link „Red Spectacles“ und Link „Stray Dogs” ist “Talking Head” Mamoru Oshiis dritter Ausflug in die Welt des Realfilms. Allerdings bleibt er seinen Wurzeln verbunden, ja gibt dem Film vielleicht sogar etwas biografisches, denn es geht um Film. Um einen Animefilm um genau zu sein, und nicht nur um den Film an sich, sondern auch um alles was davor kommt, die Produktion. Eingebettet in einer surrealen Kriminalgeschichte präsentiert uns Oshii seine Gedankenwelt zum Thema Anime und Filme an sich, und lässt und an seinem Seelenleben als Regisseur teilhaben. Als grober Verbindungspunkt zwischen beiden dienen dabei die Mordopfer, jeweils Mitglieder der Crew, die vor ihrem ableben über die Aspekte des Films referieren dürfen, für die sie zuständig sind. Drehbuchautor, Cutter, Soundregisseur, Coloristin, usw. kommen zu Wort und geben uns nicht nur einen kleinen Exkurs in Sachen Filmgeschichte, sondern spiegeln in ihren Aussagen die Gedanken Oshiis zum Film wieder und geben eine Lehrstunde darüber was gute Filme ausmacht.
Dabei wirkt „Talking Head“ an sich oftmals mehr wie ein Theaterstück, was besonders daran liegen dürfte das er in einem Theater spielt und die Kulissen recht offen sind. Generell wird die eigentlich geschlossene Welt des Films aufgebrochen, in dem wir z.B. genau gezeigt bekommen das die Charaktere nicht wirklich mit dem Auto fahren, sondern dies völlig still auf einer kleinen Bühne inmitten der Sitzreihen des Theaters steht. Auch Reflektiert der Film sich oftmals selbst. So diskutieren die Charaktere z.B. untereinander darüber wie das Ende des Films nun wohl aussehen wird bzw. auszusehen hat, nach dem was bisher passiert ist.
In Kombination mit der sehr durchgestylten Inszenierung ergibt sich ein wirklich sehr schwer in Worte fassbares Werk, was dann tatsächlich auch gleich wieder im Film selbst zur Sprache kommt und ein schönes Beispiel dafür ist wie durchdacht das ganze ist. Hin und wieder wirkt es außerdem etwas, ja, belehrend, was bei mir den Eindruck weckt das „Talking Head“ vielleicht auch eine Art Reaktion Oshiis auf etwas ist. Ich könnte mir z.B. gut vorstellen das dieser Film eine Antwort auf etwaige schlechte Kritiken zu Oshiis vorhergehenden, ebenfalls oftmals surrealistisch angehauchten, Filmen ist. Es hat einfach etwas von, ‚seht her, ich erklär euch was ihr, von allein nicht zu begreifen in der Lage seid’.
Bei all den ernsten Anliegen die der Film hat, bleibt aber dennoch auch Platz für einige humorvolle Seitenhiebe, allem voran die Product Placement Parodien oder auch einige Anspielungen an alte Filme, wie „Die Ankunft des Zuges im Bahnhof“ der Brüder Lumiére, der bei seiner Erstaufführung für Panik unter den Zuschauern sorgte, die glaubten es würde Tatsächlich ein Zug auf sie zufahren, oder „Die Reise zum Mond“ von Georges Méliès, den ersten Fantasyfilm, mit, für die damalige Zeit, spektakulären Spezialeffekten.
Generell merkt man „Talking Head“ einfach an, dass hier jemand am Werk war der, für den Filme mehr sind als nur eine Möglichkeit viel Kohle zu machen. Jemand der in Filmen in erster Linie ein Mittel zum künstlerischen Ausdruck sieht, was dem Film einfach in jeder Szene ansieht. Ich will nur mal eine exemplarisch hier aufführen: Der Ersatzregisseur steht in seinem Zimmer und hört die Titelmusik zum Film an. Hinter ihm wird das Gesicht einer Frau auf eine Leinwand projiziert und er steht immer so, das er eines ihrer Augen verdeckt. Dann gehen erst die Lampen in dem Zimmer aus und es sind nur mehr die Silhouetten vor der Leinwand mit dem Gesicht der Frau zu sehen, die daraufhin langsam die Augen schließt und das Bild komplett ausgeblendet wird.
Einfach eine wunderbare Szene, die man gesehen haben muss. Mich hat es danach erst mal gleich zur Rewind Taste getrieben, um es noch mal zu sehen.
Oshii hat wirklich eine Spitzenarbeit hingelegt und einen Film über Film geschaffen, der jeden Fan un- und außergewöhnlicher Filme einfach irgendwo begeistern muss. Er hat sich damit auch in gewisser Weise selbst definiert und einen Standpunkt gegenüber der restlichen Filmwelt gesetzt, wie es seiner Meinung nach sein sollte. Eine persönliche Unterrichtsstunde gewissermaßen und ich habe ihr gern beigewohnt.

Screenshots

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Bild 6

 Info
Originaltitel:Tôkingu heddo
Land:Japan
Jahr:1992
Regie:Mamoru Oshii
Medium:DVD (Bandai)
Lauflänge:ca. 105 Minuten
Freigabe:unbekannt
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4673
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-501.htm